SOS FÜR EUROPAS VOGELWELT - Kampf gegen den "Stummen Frühling" ein Wettlauf mit der Zeit jBjoNTAB
Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle ... ? '
Wem will schon unser bekanntestes Frühlingslied heute noch frohen Herzens und in Maienstimmung gelingen ? Der Gedanke an die bittere Gewißheit, daß gerade jetzt das grausame Vogelmassaker jenseits der Alpen mit nie dagewesener Heftigkeit wieder im Gange ist, läßt uns schweigen. Und wer gut hinzuhorchen vermag, dem wird es nicht verborgen bleiben, daß es mancherorts bereits leiser geworden ist und man hier und da eine Stimme vermißt im frühmorgendlichen Vogelchor. Wird das Lied bald ganz verstummen ?
5 Millionen italienische Jagdgewehre, 400.000 gespannte Vogelnetze, ungezählte Rosshaarschlingen, Schlageisen, Berge von Vogelleim u. a. Hinterhalte werden auch in diesem Jahr wieder dafür sorgen, daß 300 Millionen Vögel darunter mehr als 100 Millionen kleine Singvögel, in der Hauptsache Zugvögel aus Mittel-, Nord- und Osteuropa, erbarmungslos ein klägliches Ende bereitet wird. Mit immer raffinierteren Methoden rückt man den kleinen Sängern zu Leibe. Wenn die Vogelzüge, aus Afrika kommend, nach Überquerung des Mittelmeeres erschöpft den italienischen Küsten zustreben, werden sie von einem ständig größer werdenden Heer schießwütiger und jagdlustiger Flintenträger erwartet und in einem einzigen Sperrfeuer, welches in diesen Wochen das ganze Stiefelland durchzieht, grausam zerschossen. Nur 3 Tage nach Beginn dieses blutigen Gemetzels, so sagen selbst Italiener, zieht dort in Feld und Landschaft bereits das große Schweigen ein.
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Beute eines Vormittags (gebündelte Singvögel)
Hunderttausende der in Netzen gefangenen Vögel werden in geradezu sadistischer Manier zu sogenannten “zrmbelli“ d. h. Lockvögeln ‘‘umfunktioniert“, d. h. man bricht ihnen die Füßchen, blendet sie unter unsäglichen Schmerzen, indem man ihnen mit glühenden Klingen die Augäpfel verschmort, rupft sie zwecks Erzielung einer künstlichen Mauser und läßt sie in dunklen, feucht-kalten Kellern ein trostloses Dasein fristen, damit sie in der nächsten “Saison“, nach Monaten qualvoller Gefangenschaft - wenn sie überleben - durch ihr Klagelied die auf dem Zug befindlichen Artgenossen anlocken und dadurch ihren Peinigern noch hohe Gewinne einbringen. Da nur die stimmbegabten Männchen als “Lockvögel“ verwendbar sind, werden vornehmlich sie der qualvollen Prozedur unterzogen. Die dazu unerläßliche Geschlechtsbestimmung bereitet bei manchen Vogelarten, so z. B. bei Singdrosseln selbst erfahrenen Vogeljägern Schwierigkeiten. Diese umgeht man dann dadurch, daß man den lebenden Vögeln kurzerhand mit einer scharfen Klinge den Bauch aufschlitzt, um die inneren Drüsen in Augenschein zu nehmen. Handelt es sich um einen männlichen Vogel, wird der Schnitt notdürftig mit Naden und Faden wieder zusammengenäht, während man die weiblichen Vögel vielfach auf dem Müllhaufen verenden läßt
Die Büanz des verheerenden Vogelmassakers ist katastrophal
Schon wenige Beispiele beweisen es : Nur jede 6. Schwalbe kehrt heute noch zu uns zurück. 19 Arten unserer heimischen Vögel sind bereits gänzlich ausgerottet Experten bezeichnen den Bestand praktisch aller existierenden europäischen Vogel
arten schon jetzt als ernstlich bedroht Manche Arten, beispidJ weise der Neuntöter zeigen Rückgänge von über 90 %. Der Gail tenrotschwanz wurde um 68 % reduziert, der Sumpfrohrsängt,j um 64 %, die Singdrossel um 24 %. Seit 8 Jahren schon könnet die jährlichen Vogelverluste durch Nachbrut oder Schutzmafi. nahmen in Nordeuropa nicht mehr ausgeglichen werden. D a gänzliche Aussterben weiterer Arten scheint unabwendbar.
Umweltfachleute, Tierschutzorganisationen und auch Politik ker vieler Länder sind über diese Situation ernstlich besorgt, denn die aus der totalen Vernichtung der Vogelwelt erwachst* den ökologischen Konsequenzen sind nicht abzusehen. Wenn die 300 Millionen Vögel, die durch das Massaker in Italien jährlich der Umwelt entzogen werden, auch nur einen einzigen Monat bei uns weilen könnten, würden sie in diesem Zeitraum mindestens 45 Millionen kg Schadinsekten vertilgen.
Nicht Schutz, sondern Ausrottung ist so des Menschen “Dank“ an seine wichtigsten, ihm unersetzliche Dienste leisten-! den Helfer und Umweltreiniger in Feld und Wald, Garten und Landschaft. Doch bleibt dieser Frevel nicht ungerächt,
Ohne Vögel kann auch der Mensch nicht überleben. Die ein- [ zige Alternative, die dann bleibt, wird die sein, am Hunger odtij am Gift zu sterben, wenn Trillionen nicht umzubringender Insekten Ernten und Wälder vernichten.
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Nachdem auch der Ende letzten Jahres von Italien in Aua sicht gestellte und Besserung verheißender Entwurf eines neuen Jagdgesetzes sich als völlig leeres Versprechen erwies - übrigem der 15. Fehlschlag dieser Art inzwischen -, wurden wiedereinmal alle Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Vogelmordes von] der empörten Weltöffentlichkeit begraben.
Ein von 69 internationalen Organisationen, darunter auch da deutsche “KOMITEE GEGEN DEN VOGELMORD e. V.“, Hamburg, mit mehr als 7 Millionen Mitgliedern Unterzeichnete! Manifest gegen die jährliche Vernichtung von mehr als 300 Millionen europäischer Zugvögel in Italien, wurde im März d. J, der italienischen Regierung und dem italienischen Parlament i überreicht In diesem Zugvogel-Manifest fordern die Unterzeichneten Organisationen den unverzüglichen Erlaß eines Gesetzes zum Verbot des Fanges aller freilebenden Vögel, der Ein- und Ausfuhr von Vögeln, der berüchtigten Hüttenjagd und der Verwendung lebender Lockvögel bei der Jagd wie vor allem auch ei ne wirksame Überwachung dieser Verbote.
Man ist sich darüber klar, daß der Kampf um den Erhalt der noch verbliebenen Vogelarten zu einem Wettlauf mit der Zeit geworden ist. So schallt das SOS für Europas Vögel heute eindringlicher denn je. Die totale Ausrottung abwenden zu helfen,! sollte daher jedem verantwortungsbewußten Bürger Aufgabe un( Verpflichtung werdea In dieser Erkenntnis hat das deutsche “KOMITEE GEGEN DEN VOGELMORD e. V.“ im Rahmeni einer bundesweiten Protest- und Boykottaktion die Bevölkeruni zur Mithilfe im Kampf gegen den gefürchteten “stummen Frühj ling“ aufgerufen.
Verantwortungsbewußter Verzicht aüf Italienreisen und eine Absage an italienische Verbraüchgüter s ollen den EG-Partner
Italien endlich dazu veranlassen, den Vogelmord unverzüglich beenden, damit ein absehbarer völliger Zusammenbruch des öko logischen Systems , des Gleichgewichts im Naturhaushalt abge-l wendet wird. Gleichzeitige Appelle an deutsche Regierungsstel-i len fordern ein baldiges konsequentes Einschreiten an Stelle® 1 mer neuer Finanzhilfen und Milliardenkredite an den EG-Part® Italien. Wahre Partnerschaft sollte Italien erst dann erwarten, wenn es endlich durch den Erlaß strenger Schutzgesetzes dem Vogelmord ein Ende setzt und damit die Avifauna als europäisches lebensnotwendiges Gemeingut achtet
Kostenloses Informationsmaterial und Protestkarten crhaJtei alle, die helfen wollen, auf Anforderung beim “KOMITEE GEN DEN VOGELMORD e. V.“, 1000 Berlin 51, Postfach 510212 oder 2000 Hamburg 36, Neuer Wall 26. Spendenkonto “Vogelmord“ Postscheckkonto Berlin-West Nr. 740-105
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