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"Durst" ist schlimmer als Heimweh
So stöhnten die Meßdiener aus Montabaur, Eschelbach und dem Gelbachtal unter der glühenden Hitze, die das Meßdienerzeltlager bei Wittlich/Eifel während des ganzen Aufenthaltes begleitete. Zum Glück war das Lager an der Lieser, einem Flüßchen, das die erhitzten Gemüter ein wenig abkühlen konnte.
Obwohl bei jedem Hammerschlag der Schweiß floß, ließen es sich die Jungen nicht nehmen, den Lagerplatz zu verschönern. Es wurde ein Lager kreuz mit Altar gestaltet, den Zugang zum Lager zierte bald ein Lagertor und ein Totempfahl mit dämonischer Maske überragte den Lagerplatz.
Zu einer großen Anstrengung wurde das Geländespiel, wo jeder sein Letztes gab, denn die Preise, die ausgesetzt waren, lohnten zu einer solchen Tour.
Herr Kaplan, "do hinne leit ener", Mit diesem Ruf bewahrte der Kleinste des Lagers die Meßdiener vor einem nächtlichen Überfall. Er hatte einige Jugendliche entdeckt, die das Meßdienerlager überfallen wollten. Sofort war das Lager hellwach und bei der Verfolgung der Angreifer konnte einer überwältigt werden. Er wurde an den Totempfahl gebunden und um ihn herum vollführten die Meßdiener einen Freudentanz.
Ganz auf sich allein gestellt waren die Jungen am "Robinsontag”. Sie mußten ihre Würste selbst braten und aus eigener Orientierung das 2o km entfernt gelegene Kloster Himmerod erreichen.
"Wer kennt die Eltern, nennt die Namen die sonntags in das Lager kamen von Gelbachs Strand, von Eschelbachs Au und aus Montabaur sogar Bürgermeister mit Frau". Dieses bunte Bild beherrschte das Lager am Sonntag. Nachmittags gab es wieder viel zu lachen beim Lagerzirkus. Das Tauziehen der Männer gewann klar Eschelbach. Die Mannschaften aus dem Gelbachfal und aus Montabaur (trotz Bürgermeister) fehlte es eindeutig an Gewicht. Am Abend wären viele Männer noch dageblieben.
Der Höhepunkt in det zweiten Woche war die Moselfahrt von Bernkastel nach Traben-Trarbach. Zur großen Überraschung durften alle Meßdiener bei der großen Hitze in Traben-Trarbach in die Tiefe eines kühlen Weinkellers steigen und vom Faß wurde für jeden eine Probe gezapft. Die Stimmung auf der Heimfahrt - es läßt sich fast vermuten - war nicht schlecht!
Am letzten Abend feierten die Meßdiener im Fackelscheine eine heilige Messe. Man hatte allen Grund "Dank” zu sagen für die erlebnisreichen Tage in der Eifel.
G. Scholz

