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Glanzvoller Abschied mit großen Mozart-Stimmen

Hochkarätige Operngala beschließt am 7. September die „Koblenzer Konzerte“

„Mein Gott! Was für eine Stimme? Die ist so großartig, weil man sie nicht einord- nen kann! Weil sie gleichzeitig die Farben eines dramatischen Soprans und die Spitzentöne eines lyrischen besitzt. Hut ab!“ Es mag spektakulärere Kommenta­re über die bulgarische Sopranistin Alexandrina Pendatchanska geben, aber die Begeisterung, die ihre Stimme auslöst, ist vielleicht am besten in dieser sponta­nen Äußerung eines YouTube-Users zu spüren. Am 7. September ist die 1970 in Sofia geborene, aus einer Musikerdynastie stammende Sängerin eine von drei „Großen Mozart-Stimmen“ einer Operngala, die das glanzvolle Finale der vom Freundeskreis der Universität Koblenz über einen Zeitraum von zehn Jahren ver­anstalteten, den Werken Wolfgang Amadeus Mozarts gewidmeten „Koblenzer Kon­zerte“ bildet.

Seitdem die Pendatchanska, die nach einer Ausbildung als Konzertpianistin zum Gesang umschwenkte und von ihrer Mutter Valeria Popova unterrichtet wurde, mit neunzehn als Lucia in Donizettis „Lucia di Lammermoor“ in Bilbao debütier­te, säumen Erfolge ihren Karriereweg. Stationen dieses Weges waren bisher u. a. die Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte”, die Gilda in Verdis „Rigoletto”, die Adalgisa in Bellinis „Norma”, die Elisabetta in Donizettis „Roberto Devereux”, die Partie der Donna Anna im „Don Giovanni“ und der Vitellia in „La clemenza di Tito“ und die Titelpartien in „La Traviata“ und „Luisa Miller“. Dabei sang die Pen­datchanska u. a. an den Opernhäusen von Kapstadt, Monte Carlo, Wien, Ham­burg, Berlin, Frankfurt, Rom, Neapel, Washington und Paris und arbeitete bei­spielsweise mit dem Israel Philharmonie Orchestra, dem Philadelphia Orches­tra, dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, den Solisti Veneti, den Wie­ner Symphonikern und dem Orchestra dell’ Accademia Nazionale di Santa Ce- cilia zusammen.

In Koblenz wird die Sopranistin, begleitet vom Staatsorchester Rheinische Phil­harmonie unter seinem Chefdirigenten Daniel Raiskin, natürlich, Arien und Du­ette aus Mozart-Opern singen, aus „Cosi fan tutte“, „La clemenza di Tito“, „Le Nozze di Figaro“ und „Don Giovanni“, wie ihre Landsfrau, die Mezzopranistin Kre- mena Dilcheva und der estländische Bariton Lauri Vasar.

Auch die Dilcheva begann zunächst als Pianistin, war Preisträgerin von Klavier- Wettbewerben und gab zahlreiche Konzerte. Parallel dazu brillierte sie als Bal­letttänzerin, bevor sie an der Musik-Akademie von Sofia Gesang u. a. bei Julia Wiener studierte. 2000, nachdem sie bereits Bühnenerfolge als Sesto in Mozarts „La clemenza di Tito“ am Pfalztheater Ludwigshafen und als Annio in Sartis „Gui- lio Sabino“ an der Mailänder Scala geerntet hatte, nahm Kremena Dilcheva in München ein zweijähriges Studium in der Meisterklasse der griechischen Mez­zosopranistin Daphne Evangelatos auf. 2002 debütierte sie in Potsdam als Do- rina in Galuppis Oper „La Diavolessa“; im gleichen Jahr wurde sie Mitglied des „Jungen Ensembles“ der Bayerischen Staatsoper in München. 2003 sang sie in einer konzertanten Aufführung mit den Münchner Philharmonikern unter James Levine in Schönbergs „Moses und Aron“. Mit Levine verbindet die Dilcheva eine besonders intensive und fruchtbare Zusammenarbeit, so in Bartöks „Herzog Blau­barts Burg“, wo die Sängerin als Judith und Partnerin von JohnTomlinson frene­tisch gefeiert wurde, und Open Air als Solistin in Mendelssohn Bartholdys „Som­mernachtstraum“.

Mit Violine und Bratsche startete der estnische Bariton Lauri Vasar seine musi­kalische Laufbahn, bevor er 1991 in an der Akademie in Tallinn ein Gesangsstu­dium bei Lilian Sukis, in den 70er Jahren gefeiert u.a.als Gräfin in Mozarts „Noz­ze di Figaro“ in München, aufnahm. Mit ihr wechselte Vasar ans Mozarteum nach Salzburg, wo er in zahlreichen Produktionen des Opernstudios mitwirkte, so als Guglielmo in „Cosi fan tutte“ und Almaviva in „Le Nozze die Figaro“. Ab 2002 sang Vasar an der Oper in Linz u. a. als Papageno, Silvio, Posa, Beicore und Escamil- lo, übernahm Partien in Madrid, Lyon, Hamburg und Neapel und erhielt 2006 die „Eberhard-Wächter-Medaille“ für seine Darbietung in Monteverdis „LOrfeo“ an der Oper in Wien. Höchstes Lob erhielt Vasar im vergangenen Jahr als Gefangener in Luigi Dallapiccolas „II Prigionero“ in Hannover.

Mit solch hochkarätigen Sängerinnen und Sängern, mit einem so renommierten Orchester wie der Rheinischen Philharmonie wird sicherlich auch die Opernga­la am Sonntag, 7. September, 17 Uhr in der Rhein-Mosel-Halle zu einem musi­kalischen Ereignis der Extraklasse. Wer daran teilhaben möchte: Karten gibt es bei der Koblenz Touristik, www.koblenzticket.de, Hotline 0261 / 303-88-49 bei allen RZ-Ticketshops und über den Freundeskreis der Universität in Koblenz e.V., Telefon 0261/398-222, Fax-994, E-Mailfreundeskreis@hwk-koblenz.de. Der Reinerlös des Konzerts kommt der Hilfe für die Gehörlosenschule in Plovdiv zu­gute, ein Projekt des Rotary Clubs Koblenz und des Rotary Länderausschusses Deutschland-Bulgarien.

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