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Montabaur
Nr. 46/2006
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Trauertag - Frieden erhalten und Eintracht pflegen
Gedanken zum Volkstrauertag 2006
I^Der Irak-Krieg habe bisher etwa sechzigtausend Opfer gefordert, erklärte die eine Seite; die andere sprach von einem Mehrfachen. Die beiden Aussagen anhaftende Gefühlskälte über verlorene Menschenleben, zerstörtes ■Lebensglück und - stattdessen - über unauslöschliches Leid für die Hinterbliebenen, macht zornig; denn [menschliches Kriegselend, das ja immer auf ganz persönlicher Ebene gelitten wird, entzieht sich jeder Schätzung und ist nicht in Zahlen zu fassen.
Wer die letzten Überlebenden „unseres Krieges um ihren Seelenzustand befragt, wird nach mehr als sechzig Jahren seit dem Ende des Krieges in Europa erfahren, dass dessen Folgen bis heute in die Gemüter der Betroffenen noch tief eingegraben sind. Noch immer schleppen, nun ergraute Frauen, die einst der Soldatentod ihres Mannes in Leid und Verzweiflung stürzte, ihr Alleinsein mit sich; ist bei Vertriebenen die Erinnerung an die verlorene Heimat ungebrochen lebendig; haben Ausgebombte das schneidende Heulen nächtlicher Sirenen und das Heranpfeifen der Bomben im Ohr; können Juden als Nachfahren ihrer in Konzentrationslagern Ermordeten die Ungeheuerlichkeit dieser Verbrechen nicht aus den Gedanken verbannen; werden ehemalige Frontsoldaten den erlebten Gefechtslärm, den Schrei der Verwundeten, den Verlust des Kameraden nicht los. Nicht sechzigtausend, - hunderttausende Tode wurden gestorben, Leid in gleichem Maße durchlitten in Nah- ! und Femost, in Afrika, auf dem Balkan und - in unseren Tagen - durch blutigen Terror in vielen Teilen des Erdballs. äi- ..
Besinnung tut not! Nehmen wir, die doch in einer vernünftigen Ordnung Lebenden, den Volkstrauertag zum Anlass, darüber nachzudenken, was wir zum Frieden in unserer geschundenen Welt beitragen können. Nichts sollte uns davon abhalten, auch jene unbeteiligten und unschuldigen Menschen in allen Teilen des Erdballs in unser Gedenken einzubeziehen, deren Leben tagtäglich zerstört wird. Es gilt, untereinander Frieden zu halten und Eintracht zu leben. Das ist die Mahnung dieses Tages im Jahre 2006.
Josef Otto Schneider
Einladung zur Gedenkstunde am Volkstrauertag 2006
Der Volkstrauertag ist einer unserer stillen Feiertage, ein Tag des Innehaltens und der Einkehr:
Wir gedenken der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft.
Am Volkstrauertag bekennen wir uns ausdrücklich zur Solidarität der Menschen, die durch Kriege, Bürgerkriege oder durch Menschenrechtsverletzungen, ums Leben gekommen sind. Die Erinnerung an das Leid für die Menschen weckt die Sehnsucht nach Versöhnung und Frieden. Darin liegt neben dem Gedenken an die Toten die stets aktuelle Bedeutung des Volkstrauertages. Wer über einen Soldatenfriedhof geht, der begreift, dass nichts wichtiger ist als das friedliche Zusammenleben der Menschen.
Im Namen der Stadt Montabaur und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. laden wir alle Bürgerinnen und Bürger, besonders die heranwachsende Generation, zur Gedenkstunde am Sonntag, den 19. November 2006 um 17.30 Uhr auf den „Ehrenhain Westerwald 1939/45", Friedhof der Stadt Montabaur, m der Friedensstraße, ein.
bie Kranzniederlegung erfolgt im Auftrag der Landesregierung. Die Ansprache wird gehalten durch den F^drat des Westerwaldkreises, Herrn Peter Paul Weinert. An den Feierlichkeiten wirken mit: Musikverein 1961 Horressen e. V, Folklore-Chor Montabaur, Schüler und Schülerinnen des Landesmusikgymnasium Montabaur, Vertreter der Kirchengemeinden Montabaur, Abordnung und Ehrenwache des Nachschubbatail- lons 462 Diez (Patenschaftsabordnung der Soldaten der ehern. Westerwaldkaseme Montabaur) sowie Abordnungen der Freiw. Feuerwehr und Schützengesellschaft Sankt Sebastianus 1588/1947 e. V. Montabaur.
Klaus Mies Stadtbürgermeister
Dieter Kanz Beauftragter

