Ausgabe 
21.5.1971
Seite
989
 
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VEREINSMI HEILUNGEN

MdB Hanz berichtet aus Bonn

Am Montag, dem 24. Mai 1971 treffen sich die Mitglieder des Ortsverbandes der CDU Montabaur um 2o.oo Uhr im Kolpinghaus. Der mitglieder­stärkste Ortsverband des Kreises umfaßt neben der Stadt Montabaur auch die Gemeinden Eschelbach, Wirzenborn , Reckenthal und Bladernheim.

Wie uns Ortsvorsitzender Julius Decker mitteilt,wer­den die Mitglieder 23 Delegierte und 7 Ersatzdelegier­te für den Kreisdelegiertentag wählen. Da Neuwahlen für den Kreisvorstand anstehen, werden die Vorschläge des Ortsverbandes für die Neubesetzung ebenfalls beraten.

Im Anschluß fwird MdB Hanz unter dem Thema "Aktuelles aus Bonn berichten. Bericht und Aussprache sollen dazu dienen, den Mitgliedern eine unmittel­bare Information über die zur Zeit kritische Situation in der Bundeshauptstadt zu geben.

Nach vielen zeitkritischen Aufführungen hat sich "die ; oase", Amateurtheater e. v. entschlossen, nunmehr ihrem Publikum eine lebensfrohe Komödie von Carlo Goldoni zu servieren. Sie kommt damit nicht zuletzt einem viel gehegten Publikumswunsch entgegen, einen j Beitrag zum Vergnügen und zur Entspannung zu leisten.J

Carlo Goldoni, 17o7 im lebensfrohen Venedig geboren, J stellt in seinem Stück "Mirandolina" eine Handvoll I

Figuren auf die Bühne mit ererbtem Namen und I

Lastern behaftet. Um zur Belustigung des Publikums entsprechend beizutragen, gibt Goldoni dem in vielen Stücken zur damaligen Zeit beliebten Hanswurst Maske und Schellen und versteckt ihn hinter der Figur eines tölpischen Dieners. Daß Goldoni vor allen Dingen die damals herrschende Schicht, den Stand der Grafen und Adeligen, belächelt und verulkt, braucht einen Spielleiter, der eins seiner Stücke heute inszeniert, nicht weiter zu stören. Ohne das Stück historisch rest­los auszugestalten, bleibt jedem einfallsreichen Zu­schauer mit Leichtigkeit die damaligen Figuren mit ihren Eigenarten in die heutige Welt zu übertragen Sicherlich würde dann ein Graf von Albafiorita nicht mehr Graf, sondern der Neureiche von Montabaur heißen. Der Marquis von Forlimpopoli wäre vielleicht ein verarmter Einflußreicher und Weiberfeinde gab es und gibt es zu jeder Zeit. Nur würden heutzutage Komödiantinnen und Hanswurste in der Gestalt des j Guiseppe fehlen.Statt dessen gäbe es sicherlich eine ganze Reihe von Demonstranten und tönenden Kritikern.

Jahres-

hauptversammlg. d. Karnevalsgesellsch. (2)

Wenn der Vorstand der KG heute beantragt, dem Verein einen anderen Namen zu geben, so richtet sich dieser Schritt weder gegen den Elferrat "Heiterkeit" noch gegen den Kolpingsverein Montabaur. Er dient allein der Klarstel­lung, daß es sich hier um 2 verschiedene Vereine handelt. An dieser Stelle ist es erforderlich, etwas über den Namen "Heiterkeit" zu sagen. Der Name "Heiterkeit, nach Anga­ben des Vorsitzenden des Elferrates J. Straub, läßt sich in den Unterlagen des Kolpingsvereins bis in das Jahr 1889 zurückverfolgen. Die "Heiterkeit" war eine Unterabteilung der Kolpingsfamilie, in der sich Männer zusammengefunden hatten, die für die allgemeinen Veranstaltungen des Ver­eins verantwortlich waren. Zu diesen Veranstaltungen ge­hörte auch die jährliche Kappensitzung, die in der Regel am Schwerdonnerstag stattfand. Man kann dies etwa mit dem Traditionsball des "Mendelssohn-Bartholdy am Rosen­montag oder mit dem Ball des TuS acht Tage vor Fast­nacht vergleichen. Auch diese Veranstaltungen kann man wahrscheinlich viele Jahre zurückverfolgen. Träger der Mon- tabaurer Fastnacht war somit bis zum letzten Krieg die j "Heiterkeit nie, was aber auch niemals behauptet wurde.

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde der Name "Heiterkeit in Montabaur ein Begriff.

Am 3.4.71 trafen sich nun die Vorstände beider "Heiterkei­ten zu einer Aussprache im Hotel "Zur Post". Von der KG. nahmen daran A. Busch, W. Hisgen, F. Röder,

G. Gruba und A. Thome teil. Vom Elferrat waren J, Straub, J. Germann, U. Schlosser und G. Rossbach vertreten» Auf unsere Frage, ob nicht doch noch ein Zusammenschluß beider Vereine möglich sei, erhielten wir vom Vorsitzenden des Elferrates J. Straub ein klares "Nein" zur Antwort.Da wir mit dieser Antwort gerechnet hatten, teilten wir dem Vorstand des Elferrates mit, daß wir in den nächsten Jahres­hauptversammlung die Namensänderung beantragen würden. Der Vorstand des Elferrates zeigte auch volles Verständnis hierfür.

Nun haben F. Röder und A, Thome einmal in der Ge­schichte der Montabaurer Fastnacht nachgeforscht. Sie be­nutzten dazu das alte Kreisblatt, das von 1869 ab im Archiv der Stadt vorhanden ist. Den ersten Hinweis fand i.- man im Jahre 1875. Hier wird im Kreisblatt berichtet, daß am Fastnachtsonntag ein Umzug mit einer Kapelle in mittelalterlichen Uniformen stattfinden wird. Am Fastnacht­dienstag wurde noch auf dem Marktplatz ein Fastnachtsspiel au fge führt.

Im Jahrel877 heißt es dann, daß seit 4 Jahren wieder ein Prinz Karneval in Montabaur regieren wird. Also war be­reits 1873 in Montabaur ein Prinz Karneval.

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Wer gerne einmal schmunzeln möchte, der sollte die Aufführung des Lustspiels "Mirandolina" von Carlo Goldoni in der "oase" nicht versäumen. Die Aufführtermine sind: 2o., 21., 22., 23., 28., 29. und 31.5.1971, 2o.oo Uhr.

Kartenvorverkauf wie üblich bei:

Tabakwaren Salzmann, Montabaur, Kirchstraße, Modehaus Wilke-Rinn, Montabaur, Bahnhofstraße oder Uber Telefon: o26o8/396

Frühlingfest in Montabaur

vom 2 o. bis 23. Mai 1971

Wie in jedem Jahr findet von Christi Himmelfahrt bis zu dem darauffolgenden Sonntag das traditionelle Frühlingsfest in Montabaur auf der Eichwiese statt. Der Festplatz ist äußerst gut beschickt* U.a. Auto­skooter, Hula-Hoop, Amor-Bahn, Jagdflieger- Karussell, Springpferde-Karussell Kindersport-Karus- sell, Kindereisenbahn und Schiffschaukel sowie die üblichen Vergnügungs- und Verkaufstände.

In mehreren Lokalen findet an diesen Tagen Tanz und Unterhaltung statt.

Der wichtigste Hinweis wurde aber in der Ausgabe des Jahres 1884 entdeckt. Hier wurde in einer Anzeige zu einer Generalversammlung zur Gründung einer Karnevalsgesell­schaft eingeladen. Unterzeichnet war die Anzeige von Rup. Schuster, für alte Montabaurer wohl ein Begriff. Im Jahre 1885 tritt dann diese Karnevalsgesellschaft mit einer Kappensitzung und einem Ball auf. In diesen Jahren traten auch noch andere Gruppen wie "Die Alten" oder "Das Närrische Com-Idee" in Erscheinung. Anfang 19oo erschien dann noch die "Große Karnevalsgesellschaft". In all diesen Jahren wurde dagegen der Name "Heiterkeit" nicht gefun­den. Die Große Karnevalsgesellschaft bestand bis zum 2. Weltkrieg.

Der Vorstand schlägt daher vor, dem Verein folgenden Namen zu geben: "Große Montabäurer Karnevalsgesellschaft 1884 e.V. ".

Auf diesen Antrag folgte eine sehr rege Diskussion. Zu­nächst wurde das Wort "Montabäurer beanstandet und zwar aus sprachlichen Gründen. Schließlich einigte man sich auf folgenden Namen:

"Große Karnevalsgesellschaft Montabaur 1884 e.V.!"

Alle Mitglieder stimmten diesem Namen zu, 2 Mitglieder