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Nr. 46/2008
Gedanken zum Volkstrauertag von Josef Otto Schneider, Ehrenbürger der Stadt Montabaur
Alte Kriegswunden verheilen nicht; doch dem Frieden dienen, lindert den Schmerz:
In einem Album, das meine Mutter während des Krieges angelegt und mit Fotos jener Zeit versehen hat, fand ich dieser Tage einen Brief abgelegt neben einem Bild, das meinen Freund Werner Stacker als jungen Soldaten zeigt. Unsere Eltern waren in den dreißiger Jahren befreundet, was sich auch auf uns beide übertrug, die wir im Montabaur zwischen Alleestraße, wo er wohnte und Gebück, was mein „Revier" war, eine sorglose Jugend verbrachten. Er, der zwei Jahre älter war als ich und das Gymnasium besuchte, ließ mich freigiebig an seinem Wissenvorsprung teilhaben und war mir in vielen Dingen leuchtendes Vorbild. Das blieb auch so, als wir Jugendliche waren, in zeitlichem Abstand Soldaten wurden und in den Krieg ziehen mussten, der Werner zum fliegenden Personal führte. Nicht ohne Stolz berichtete er mir in einem Brief von seinen Feindflügen, die ihm Auszeichnungen und Beförderungen einbrachten. Und ich freute mich mit ihm.
Bis der Sommer 1943 kam und mit ihm die Katastrophe. Der Brief seiner Mutter an mich drückt den ganzen Schmerz über das Schicksal ihres vermissten Sohnes Werner aus, der von einem Feindflug über dem Mittelmeer nicht mehr zurückkehrte.
Das Amtsgericht Montabaur hat den vermissten Freund 1952 mit dem angenommenen Sterbetag 6. Juli 1943 für tot erklärt. Seine Mutter, die kurz nach dem Krieg Witwe wurde, hat den Verlust ihres Sohnes nie verwunden, der auch für mich, wenn immer die Gedanken in die Jugendzeit zurückgehen, unvergessen ist: Wunden, die der Krieg schlägt, verheilen nicht; doch dem Frieden zu dienen, lindert den Schmerz.
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Auszug aus dem Brief von Frau Stacker vom 12.08.1943
Werner Stäcker * 08.09.1923 t 06.07.1943, vermutl.
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Einladung zur Gedenkstunde am Volkstrauertag
„Der Volkstrauertag ist ein bedeutsamer Tag im November. Wie der 27. Januar, der 21. Juli und der 3. Oktober hat dieser Tag etwas mit unserer nationalen Identität zu tun", schreibt der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Reinhard Führer in seinem Geleitwort zu diesem Tag.
In der Erinnerung an die Kriege des 20. Jahrhunderts setzen wir uns mit dem Verlust von unvorstellbar vielen Menschen auseinander. Hierbei vergessen wir nicht, dass auch heute noch jeden Tag Menschen in aller Welt ihr Leben in Kriegen verlieren.
Unsere Gedanken sind bei den gefallenen Soldaten, den Kriegsgefangenen, den Opfern von Gewaltherrschaft und Flucht und Vertreibung. Indem wir bewusst zu Trauer und Mitgefühl bereit sind, spüren wir, wie wir mit diesen Menschen verbunden sind. Der Volkstrauertag erinnert nicht nur an das eigene Leid, sondern schließt immer auch das Gedenken an die Opfer der anderen Staaten mit ein.
Unsere gemeinschaftliche Verantwortung sollte uns am Volkstrauertag bewusst werden. Neben der Erinnerung steht der Gedanke, dass jeder dazu aufgerufen ist, sich für einen dauerhaften Frieden zwischen den Völkern einzusetzen.
Im Namen der Stadt Montabaur und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. laden wir alle Bürgerinnen und Bürger,
insbesondere die Heranwachsende Generation, zur Gedenkstunde am Sonntag, den 16. November 2008 um 17:00 Uhr auf den „Ehrenhain Westerwald 1939/45", Friedhof der Stadt Montabaur, an der Friedenstraße, ein
Uie Kranzniederlegung erfolgt im Auftrag der Landesregierung. Die Ansprache wird gehalten durch den Landrat des Westwaldkreises, Peter Paul Weinert. An den Feierlichkeiten wirken mit: Blasorchester Daubach, Männergesangverein „Harmonie Liederkranz Eschelbach, Vertreter der Kirchengemeinden Montabaur, Mahnwache des 1. Nachschubbataillons 462 Diez (Patenschaftskompanie), Schüler und Schülerinnen des andesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz sowie Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr und der Schützengesellschaft St. Sebastianius 1588/1 947 e.V. Montabaur.
Dieter Kanz Beauftragter
Klaus Mies StadtbürgermeistPr

