Ausgabe 
8.6.1973
Seite
2203
 
Einzelbild herunterladen

KXrtntflkg if m Q m

- 1 iTiWttvtnns v

Im Schutz der Montabaurer Höhe im Westen und von i gedehnten Bergzügen im Süden und Osten hat sich Monta- ! baut in einer flachen Senke an seiner alten Durchgangs­straße entfaltet. Auf hohem Berggrat liegt über ihm die Baugruppe des früher kurtrierischen Schlosses. Weit ist von ihm der Auslug auf die bewaldeten Höhen, über die industriereichen Orte des unteren Westerwaldes, hin über die so stark in Anspruch genommene Autobahn Köln- Frankfurt mit deren vielfältigen Kreuzungen und Drei­ecken, Drunten, im Schutz des Schlosses, kuschelt sich das alte Mons Tabor mit seiner Altstadt. Leicht noch 1 kann man seinem mittelalterlichen Kern nachspüren in den alten Marktplätzen, den Gassen mit den hochragenden Fach werkbauten mit geschweiften Giebeln oder mit Zwerg- häusem und Erkern in dem Bering der Stadt befestigung des 13. und frühen 14. Jahrhunderts, in ihrer Zuneigung zu der uralten Kirche. Von hier aus griff Montabaur, vor j allem in den letzten Jahrzehnten, weiter aus, die anlie­genden Bezirke und Ortschaften im Umlandbereich in den Stadtbezirk einschließend. Der ununterbrochene Verkehrs- , ström öffnete Montabaur stetig auch dem Geschehen in 1 der großen Welt.

Schon an der Straße der Merowinger lag Montabaur, da­mals noch Humbach, als Etappenstation. Sie wurde als Burg Stützpunkt der Konradiner. Burg (castellum) und Ort (suburbium) Humbach/Montabaur wurden 959 zuerst urkundlich erwähnt. Das Erzstift Trier besaß schon um looo den ausgedehnten Königsforst Spurkenberg mit seinen Außengrenzen bis an Rhein und Lahn. Humbach war dessen Hauptort, der Kirchort und der Pfarrsitz eines ausgedehn­ten Sprengels, Mittelpunkt einer großen trierischen Grund­herrschaft. Der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied nann­te nach seiner Heimkehr von seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land 1223/24 seine neue Burg an^der Stelle der alten Burg Humbach nach dem Berg Tabor um inmons tabor". Diese seine Grenzfeste und der Vorposten gegen Nachbarn und die Siedlung neben und unterhalb der Burg wurden im 13. Jahrhundert weiter ausgebaut. Heute zeigt sich das Montabaurer Hauptschloß als eine charakteristische vierflügelige Renaissanceanlage mit quadratischem Binnen­hof aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, in die ältere Bauteile und Mauern einbezogen sind. Unter dem Trierer Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck (1676 - 1711) wurde das Erscheinungsbild des Schlosses durch Rundtürme, Portale und Treppenbauten weitgehend barockisiert.

Schon das Montabaurer Stadtsiegel vom Ende des 13. Jahr­hunderts zeigt eine Architektur mit Mauern und Türmen. Rudolf von Habsburg verlieh 1291 Montabaur als dem er­sten Ort im Westerwald Stadtrechte. - Die St. Peterskir­che, die Mutterkirche der meisten Kirchen im vorderen Westerwald, wurde um 93o in Holz, um 959 in Stein neu- aufgeführt. Heute enthält sie in ihrem Kem eine drei- schiffige, spätromanische Pfeilerbasilika aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, die seit Beginn des 14. Jahr­hunderts als Pseudobasilika mit einem zusätzlichen zweiten südlichen Seitenschiff um- und ausgestaltet wurde.

Bereits um 13oo zeigte Montabaur ein ausgeprägtes städti­sches Leben. Seit dem Neubau der Burg um 123o gab es ein Schöffengericht, das schon 13oo mit dem großen Stadt­siegel siegelte. 1335 bereits war ein Kellner als Finanzbe­amter des Erzstifts für den Amtsberereich Montabaur tätig. Um 1359 ist ein Bürgermeister nachweisbar. Ein Markt ist 1387 zuerst urkundlich bezeugt. Montabaurer Maß galt seit 1354. Montabaurer Währung wird ab 1337 genannt.

Unter den zahlreichen, teilweise stark besetzten Zünften Montabaurs zeichnete sich die der Tuchmacher und Woll- weber aus, der Tuchmeister, die wollene Wintertuche her­stellten. Ihr Tuch wurde zu hohen Preisen in Frankfurt, in Au^burg und auf vielen anderen Märkten gehandelt. So genossen "gewand und koufmannschaft" von Montabaur

seit 1356 mit fremden und eigenen Erzeugnissen unter dem Schutz weitreichender kaiserlicher Privilegien besonderen Geleitschutz und Zollfreiheit. Aus der Reihe der heimi­schen Handwerker ragten auch Münzer, Goldschmiede, Glockenbauer, ftrunnenbauer, Maler, Steinmetze und nicht zum wenigsten Töpfer heraus. Die lassen die Vielfalt von Handwerk und Kunstfertigkeit im mittelalterlichen Monta­baur erkennen.

Schulen sind in der heutigen Schulmetropole des Wester- waldes seit dem 14. Jahrhundert spürbar. Die ungewöhnlich große Zahl von Studenten aus dem Montabaur dieser Zeit zeugt von einem geordneten und guten Schulwesen, bezeugt ein pulsierenden geistiges Leben der Stadt.

Zwei örandkatastrophen 1491 und 1534 verheerten die Stadt. Sie legten jeweils das ganze Montabaur in Schutt und Asche. Durch sie wurde das Bild der mittelalterlichen Stadt zerstört. Für den Wiederaufbau mußten die alten Wehi bauten und die Grundrisse der Häuser und Höfe einen äuße­ren Rahmen hergeben.

Montabaur, bürgerliche Stadtsiedlung, Nebenresidenz und die letzte Residenz des weiträumigen Erzstiftes Trier er­freute sich stets der wohlwollenden Regierung vonseiten der Trierer Landesherren. War es ursprünglich der Haupt­ort der großen, bis an den Rhein und an die Lahn reichen­den Grundherrschaft, so sank es seit 18o2 unter Nassau in die Bedeutungslosigkeit eines Amtssitzes. Auch nach der Annexion Nassaus durch Preußen 1866 wurde Montabaur zwar wieder Kreisstadt, als aber nach dem zweiten Welt­krieg mehrere Kreise zum Land Rheinland-Pfalz fielen, wurde es der Sitz einer Bezirksregierung des Landes. Montabaur zeigt sich seit dem zweiten Weltkrieg in einer nie gekannten, kaum erahnten wirtschaftlichen Entwicklung Weit greift es seitdem in seinen früheren Umlandbereich hinein. Es wurde noch stärker, als es dies schon war, Tor zum Westerwald und von diesem zum Mittelrheingebiet. Immer wieder fasziniert sein so oft bewundertes und oft geneidetes Stadtbild mit dem ehemaligen Residenzschloß der Trierer Kurfürst-Erzbischöfe und der alten Pfarrkir­che, mit seinen Straßenzügen im mittelalterlichen Stadt- bering. Man kann bei so viel Kultur und Schönheit seinen Heimatdichter schon gut verstehen:

"Dau kanns dich omdon iwwerall, wu dau su wie 11s, et gett ein Mondebauer nur.

Walter Kalb

TC "Schwarz Weiß" Montabaur

TC Montabaur I - TC Kirchen II 8 : 1

Die Tenniscracks der I. Mannschaft bestritten am ver­gangenen Sonntag auf der hiesigen Anlage ihr letztes Pflichtspiel innerhalb der Medenrunde; dabei konnte der dritte Sieg, demgegenüber stehen zwei Niederlagen, ge­feiert werden. Ergebnisse EINZEL:

G. König - Schell 6 : 3, 6 : 4 Tschirner - Liebe 6 : 1, 7:5 Nordhoff - Häuter 6 : 2, 6 : 2 Chr. Roth - Hintze sen. 6: ' 3 : 6 Rv. Bergh - Latsch .6 : 4, 6 : 1 Schardt - Hintze jun. 6:3, 6:3

DOPPEL: König/Nordhoff - Schell/Hintze jun. 6:2, 6:4 Tschirner/H.v. Bergh - Liebe/Hintze sen. 6 :4, 6 : 0 Chr. Roth/ R. v. Bergh - Hauter/Latsch 6:1, 6:4.

Nach dieser empfinglichen Niederlage stehen die Gäste als Absteiger fest. Ein spezifizierter Rabelienspiegel folgt in einer der nächsten Ausgaben.

TC Höhr-Grenzhausen III - TC Montabaur II 9:0

Die in dieser Saison von den Kreisstädtern erstmals gemeL dete 2. Mannschaft konnte bei den schon seit mehreren Jahren an Wettspielen teilnehmenden "Kannenbäckem"nur lernen, was in den zum Teil klaren Ergebnissen zum Aus­druck kommt.