- 12 -
Stahlhofen:
Ruppenrod - Rhein-Lahn-Gemeinde im Unterwesterwald
Unmittelbar hinter den letzten Häusern Stahlhofens beginnt der Gemarkungsbereich einer Gemeinde, die wie ein Fremdkörper in den Unterwesterwaldkreis hineinragt: Das kaum 60 Einwohner zählende Dörfchen Ruppenrod liegt nur 7 km südlich Montabaur zwischen Stahlhofen und Gackenbach und ist von drei Seiten vom Unterwesterwaldkreis umgeben.
Nur 1 km der 7 km langen Gemeindegrenze verbindet sie im Grenzbereich der Gemeinde Giershausen mit dem Rhein-Lahn-Kreis, die übrigen Anliegergemeinden liegen sämtlich im Unterwesterwald: Ettersdorf, Stahlhofen, Daubach, Horbach und Gackenbach.
Während im Mittelalter die übrigen Orte stets zu Kurtrier gehörten , kam Ruppenrod mit der Vogtei Giershausen spätestens im beginnenden 14. Jahrhundert zu Nassau-Hadamar, wurde damit auch, im Gegensatz zu den Unterwesterwälder Nachbarorten, die katholisch blieben, reformiert.
Im Jahre 1643 wurde dieses Gebiet mit Holzappel als "Herrschaft Esterau" | an den im Dreißigjährigen Krieg grolkjggwordenen Feldmarschall Melanqer von Holzappel verkauft.
In Ruppenrod erzählt man sich, das Kurfürstentum Trier habe versucht, seine Exklave Balduinstein gegen Ruppenrod zu tauschen, worauf Melander von Holzappel erwidert habe, die Ruppenröder Bauern seien ihm lieber als die armen Balduinsteiner Schlucker.
So kam Ruppenrod im vorigen Jahrhundert zum Unterlahnkreis, und dabei blieb es bis heute. Als die Gemeinde im Zuge der Kreisreform vor zwei Jahren dem Unterwesterwaldkreis angegliedert werden sollte, hat man sich energisch dagegen gewehrt. Mit Erfolg. Gleichwohl unterhält die Bevölkerung mit dem Raume Montabaur enge Beziehungen. Dorthin fährt man größtenteils zur Arbeit und zum Einkauf, ist doch die Kreisstadt Bad Ems am schnellsten nur auf einer Fahrt durch den Unterwesterwaldkreis zu erreichen, und etwa dreimal soweit entfernt wie Montabaur. Busverbindungen bestehen keine. So ist man fast gänzlich auf den eigenen Pkw angewiesen.
Die Schulkinder fahren zur Verbandsschule Holzappel. Die Einwohnerzahl hat in den letzten 5o Jahren um 15 °]o abgenommen. Denn außer seiner landschaftlich schönen Lage in einem Seitental des Gelbachs bietet es für zuzugswillige Fremde wenig Anreize: Keine Schule, kein Geschäft, keine Kirche, kein Wirtshaus. Dennoch sind in den letzten Jahren durch Einheimische zwei Neubauten errichtet worden.
Mit der bevorstehenden Verwaltungsreform wird sich jedoch diese Miniaturgemeinde auch einem größeren Gemeindever band anschließen.
Die Unternehmerverzeichnisse der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufegenossenschaft, die die Grundlage für die Aufbringung der Mittel zur Erfüllung der sozialen Aufgaben der Berufsgenossenschaft bilden, sind letztmalig im Jahre 1965 aufgestellt worden. Diese Verzeichnisse sind durch die zwischenzeitlichen Veränderungen unübersichtlich geworden.
Die Gemeindebehörden sind gebeten worden, die Originale der Unternehmerverzeichnisse der landwirtschaftlichen Beruh] genossenschaft zur Einsichtnahme der Beteiligten in der Zeit vom 13. bis 26, April 1971 öffentlich auszulegen.
In vielen Fällen sind die Anschriften der Unternehmer nicht oder nicht vollständig eingetragen. Das führt zu Unklarheiten im Geschäftsbetrieb der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und Zustellungsschwierigkeiten im Umlagever* fahren.
Es wird daher gebeten, die Unternehmerverzeichnisse darauf durchzusehen, ob die Anschriften überall vollständig und etwa fehlende Angaben nachzuholen sind.

