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Wochenblatt VG Montabaur

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Nr. 39/2008

MlÜ

KW 39

Warten auf den Fischadler

Naturschützer und Kreisverwaltung richten Brutplatz am Dreifelder Weiher ein

Der Fischadler (Pandion haliaetus) soll an der Westerwälder Seenplatte wieder heimisch wer­den. Für Naturfreunde wäre das eine Sensation. Wenn die Zugvögel im Früh­jahr aus ihren Winterquartieren zurück­kehren, soll einem Fischadlerpaar die Möglichkeit geboten werden, die Reise nach Norden zu verkürzen und sich im Westerwald anzusiedeln. H|®jtir hat Joa­chim Kuchinke, Revierföijcer und Mit­glied der Naturschutzgrpppe Hersch­bach, bereits zwei geeignete Horstbäu­me ausgesucht. In deren Kronen haben professionelle Baumkletterer in schwin­delnder Höhe zwei große Lärchenholz-Plattfor­men angebracht. Ein darauf befestigter Kranz aus Korbweidenzweigen soll die Grundlage für den weiteren Nestbau durch das Fischadlerpaar bie­ten. Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises begrüßt das Vorhaben und unterstützt die Ansied­lung des Fischadlers mit der Übernahme der ent­standenen Kosten. „Wenn alles so läuft wie geplant, nehmen die Fischadler das Angebot an, bauen ihr Nest fertig und bebrüten es", meint Hannelore Hahlbrock von der unteren Natur­schutzbehörde der Kreisverwaltung zuversicht­lich. Hahlbrock: „Es wäre sensationell, wenn schon im nächsten Jahr Naturinteressierte auch

Auch Grünschnitt ist Abfall

Kreisverwaltung: Wertscheck einlösen statt Bußgeld riskieren

Der Herbst steht vor der Tür. Für viele Bürger ein Anlass, ihren Garten nun winterfest zu machen. Dabei fallen erfahrungsgemäß große Mengen an Rasen-, Strauch -und Baumschnitt an, die das Fassungsvermögen der Biotonne oft­mals überschreiten. Wenn nun auch die näch­ste Grünabfallabfuhr nicht zeitnah terminiert ist, stellt sich häufig die Frage, wohin damit?

Mit einer Antwort darauf möchte die Kreisver­waltung der illegalen Ablagerung von Grünab­fällen Vorbeugen. Die Entledigung des Grün­schnitts außerhalb der dafür vorgesehenen Ent­sorgungseinrichtungen erfüllt nämlich den Tat­bestand einer Ordnungswidrigkeit, wogegen ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1.500 € ver­hängt werden kann.

Deshalb rät die untere Abfallbehörde dringend, die Grünabfälle ordnungsgemäß bei den Depo­nien in Meudt oder Rennerod zur Entsorgung abzuliefern. Gegen Vorlage des Wertschecks wird eine Anlieferungsmenge von bis zu 200 kg gebührenfrei angenommen, sofern die Aststär­ke der Grünabfälle 12 cm Durchmesser nicht übersteigt. Dabei muss allerdings die Menge in einer Anlieferung gebracht werden, eine Auftei­lung der 200 kg Freimenge auf mehrere Anliefe­rungen ist leider nicht möglich. Des Weiteren können Grünabfälle natürlich auch kostenpflich­tig zu den genannten Deponien gebracht wer­den, kompostierbare Grünabfälle bis max. 12 cm Durchmesser kosten 2,80 € / 100 kg, dickere Äste und Stämme werden mit 4,80 € / 100 kg berechnet. Übrigens wird reiner Rasen­schnitt von Privathaushalten generell kostenfrei angenommen. Durch die Nutzung dieser Abga­bemöglichkeiten wird ein kostspieliges Bußgeld-

im Westerwald die einzigartige Fangmethode des Fischadlers beobachten könnten." Der Fischadler steht in einer Höhe von bis zu 50 Meter rüttelnd über dem See und visiert seine Beute. Plötzlich stürzt er sich mit angelegten Flügeln in die Tiefe, wobei er bis zu 80 km/h erreichen kann. Kurz vor der Wassetofe^rfläefe^Streckt er seine Hmge vor, e®reift den Fisch pisweilen aA~i unter Wasser und tauchtlmit der Beute wieder auf. '

Der Fischadler ist etwas grö­ßer als ein Bussard. Da die Flügel ein wenig schmaler sind, erinnert sein Flugbild an eine Großmöwe. Die Spannweite beträgt ca. 1,30 - 1,70 m. Seine Oberseite ist einfarbig dunkel­braun, Schwanz hell-dunkel gebändert. Die Rumpfunterseite ist überwiegend weiß mit einem bräunlichen Band über der Brust. Schwingen und Schwanz haben einen weißli­chen Grund mit dunkler Bänderung. Aus der Nähe kann rnan einen dunkelbraunen Augen­streif jjfenhen.,

„In Deutschland «ft es derzeit etwa 400 Brut­paare und es wäräBn echtes Highlight für den Westerwälder Natyschutz, wenn eines davon jährlich zum Brüten an die Westerwälder Seen­platte käme", meint Hahlbrock.

verfahren vermieden und nicht zuletzt ein Beitrag zur Erhaltung unseres Landschaftsbildes geleistet. Der Westerwaldkreis-Abfallwirtschaftsbetrieb (WAB) beginnt mit der Abfuhr von gebündelten Grünabfällen am 13. Oktober, hierzu wird noch­mals separat in der Presse informiert.

Über nähere Einzelheiten informiert der WAB auf seiner Internetseite oder am Beratungstelefon (02602/680 655). Zudem steht die untere Xbfallbehörde bei der Kreisverwaltung für Rück­fragen unter der Rufnummer 02602/124-372 oder -568 zur Verfügung.

Verbundprojekte und Erfahrungsaustausch

LAGs Westerwald und SüdWestAlb vereinbarten Kooperation

das sich die Belebung der alten Dorfkerne zum Ziel gesetzt und bundesweite Beachtung gefun­den hat. „Unsere beiden Gebiete liegen zwar räumlich weit auseinander, doch sind die Pro­blemlagen, das haben wir schon bei der ersten persönlichen Kontaktaufnahme gleich festge­stellt, fast identisch", erläutert Arno Schürg, Geschäftsführer der LAG Westerwald. Zudem seien, so Schürg weiter, Kooperationen laut EU- Ausschreibung ein unbedingtes „Muss".

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf folgen­de Handlungsfelder: Bewältigung des demogra­phischen Wandels in ländlichen Räumen, Bele­bung der Ortskerne, Minimierung des Flächen­verbrauchs, Förderung einer nachhaltigen Innenentwicklung, Einstieg in einen Flächen­kreislauf sowie Dorfmarketingmaßnahmen in beiden Förderregionen. „Unsere schwäbischen LAG-Partner sind in Sachen LEADER noch Anfän­ger, wir dagegen schon etwas weiter und kön­nen unsere Erfahrungen im EU-Antragswirrwarr weitergeben", meint der LAG-Geschäftsführer. Leader (Abkürzung für „Liaison Entre Actions de Developpement de l'Economie Rurale") ist ein Förderprogramm der EU und der jeweiligen Bundesländer. Durch die LEADER-Förderung sol­len innovative Strategien und Projekte in ländli­chen Gebieten unterstützt werden. Hierzu wur­de ein Regionales Entwicklungskonzept, über­schrieben mit dem Motto „Lebenswerter Länd­licher Raum" für das LEADER erarbeitet, das die Grundlage für die Förderung darstellt.

Unter dem Titel "Leben im Westerwald -natür­lich mit Zukunft" hatte sich die Lokale Aktions­gruppe Westerwald (LAG) für die Förderperiode 2007 bis 2013 beworben. Aufgrund des schlüs­sigen Konzeptes wurden zwei Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Das LAG-Gebiet umfasst alle Orte aus sieben Verbandsgemeinden im Westerwaldkreis und in der Verbandsgemeinde Gebhardshain (Kreis Altenkirchen). Mit den zwei Millionen Euro werden nachhaltige Vor­haben zur Förderung wirtschaftender land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, der Teich-und Wasserwirtschaft sowie der Biotoppflege und des Artenschutzes durchgeführt.

Nachhaltige Dorfentwicklung, Ausbau und funktionale Verbesserung von Naherholungs­einrichtungen sowie der Natur-, Kultur- und Wandertourismus sind nur einige Themen, zu denen Anträge der Kommunen gestellt werden können.

Lsi»er

„cjemeinsam gern: es Dessen senweisheit folgend, vereinbarten die beiden LAG-Gebiete Westerwald und SüdWestAlb (Landkreis Tuttlin­gen und Zollernalbkreis) eine enge Zusammenarbeit. LAGs sind Lokale Aktionsgruppen nach der EU- Gemeinschaftsinitiative LEADER. Vor­rangiges Ziel der jetzt im Kreishaus in Montabaur besiegelten Koopera­tion ist der Erfahrungsaustausch und die Durchführung von Verbundpro­jekten bei der Bewältigung des demographischen Wandels in länd­lichen Räumen. Im vergangenen Jahr waren die Schwaben an die LAG Westerwald herangetreten und hat­ten eine Zusammenarbeit der beiden LAG-Gebiete angeregt. Im Internet war man auf das Projekt „Leben im Dorf - leben mitten drin" der VG Wallmerod aufmerksam geworden,

alten Bin-

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im Kreishaus Montabaur. Von links: Markus Münch, LAG-Geschäftsführ SüdWestAlb, Heinz Pflumm, Amtsleiter Kommunalamt d Zollernalbkreises in Vertretung des dortigen Landrates ui Landrat Peter Paul Weinert. Im Hintergrund Gemeindev« treter aus den zukünftig kooperierenden LAG-Gebieten

Brütet der Fischadler bald an der Westerwälder Seenplatte?

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