Ausgabe 
1.6.1973
Seite
2192
 
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Der MINI-KRIMI des Monats

Die Jagd nach Johnny Geest

Text: Wolfgang Ecke Zeichnungen: S. Schäfer-Rüdinger

Fieberhaft suchte die Polizei von Stock­holm nach Johnny Geest. Dem Mann, der in Verdacht stand, am späten Abend des Freitags in das Haus des Juweliers Gösta Oesgard eingebrochen zu sein, die dort gerade allein anwesende Ehe­frau Oesgards mit Chloroform betäubt, und das gesamte Bargeld sowie sämtli­chen vorhandenen Schmuck geraubt zu haben.

Der ganze Überfall trug so deutlich die Handschrift Johnny Geest's, daß es für den alten Fuchs Eeno Nilsson, Kom­missar und Chef des Raubdezernats, keine Sekunde des Zweifelns gab. Am

Sonnabend, kurz nach 19 Uhr, war es so weit. Beim Verlassen eines Lokals in der Nähe des Hauptbahnhofes wurde Geest trotz lauten Protestes verhaftet.

Als er in Kommissar Nilssons Zimmer geschoben wurde, zischte er den Beam­ten giftig an:Diese Schwachköpfe von Polizisten haben mich verhaftet, weil ich angeblich jemanden beraubt haben soll. Darf ich endlich erfahre, wen ich be­raubt hate? "

Aber gern, Johnny! Es handelt sich um Gösta Oesgard." erwiderte Nilsson freund­lich.Den Juwelier? " Geest schien ehr­lich überrascht. Und als er den Komis- sar nicken sah,fragte er: ,JWann soll das denn gewesen sein? "

Gestern abend kurz vor 23 Uhr." Ach,.." Aus Johnnys Augen schos­sen Blitze.Sie machen es sich ziem­lich leicht, Kommissar ....Wenn Ihnen nichts besseres einfällt, verdächtigen Sie einfach mich. Aber diesmal haben Sie sich in den Finger geschnitten. Gestern abend saß ich im Kino. Spätvorstellung des Central-Theaters. Und die läuft von 21 h-23.15 h. Was sagen Sie jetzt?" Kommissar Nilsson schien unbeeindruckt. Die Kinokarte haben Sie sicher noch Der Verhaftete begann in seinen Ta­schen zu suchen, hielt plötzlich inne und rief:Natürlich, ich hatte ja gestern einen anderen Anzug an ... Dort steckt auch die Kinokarte drin."

Doch als er das mißmutige Lächeln des Kommissars sah, schlug er eine andere Lösung vor:Warum stellen Sie mich nicht einfach Frau Oesgard gegenüber? Wir werden ja sehen, ob sie mich kennt." Nilsson winkte ab:Zuerst wollen wir uns mal mit Ihrer Wohnung befassen. Vielleicht finden wir dabei auch die Kinokarte."

Sie fanden in Johnny Geests Wohnung zwar die bewußte Kinokarte, doch nicht ein einziges der geraubten Schmuckstük- ke.

Als sie vor dem Central-Theater anka­men, hatte gerade der Vorfilm begon­nen. Kommissar Nilsson ließ Kassierer­in und Platzanweiserin in einen Neben­raum bitten, erklärte ihnen den Sachver­halt und holte dann Johnny Geest her­ein.Hallo!", rief Johnny, als er die bei­den jungen Damen erblickte. Dann steu­erte er auf die blonde Platzanweiserin zu und forderte sie auf:Ich hoffe. Sie können sich noch an mich erinnern,"

Und als das Mädchen nickte, trium­phierte er:Da haben Sie's. Sie er­kennt und erinnert sich. Oder glauben Sie vielleicht, ich hätte die Kleine be­

stochen? fügte er rasch hinzu, als er Nilssons reservierten Gesichtsausdruck sah.Nein, das glaube ich nicht, John­ny ... Nur, fragen Sie mal die junge Dame, in welcher Vorstellung sie Sie gesehen hat ..."

Geest starrte die Platzanweiserin wort­los an.Tut mir leid," zuckte diese mit den Schultern,aber in welcher Vorstellung Sie waren, das weiß ich nicht mehr."

Nilsson faßte Johnny am Arm.Gehen wirl " . Geest versuchte Nilfcsons Hand abzuschütteln und schimpfte:Sie kön­nen mich doch nicht verhaften, nur weil die Kleine ein so miserables Ge­dächtnis hat..."Stimmt! Deshalb nicht.

Die Ursache liegt ausschließlich bei Ih­nen, Johnny. Verraten haben Sie sich selbst."

Nun, womit hat sich Johnny Geest selbst überführt?

AuflösungDie Jagd nach Johnny Geest":

Johnny wußte angeblich bei seiner Ver­haftung nicht, welchen Einbruch man ihn. anlastete. Wie konnte er dann wis­sen, daß es sich bei der in Mitleiden­schaft gezogenen Person um die Ehefrau des Juweliers handelte und nicht um die­sen selbst?