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Wochenblatt VG Montabaur
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Als Referent hatte Schaaf mit Dr. Thomas Bellut den Programmdirektor des ZDF gewinnen können und dabei auch einen kleinen Heimvorteil ausgespielt. Denn der Bruder des Journalisten, Dr. Klaus Bellut aus Montabaur, ist der Hausarzt von Schaaf. „Mein Doktor hat sicherlich ein wenig nachgeholfen, damit wir einen so prominenten Referenten in Montabaur präsentieren konnten.“ Und der Medienprofi spielte den Ball flugs zurück. „Machen sie aber bitte nicht meinen Bruder für das verantwortlich, was ich hier heute Abend erzähle“, sagte Thomas Bellut.
Der erfahrene Politikjournalist hatte neben einem interessanten Blick hinter die Kulissen der Medienwelt auch ein Lob für die Kreisstadt des Westerwaldes parat. „Es ist beeindruckend zu sehen, was hier in Montabaur in den vergangenen Jahren alles passiert ist.“
Worte, die bei den Unternehmern, aber auch bei Schaaf gut ankamen. Zumal der Bürgermeister - die Dramaturgie des Abends hätte kaum besser sein können - in seinen einleitenden Worten die gute Nachricht aus Mainz verkünden konnte, dass das Innenministerium dem Bau des Fac- tory Outlet Centers zugestimmt hatte (die WZ berichtete). Für die Verbandsgemeinde ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung des ICE- Parks rund um den Bahnhof.
Im Anschluss an den Vortrag des Medienprofis Bellut und die Ausführungen Schaafs zum ICE-Park kamen die Unternehmen aus der VG ins Gespräch. Im angenehmen Ambiente des Kinos, musikalisch begleitet von der Band „Blue Noise Jazztett“ des Landesmusikgymnasiums Montabaur, pflegten die Geschäftsleute den Dialog untereinander und mit der Verwaltung. „Ich kann solche Gespräche vielen Kommunen empfehlen“, sagte Frank Sander, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Westerwald. „Hier treffe ich viele Unternehmen aus unserer Kundschaft, die ich sonst nur vom Papier her kenne.“ Und Rainer Raabe, Geschäftsführer der Firma Itex Gaebler, unterstrich: „Die Unternehmergespräche sind sehr gut für die Region. Hier kommt man auch ins Gespräch mit Unternehmern, die man noch nicht kannte. Solche Unterhaltungen sind wichtig.“ Bürgermeister Schaaf freute sich derweil über das „stabile Beziehungsgeflecht“ in seiner Verbandsgemeinde und unterstrich: „Unternehmen, die gut über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sprechen, sind für uns besser als jede Hochglanzbroschüre.“
Aus Nähkästchen der Politik geplaudert
Dr. Thomas Bellut gab einen interessanten Einblick in die Welt von Merkel, Schröder und Co.
Mit Ende 30 führte er mit feuchten Händen sein erstes großes Interview mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, später leitete er das Ressort. Innenpolitik in der ZDF-Hauptredaktion, moderierte das Politbarometer und die Sendung „Was nun...?“. Seit 2002 ist Dr. Thomas Bellut (51), dessen Bruder, Dr. Klaus Bellut, eine Arztpraxis in Montabaur betreibt, Programmdirektor des ZDF. Im Rahmen des Unternehmergespräches in Montabaur referierte Bellut zum Thema „Hintergründiges aus der Politik - Warum fällt das Reformieren in Deutschland so schwer?“ und gab einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der großen Politik.
In 20 Jahren politischer Berichterstattung hat Bellut so manctei gestaunt, was Politiker abseits der Kameras von sich geben. AlJ Geschichten über den Medienkanzler Gerhard Schröder würden«! ganzes Buch füllen. „Der sagte einst über seinen UmweltministerJä Trittin, dass der gut für das Kabinett sei, weil er die Linke beruhige“] nert sich Bellut. „Und Schröder fuhr fort: Wenn man dem« alle drei fl te vor den Schädel schlägt, dann läuft der auch wieder rund. Danifl klar, Schröder brauchte Trittin, und er hat ihn benutzt.“
Über die jetzige Kanzlerin Angela Merkel kann Bellut dagegen keinelf doten erzählen. „Es gibt schlichtweg keine. Angela Merkel ist imn lig kontrolliert, wirkt jedoch überzeugender hinter der Kamera. Ii views kann sie Inhalte oft nicht so gut vermitteln. Wer Angela k jedoch unterschätzt, macht einen Fehler“, sagt Bellut, der sich Sichel „Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck ist für dieZuii die denkbar größte Gefahr für Angela Merkel“. Altbundeskanzler Kohl bezeichnet Bellut als einen knallharten Pol der gnadenlos verhandeln konnte. Gerhard Schröder verglich derJo nalist mit einem Krokodil: „Schröder lag immer ruhig im Wasserundil tete auf ein interessantes Thema, um dann zuzuschnappen“. Amid beeindruckt hat Bellut jedoch das Interview mit Papst BenediktXVll August. „Der Papst war total entspannt und furchtlos. Aber er mussj auch nicht wiedergewählt werden. Allerdings ist nach diesem I auch eine Menge Neid über mich hereingebrochen“.
Tom Neumann
Westerwälder Zeitung vom 10.11.2006, S$|
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Märchen aus aller Welt
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DFG, Tel' 0260P/Qn«lc C / he Marche nwelt ist frei. Nähere Info «J, 0 2602/l26l86 0 h-nH 585 [ ab 20 Uhr ) oder Stadtbücherei Monte^j 106 (zu den ubhehen Öffnungszeiten).

