Freude am
echt salzglasierten
Steinzeug
Wie entsteht die echte Salzglasur? Salzglasur ist eine seit Jahrhunderten bekannte und bewährte Glasur.
Die Besonderheit besteht darin, daß am Ende des Brennvorganges im offenen Feuer bei Temperaturen zwischen 1200 und 1300° Kochsalz in die Öfen gegeben wird. Hier bildet sich in einem chemischen und keramischen Prozeß die Salzglasur.
Das .Salzen“ erfolgt erst dann, wenn sich der Scherben infolge der hohen Temperatur zu Steinzeug verdichtet hat, d. h., die verschiedenen Rohstoffe sind eng miteinander verschmolzen.
In dem chemischen Prozeß, den der Salzvorgang auslöst, reagieren das Natrium im Kochsalz und die Masse derart, daß sich auf der Oberfläche die Salzglasur bildet. Diese ist untrennbar mit dem Scherben verbunden.
Der Salzbrand ist heut noch so schwierig und so aufwendig wie vor vielen 100 Jahren. Die Kosten in der Herstellung sind extrem hoch und die Brandausfallquote ist wesentlich höher als bei den meisten keramischen Erzeugnissen.
Welcher Vorteil hat salzglasiertes Steinzeug? Das salzglasierte Steinzeug ist auf Grund der hohen Brenntemperatur und der alten Technik ein Scherben von besonderer Härte und Festigkeit. Salzglasiertes Steinzeug ist erheblich widerstandsfähiger als viele andere feinkeramische Erzeugnisse. Durch die untrennbare Verbindung von Form und Glasur kann es nicht zum Abspringen der Glasur kommen. Es ist unbegrenzt haltbar und vor allen Dingen spülmaschinenfest.
M. Girmscheid, 541 Höhr-Grenzhausen, Postfach 41, Telefon 02624/7182
Information
Das salzglasierte Steinzeug ist absolut bleifrei. Daher für den täglichen Gebrauch besonders gut geeignet. Da salzglasiertes Steinzeug in seiner Art zeitlos ist, haben modische Vorgänge sehr wenig Einfluß. Jedes einzelne Stück ist durch den Brand im offenen Feuer und die Salzglasur ein individuelles, handwerklich wertvolles Erzeugnis, daß sich von der Massenware abhebt und auch anspruchsvollen Wünschen entspricht.
Viele Hersteller von Keramikerzeugnissen versuchen den erhöhten Aufwand für Salzglasur und das damit verbundene Risiko zu umgehen, indem sie diese anerkannte und althergebrachte Glasur .nachahmen“. Es werden oft sogar für imitierte Erzeugnisse die Qualitätsbezeichnung Salzglasur benutzt. Inzwischen ist gerichtlich dokumentiert, daß dies ein Verstoß gegen die Grundsätze des lauteren Wettbewerbs ist.
Käufer des echten salzglasierten Steinzeugs sollten deshalb beim Kauf auf die Warenzeichen und die Deklaration achten.
REDTECHNIK ODER RADMACHEN
- eine Ritztechnik zur Dekoration von Steinzeug, die zuerst im Westerwald in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelt worden ist. Sie war im 18. Jahrhundert allgemein verbreitet und wurde auch von den Töpfern in Hessen, Sachsen und Schlesien übernommen. Mit den sogenannten „Redhölzern“ aus Bambus haben die Töpfer Umrisse und Binnenzeichnung von Ornamenten und Figuren in den lederharten Tonkörper eingeritzt, die sowohl die Dekoration ergaben als auch gleichzeitig das Verfließen der mit Schmälte ausgemalten Figuren hemmten. Im ausgehenden 17. Jahrhundert wurden jedoch zuerst mehrere parallele Linien mit der Gabel oder dem Kamm so eingeritzt, daß sie als Ranken einzelne aufgelegte Blütenmotive miteinander verbinden.

