Ausgabe 
23.7.1971
Seite
1110
 
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Der Polizeibericht meldet:

Arn 2o.7.71 gegen o3.o5 Uhr ereignete sich in Monta­baur, Kirchstr. ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein junger Mann von 24 Jahren aus Oberhaid, der mit seinem Pkw in Richtung Koblenz fuhr, mit einem ent­gegenkommenden Fahrzeug zusammenstieß. Der Pkw stand sofort in Flammen, und obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, gelang es nicht mehr, den Fahrer aus dem brennenden Wagen lebend zu bergen.

(Siehe Bild dazu auf Seite 5!)

Gern. Boden, 18.7.1971, 22.3o Uhr.

Moped-Fahrer befuhr die L 3oo von Moschheim kommend in Richtung Boden. Bei km o,35o kam er in einer Links­kurve nach rechts von der Fahrbahn und fuhr in ein Kornfeld. Der Fahrer wurde bei dem Sturz leicht verletzt. Der Beifahrer wurde schwer verletzt und mußte in das Krankenhaus Montabaur eingeliefert werden. Da beide Per­sonen erheblich unter Alkoholeinwirkung standen, wurde die Entnahme von Blutproben angeordnet. Der Fahrer ist nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Das Moped war nicht versichert.

Montabaur, 15.7.71, 13. oo Uhr

Pkw-Fahrer befuhr die Albertstraße in Richtung Barbara­straße. An der Einmündung der Eifelstraße übersah er einen von rechts kommenden Pkw und stieß mit diesem zusam­men. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Beide Fahr­zeuge wurden beschädigt.

Gackenbach, 15.7.1971, 11.15 Uhr.

Wegen Nichtbeachten der Vorfahrt kam es auf der K 73, km o, 6oo zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Lkw. Personen wurden keine verletzt. An bei­den Fahrzeugen entstand Sachschaden.

Wußten Sie schon....

.... daß in Montabaur bereits im 16. Jahrhundert bei vielen Gelegenheiten und nicht nur bei der "Schöffenfassenacht" der "Rote Löwe", das Rathaus, Schauplatz war von manch munterem Essen und handfestem Trinken der Schöffen, des Rats, des Bürgermeisters, der Schützen und der Holzmeister der Stadt.

Montabaurer Fassenacht ist also nicht erst eine Er­findung jüngerer Zeit und nicht erst, seitdem es in Mainz, Köln und Düsseldorf Fastnachtszüge gibt.

.... daß Montabaur seine Stadtfarben: blau-rot-weiß erst seit der Jahrtausendfeier im Jahr 193o wieder führt. Gegen Ende der zwanziger Jahre gab es auch in Montabaur einen ewigen Flaggenstreit. Je nach der politischen Orientierung flaggte der eine schwarz-weiß-rot, ein anderer - aber nur wenige - schwarz-rot-gold. Am häufigsten sah man die alten Farben Kurtriers: rot-weiß. Gelegentlich tauchten noch Fahnen in den Farben Nassaus auf: orange-blau. Die Farben Preußens hißten nicht einmal die damals auch in Montabaur noch existierenden preußischen Behörden. Zur Jahrtausend­feier 193o machte der jetzt in Koblenz-Karthause wohnende Montabaurer Walter Kalb durch die Zeitung den Vorschlag, doch die Häuser Montabaurs bei festlichen Gelegenheiten wieder in den alten Montabaurer Stadtfarben - blau-rot - weiß zu beflag gen, was daraufhin geschah und seitdem geschieht.

daß durch den Reichsdeputationshauptschluß

von 18o3 auch das Gebiet um Montabaur an den Fürsten von Nassau-Weilburg fiel. Dieser vereinigte 18o6 das Land seines Bruders: Nassau-Usingen mit seinem eigenen zu einem Herzogtum-Nassau.

Als der Herzog am 13.7.18o7 die jungen Männer Montabaurs zu den Fahnen rief, erhob Montabaur wie auch Limburg hiergegen Einspruch: die Städte des ehemaligen Erzstiftes Trier waren schon immer von der militärischen Aushebung befreit und die­ses seit Jahrhunderten geltende Privileg war unan­gefochten anerkannt.

Bei der Übernahme der Landeshoheit hatte auch der Herzog von Nassau die Anerkennung der alten

Privilegien ausdrücklich versprochen, jedoch mit der Einschränkung, die früheren Städte Kurtriers sollten die in ihrem Bereich entbehrlichen Leute von 18 bis 3o Jahren einrücken lassen. Der Stadtrat von Montabaur teilte daraufhin dem Herzog mit, die jungen Leute aus Montabaur seien Handwerker und nicht entbehrlich.

Vom Bann Montabaur zu den Verbandsgemeinden

Humbach/Montabaur an dem vorgeschichtlichen Weg aus dem Trierer Raum über den Rhein, durch den Wester­wald und weiter nach dem Osten, an der Römerstraße aus dem weströmischen Trier, an der wichtigen Fernver­bindung vom Westen nach dem Osten, war wahrschein­lich bereits in der Zeit der Konradiner wichtige Etappen­station mit einer Burganlage.

Wahrscheinlich bereits um looo besaß das Trierer Erz­stift den Forst Spurkenberg. Hauptort dieses Königsforstes war Humbach/Montabaur. 1211/14 wird dieser große Besitz­komplex an den Rechten des Trierer Erzbischofs im Bann des Dorfes Humbach beschrieben. Zu dem Hof Humbach/ Montabaur gehörten damals 65 Bauernhöfe mit verschie­denen Dienstverpflichtungen. Von weiteren Höfen des Erz­bischofs zu Bannberscheid, Eschelbach, Aldendorf,Hum­bach, Heiligenroth, Dernbach, Siershahn, Stockin, Wirges und Desper und den Mühlen zu Eschelbach und Boden be­zog der Erzbischof Hafergarben. Bauernhöfe zu Eigendorf, Bannberscheid und Horressen lieferten ihm in dieser Zeit Holzschüsseln.

Im Bann Montabaur wirkten im Jahr 1548 16 Heimbur­

ger, "hat iegklicher über seine Zeche von unsers gne- digsten hem wegen zu gepietenn", nämlich: in der Augst 3 Dörfer: "Cadenbach, Artzbach und Idelborn"mit zusammen 38 Feuerstätten, Zeche "Dernbach, Eschel­bach und Eichendorff zus. 39 Feuerstätten, Zeche"Sirß- hon u. Ebernhann": 33 Feuerstätten, Zeche "Wirgeß"das dorff Wirges: 53 Feuerstätten, Zeche "Elfferskirch, Ner- dorff, Bulingen": 25 Feuerstätten, der Heimburger in der großen Zeche hat zu versehen 7 Dörfer, "nemlich Ober­und Niederoitzingen, Lüterode, Moscheim, Boden, Ber­scheid und Stude:" 41 Feuerstätten, "Etterßtorf: lo Feuerstätten, Zeche "Stahlhoben und Bungelßhusen": 28 Feuerstätten, Zeche "Dupach": 2o Feuerstätten, "Neuen­dorff": 14 Feuerstätten, "Niedern Elbort": 36 Feuerstätten, "Obernelbort": 27 Feuerstätten, "Hollender": 22 Feuerstät­ten, das Kirchspiel "Kirchaire": "Jackenbach, Hübingen, Horbach und Nentzingen (Dieß): " 48 Feuerstätten.

Außer der Stadt Montabaur mit Horressen wurden im Bann Montabaur 1548 : 5o4 Feuerstätten gezählt.

Montabaur hatte 1478 = 271 und 1584 = 29o Feuerstätten und zwar: "Die Stat 197, Pfaffenacker 41, Armenhausen 29, Sauerthal 22, Horhausen 11.

Vor der Gründung der hier in Frage kommenden Verbands­gemeinden zählte man (am 1.1.1969) Einwohner in "Arzbach 1922, Bannberscheid 45o, Bladernheim 138,

Boden 441. Daubach 225, Dernbach 2848, Ebernhahn 1346, Eitelborn 1819, Eigendorf 871, Eschelbach 597, Ettersdorf 141, Gackenbach 344, Helferskirchen 714,

Holler 755, Horbach 46o, Horressen 12o6, Hübingen 322, Kadenbach 782, Leuterod 576, Montabaur 6762, Moschheim 621, Neuhäusel 135o, Niederelbert 1335, Oberelbert 681, Otzingen 654, Reckenthal 131, Siershahn 2625, Stahlhofen 451, Staudt 769, Untershausen 273, Welschneudorf 687, Wirges 474o und Wirzenborn 117 Ein­wohner.

Walter Kalb

6. Internationale

Rhld. Pfalz Rundfahrt der Radamateure

Strecken- und Zeitplan 4. Etappe von Diez nach Mainz am 31.7.1971 Durchfahrts- Entfernung Zeit von Zeitangabe

orte v.Ort zu Ort Ort zu Ort d.Durch-

fahrt

Großholbach

4,5

14,5

7:o5

12:o3

Montabaur

4,5

19,0

7:o5

12:lo

Niederelbert

4,0

23, o

6:2o

12:16

Welschneudorf

5, o

28,0

8:oo

12:24