Ausgabe 
3.12.1971
Seite
1363
 
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MITTWOCH, 8.12. Erwählung Mariens (Unbefl.Empfängnis) I 8.00 Uhr Amt z.im merwährenden Hilfe f.d. ++ der Familie Pehl-Merzig

DONNERSTAG, 9.12.

7.3o Uhr Hl. Messe für Anna Stendebach, geb.Thome

7.3o Uhr in Ettersdorf: Hl. Messe für Karl Merfels

FREITAG, 10.12.

7.3o Uhr Hl. Messe für Nikolaus Diel SAMSTAG, 11.12.

7.3o Uhr Hl. Messe für die Eheleute Adam Hof und ++ Angehörige.

I 6.00 Uhr Beichte.

12.12. Dritter Adventsonntag 8 .oo Uhr Frühmesse als Jahramt für Frau Aloisia

Müller.

Io.oo Uhr Hochamt als 1. Jahramt für Heinrich Dietrich.

Orgelempore eingebrannt ein weißer Schild mit ro­tem Kreuz; darüber zwei kleine liegende, haupt- seits einander zugekehrte Schilde, von ihnen der rechte wiederum weiß mit rotem Kreuz, der linke grau mit rotem Ort (Bedeutung unbekannt), das Gan ze in einem von zwei goldenen Löwen gehaltenen ovalen Ring (Zeichnung bei den Akten, s.Text-Abr bildung 3); darunter Amtmann, Bürgermeister und Rath der Stadt Montabaur anno 17o6. Das Fenster ist nach einer Notiz im Ratsprotokoll 9) von der Stadt 17o6 gestiftet worden (nicht mehr vorhanden

lo);

auf der Uhr der Pfarrkirche dem Wappenschild des Kurfürsten Joh. Hugo v.Orsbeck (1676-1711) gegen­über links ein weißer Schild mit rotem Kreuz,dabei die Jahreszahl 17o6 (nicht mehr vorhanden; Zeich­nung bei den Akten);

an der Peterspforte in Stein gehauen ein Schild mit dem Kreuz, darüber AHR 1721 GFB (nicht mehr vorhanden; Zeichnung bei den Akten).

Die Siegel und Wappen d. Stadt Montab.

(entnommen den Nass. Annalen 1952 "Die Siegel und Wappen der kurtrierischen Orte in Nassau)

Fortsetzung !

Im Verlauf dieses Pro­zesses nämlich wurde im Juli und Aug. 1778 eine örtliche Untersuchung mit Grenzbegang durch eine Kommission vorgenom­men, der auf trierischer -im pedantische r-Seite der Hochgerichtsschöffe und Kammersyndikus Birkenbühl, auf städtische: -impetrafischer-Seite der Advokat Liel Vorstand. Letzterer machte zum Beweis dafür, daß der Kreuzschild der Grenz­steine das Montabaurer Wappen darstelle, die damals bekannten Dar­stellungen des Stadtwap­pens namhaft, die aber von Birkenbühl bestritten wurden.

Abb.2 Montabaur, Fähnchen des Stadtschulturms, 161o

D a diesen Auseinandersetzungen auch eine grundsätzliche Bedeutung zukommt, ist ein Auszug aus dem Kommissions­protokoll beigegeben (s. Beil). Dieses wird ergänzt durch eine den Akten beigefügte Tafel, auf welcher Geometer Dilbecker (von der kurtrierischen Partei) die entsprechen­den Zeichnungen gibt; deren zwei zeigen die Textabbildun­gen 2 und 3.

Im folgenden seien die Darstellungen des Stadtwappens aufgeführt,soweit sie von Liel überzeugend nachgewiesen sind:

1. auf städtischen Grenzsteinen der Jahre 1539 bis 176o eingehauen das Wappen mit Kreuz, teils allein, teils mit den Buchstaben S M (Stadt Montabaur);

2. der Stadtmark-Zollzettelstempel (VIII) und der Ellen- und Fruchtmaßbrandstempel (IX), deren Abdrücke mit denen der Siegel dem Kommissionsprotokoll beigege­ben sind (s.S.281);

3. der auf dem Fähnchen des Stadtschulturms (neben dem Stadttor) angebrachte Schild mit dem Kreuz und der Jahreszahl 161o (nicht mehr vorhanden; Zeichnung bei den Akten, s.Text-Abb.2);

4. das Stadtwappen mit Kreuz, umgeben von der Jah­reszahl 1648, auf einem vom städtischen Gericht aufbewahrten zinnernen Eichgefäß der Stadt (nicht mehr vorhanden);

5. in der Kirche auf dem großen Westfenster über der

8 . Eine von der kurtrierischen abweichende Farbenge­bung hat die älteste Darstellung:

Auf einem Fenster an der linken Seite der Kirche ist das Wappen - geviert von rotem Kreuz ( 1 u. 4) und blauem Schrägbalken (2 u. 3) - des Kurfürsten Jakob II. v.Baden (15o3-ll) links von weißem Schild mit rotem Kreuz, rechts jedoch von rotem Schild mit blauem Kreuz begleitet (nicht mehr vorhanden; Zeichnung bei den Akten). An Stelle dieser unheral­dischen Tingierung zeigt ein noch erhaltener, im Prozeß unberücksichtigt gebliebener Schlußstein des Kirchenschiffes das Kreuz weiß in rot 11)

Zu diesen als Stadtwappen anzusprechenden kommen zwei andere, von Liel gleichfalls herangezogene und heute noch vorhandene Kreuzschilde, deren städtischer Charakter uns nicht gesichert erscheint:

1. der in der Kirche auf einem Gewölbebogen der

Männerempore eingehauene Kreuzschild mit der Jah­reszahl 1594 und den Buchstaben H C, die offenbar den Baumeister der Kirche Heinrich von Koblenz 12) bezeichnen (Zeichnung bei den Akten);

Abb.3 Montabaur,Wappen d.Westfensters d.Kirche, 17o6

Ze iche ne rkl ärung:

9) Frdl. Mitt.v.Dr.H.Gensicke.

10) Es ist seit der Restaurierung um 194o verschwunden (ffdl.Mitt. v.H. Fries u.Dr.H.Teves) Die Zeichnungen bei K.A.A. Meister (Gesch. der Stadt u.Burg Monta­baur, 1876, vor Titelblatt) stimmt in Einzelheiten nicht zu der Zeichnung von 1778 (Text-Abb.3) Die Kopie im Sitzungssaal des Montabaurer Rathauses ist nach der Wiedergabe bei Meister 1947 hergestellt und gibt dem Schild eigenmächtig wohl in Anlehnung an die Stadtfarben, eine blaue Färbung.

11) Frdl. Mitt. v.Dr.H. Teves.

12) vgl. F. Michel-.Jhrb. f.Ge sch. u. Kult .d. Mittelrheins, 2/3. Jg. 195o/51 S. 56.

Forts, folgt!