Ausgabe 
20.10.1971
Seite
1293
 
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Das Versicherungsamt des Unterwesterwaldkreises gibt bekannt:

Der nächste Sprechtag für Versicherte der Rentenver­sicherung der Arbeiter einschl. der Handwerker findet am DIENSTAG, dem 2.11.1971 von 7.3o Uhr bis 12.00 Uhr im Landratsamt (Erdgeschoß) statt.

Die Auskunftsuchenden werden gebeten, ihre Versiche­rungsunterlagen vollständig mitzubringen.

Französische Schüler in Montabaur

Vom 16. - 22. Oktober 1971 waren 27 Jungen und Mädchen aus Tonnerre in Montabaur und den Orten der näheren Umgebung zu Gast bei ihren deutschen Partnerfamilien. Der Austausch stand auf französischer Seite unter der Leitung zweier Deutschlehrerinnen des Gymnasiums Tonnerre; auf deutscher Seite zeichneten verantwortlich die Studienräte Steffen vom Aufbaugym­nasium und Schröder vom Staatlichen Gymnasium Mon­tabaur.

Die französischen Schüler(innen) nahmen während der Zeit ihres Aufenthaltes im Westerwald am Unterricht in den beiden Gymnasien der Kreisstadt teil, wobei sie Gelegenheit hatten, die Unterschiede zwischen ihrem und dem deutschen Gymnasial-Unterricht kri­tisch zu bedenken.

Dem gegenseitigen besseren Kennenlernen diente am 2o. Io. eine gemeinsame Fahrt zur Burg Eltz und nach Cochem, wobei die jungen Franzosen die reiz­volle herbstliche Mosellandschaft und einen kleinen Ausschnitt ihrer Vergangenheit kennenlernten.

Die Rückreise begann am Morgen des 22.Io. nach dem Versprechen , sich im nächsten Jahr in Tonnerre wiederzusehen.

Montabaur, den 25. Oktober 1971 (Fk.)

Am DONNERSTAG, dem 14. Oktober hatte das Staat­liche Gymnasium hohen Besuch. John Kodwo Amis- sah, Erzbischof von Cape Coast/Ghana und Vize­präsident der Panafrikanischen Bischofskonferenz, weilte für einige Stunden an unserer Schule.

Er sprach zu den Schülern einiger Sexten, einiger Untertertien und aller Obersekunden. Da nur der Musik­raum verfügbar war, mußte leider der Zuhörerkreis auf wenige Klassen beschränkt werden. Der junge Erz­bischof erzählte von seinem Lande und ging in zwang­loser Unterhaltung und herzlichem Ton auf die vielen Fragen der Schüler ein.

Die katholische Bevölkerung Ghanas ist in der Kirchen­provinz von Cape Coast mit 7 Suffraganbistümern zu­sammengefaßt. Obgleich die Missionierung bereits 1482 durch portugiesische Missionare begann, 1572 syste­matisch betrieben wurde, ist sie Anfang des 17.Jahr­hunderts durch die Holländer gestoppt worden und kam erst wieder, jetzt von dem Teil der deutschen Kolonie Togo ausgehend, nach 1884 in Gang. Der Großvater des Erzbischofs, so erzählte er, war einer der ersten Katholiken.

Von den 8 Bischöfen des Landes sind 4 Einheimische,und seit 1957 hat Ghana, das damals noch britische Kolonie war, den ersten einheimischen Bischof, der 1959 Erzbi­schof wurde.

Heute sind 12 % der Bevölkerung von ungefähr 8 Millio­nen katholisch (looo ooo ), die von 36o Priestern seel­sorgerisch betreut werden, aber nur 12 o von ihnen sind Einheimische.

Aus dieser Tatsache ergibt sich als wichtigste Aufgabe der Mission in Ghana, für die Heranbildung einheimi­scher kirchlicher FUhrungskräfte zu sorgen.

Bei der Erfüllung dieser Aufgabe hilft die Deutsche Zen­trale der Päpstlichen Missionswerke in Aachen tatkräftig, hauptsächlich durch Stipendien, mit. In den letzten 3 Jahren hat sie DM I 60 . 000 , - zur Ausbildung afrikanische] Priester nach Ghana geschickt. 4 Katechistenschulen bil den, von Aachen unterstützt, junge Laien aus, für die bisher 25o Stipendien in Höhe von je DM 2ooo, - ver­

mittelt wurden.

Unsere Schüler, Katholiken ebenso wie Protestanten, konn­ten hier viel lernen. Aber am eindruckvollsten war für die jungen Menschen, die sich selbst unbefangen und aufgeschlossen zeigten, hier einmal eine Kirche ohne fühl­bare Hierarchie zu erleben.

Der Erzbischof stand vor ihnen mit geringerer Distanz als ihre Lehrer. Nicht einmal das Bischofskreuz trug er, und nur an dem "umgedrehten Kragen" war er als katholi­scher Priester zu erkennen, bemerkten sie erstaunt. "So sollten unsere Bischöfe auch sein", sagte einer der Schüler später. Zum Schluß ließ sich der Erzbischof, umringt von Untertertianern, fotografieren, schlicht natürlich und ohne die Spur einer Pose.

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Er sprach übrigens nicht deutsch, sondern unterhielt sich eng-tj lisch mit den Schülern. Und die Verständigung war da,nur i gelegentlich mußte ein Pater aus Limburg dolmetschen; f denn der hohe Herr sprach langsam, sehr deutlich und ak- J zentfrei. s

Nun noch etwas zur Person des Erzbischofs: John Kodwo Amissah, 1922 in Elmina geboren, besuchte die Höhere Schule in Amisano, kam 1943 auf das dortige Priester­seminar und wurde 1929 zum Priester geweiht. Als er seine erste Pfarrstelle antrat, war das Land also noch bri­tische Kolonie. Der junge, begabte Priester fiel seinem Vorgesetzten auf, und 1951 schickte ihn sein Bischof zum weiteren Studium nach Rom. Hier promivierte er 1954 zum Doktor des Kirchenrechts. Dann kehrte er in seine Heimat zurück, war Lehrer an einer Höheren Schule mit den Fächern Latein und Musik, übernahm schließlich eine Professur am Priesterseminar und dozierte bis zu sei­ner Bischofsweihe 1957. Kirchenrecht.

1959 wurde er zum Erzbischof ernannt. Neben der Leitung seines Bistums verwaltet er zahlreiche Ämter. 196o wurde er Chairman der Bischofskonferenz von Ghana, 1967 Vor­sitzender des Verwaltungsrates des University College von Cape Coast. 1969 erhielt er den Auftrag, die Delegation der katholischen Beobachter bei der zweiten Panafrikani­schen Konferenz der Kirchen zu leiten. Das Jahr 1969 brachte ihm noch eine zweite wichtige Aufgabe: er wurde Staatsratsmitglied von Ghana. 197o wählte man ihn schließ­lich zum zweiten Male zum Chairman der Bischofskonfe­renzen von Afrika und Madagaskar.

Montabaur, den 18. Oktober 71

Ehemals

Aktive haben nichts verlernt

Rund 60 Wettkämpfer der Altersklassen 1939 und älter folgten dem Ruf von Albert Kram zum diesjährigen Alters­sportfest am 19.9. nach Montabaur.

Petrus zeigte sich von seiner besten Seite, so daß die Be­dingungen optimal waren.

Diese Veranstaltung zeigte, daß es kein Generationsproblem unter Sportlern gibt. Der 65-jährige stand mit Rat und Tat dem 3o-jährigen zur Seite und umgekehrt.

Es wurde um Zentimeter und Sekunden gekämpft als ginge es darum Olympischen Lorbeer zu ernten. Bei vielen ruft die sportliche Betätigung in diesem Alter leider nur Kopf­schütteln hervor, aber wer nennt bessere Mittel zur Ge­sunderhaltung?

Altersklasse I (36 -39)

1 .

Gernot Tille

1767 Punkte

2 .

Albert Kram

157o Punkte

3.

Bernd Piwowarski

1258 Punkte

Altersklasse II (32 - 35)

1 .

Edgar Busch

1649 Punkte

2 .

Josef Voll .

1268 Punkte

3.

Edgar Köth

1219 Punkte

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Altersklasse III (27-31)

1 .

Walter Schütz

782 Punkte

2 .

Hubert Groth

60 I Punkte

3.

Herbert Gajowski

488 Punkte

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