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El» BESUCH LOHNT SICH - IM LANDSCHAFTSMUSEUM WESTERWALD

Hachenburg. Am 20. September dieses Jahres wurde das Landschaftsmuseum Westerwald in Anwesenheit des Kultusministers Dr. B. Vogel einge­weiht. Die Stadt Hachenburg stellte das ehemalige Stichtersche Forsthaus im Burggarten zur Verfügung. Vorausgegangen waren hitzige Diskussionen wegen des Standortes. Die Kreisstadt Montabaur, der Kreis Altenkirchen und nicht zuletzt die Stadt Hadamar meldeten Ansprüche an. In langwieri­gen Gesprächen einigten sich, nicht zuletzt dank der Initiative des Landrates Dr. Heinen (Westerwaldkreis) und gleichzeitig Vorsitzender des Wester­waldvereins, die Interessenten, das Landschaftsmuseum in Hachenburg, dem zentralen Ort im Kerngebiet des Westerwaldes , zu etablieren.

Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg (Burggarten)

Nachdem nun endgültig die Weichen gestellt wa­ren, übernahm der Westerwaldverein die TrägG.- schaft, weil er die geografische Landschaft We­sterwald wirklich repräsentiert. Ohne finanzielle Hilfe wäre es dem Verein allerdings nicht möglich gewesen, der Aufgabe gerecht zu werden. Im In­teresse des Westerwaldes, seiner geschichtlichen und kulturellen Substanz, engagierten sich finan­ziell der Westerwaldkreis, der Landkreis Altenkir­chen und der Dillkreis. Die Stadt Hachenburg stellte mit dem ehern. Stichterschen Forsthaus dem Museum ein reizvolles Domizil zur Verfü­gung. Landrat Dr. Heinen wünscht für die Zu­kunft des Landschaftsmuseums Westerwald,daß es gelingen möge, diese Einrichtung zu einem le­bendigen Zentrum der Begegnung mit den Men­schen und der Landschaft des Westerwaldes zu gestalten.

Die kulturelle Szene des Westerwaldes ist durch das Landschaftsmuseum belebt worden. Diese Einrichtung stellt keine Konservierungsstätte über die Zeit geretteter Gegenstände dar.

Die Beschäftigung mit der Geschichte, Struktur, Wirtschaft und Bevölkerung des heimischen Rau-

- mes gehört auch heute noch zu den wesentlichen

Bildungsaufgaben ; ohne nähere Kenntnis der hei­mischen Verhältnisse wird es dem Bürger nicht möglich sein, fundiert über größere Zusammenhänge zu urteilen. Das Museum wird nicht nur vergan­genheitsorientiert arbeiten. Es soll sich vielmehr mit dem Erkennen und Bewahren der Geschichte des Westerwaldes und dem Selbstverständnis sei­ner Menschen befassen. In die Arbeit des Museums werden auch landschaftsbezogene und gesellschaftliche Gegebenheiten unserer Tage einbezogen. Daß sich die Arbeit nicht nur auf Ausstellungen und Darstellungen beschränkt, sondern auch Möglichkeiten der Gewinnung neuer Erkenntnisse und ihrer Weitergabe mit modernen Mitteln umschließt, dürfte selbstverständlich sein. So sieht Landrat Dr. Heinen die Aufgabe des Landschaftsmuseums Westerwald I

Museumsleiter Karl Kessler unterstreicht das Hauptziel dieser Einrichtung in der Förderung des kulturellen Lebens als Bildungs- und Be­gegnungsstätte. "Das Landschaftsmuseum We­sterwald hat die grundsätzliche Aufgabe, alle wesentlichen und für den Westerwald typi­schen Dokumente historischer, kunstgeschicht­licher, volkskundlicher .technischer und na­turkundlicher Art zu sammeln und zu erhal­ten." Das Museum soll im Westerwald eine von Leben erfüllte Bildungseinrichtung werden und den Besucher aktiv mit in das Museumsge­schehen eingliedern.

Es ist geplant, in unmittelbarer Nähe des Mu­seums ein Westerwälder Bauernhaus mit Stall und Scheune originalgerecht aufzubauen.

Schon jetzt sind die Räumlichkeiten im ehema­ligen Forsthaus zu kleiri*. Bei einem Besuch des Landschaftsmuseums konnte man sich von der sinnvollen Gliederung des Sammelgutes überzeugen.

Die Heimatmuseen Montabaur, Hachenburg

und Altenkirchen haben ihre "Schätze" in --'

Hachenburg eingebracht. Auch die Sammlung

des Verklehrsvereins Bad Marienberg findet sich dort, nicht zu vergessen Höhr-Grenzhausen und zahlreiche Privatpersonen, die Leihgaben zur Verfü­gung stellten.

In der Schrift zur Eröffnung stand zu lesen : "Wie in einem Mosaik ergeben die vielen Einzelteile - glänzende und unauffällige , farbige und blasse, alle für eine wahrhaftige Schilderung unentbehrlich, das Bild unserer westerwälder Heimat und Geschichte."

Welchen Anklang die Einrichtung des Museums in der Bevölkerung findet, beweisen die Besucherzahlen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in­teressierte Bürger, Schüler und Heimatkundler dem Museum ihren Besuch abstatten. Mit dieser Einrichtung einer zentralen Kommunikationsstätte, gegründet auf dem Zeugnis der westerwälder Vergangenheit und Geschichte, wurde die Stadt Hachenburg im Kerngebiet des Westerwaldes zu einem Mittelpunkt für alle, die ihre westerwälder Heimat lieben.

mm THUT ST

Haustürbalken, Hoher Westerwald, 1615

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