Ausgabe 
19.3.1971
Seite
857
 
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ESCHELBACH

Aus der Eschelbacher Geschichte

Etwa im Jahre 2ooo könnte Eschelbach sein tausendjähriges Bestehen feiern. Denn um looo wird in einer Urkunde erst­mals ein "Aschebach" genannt. Wer sich in der mittelhoch­deutschen Sprache auskennt, der weiß, daß ein Asch damals keineswegs ein unanständiges Wort war. Der Asch- das ist unsere heutige Esche. Und in dieser Form hat sich der Name auch bis in unsere Zeit erhalten. Allerdings finden sich in alten Urkunden manchmal auch die Schreibformen "Eschelenbach" oder "Eschloobach".

In den Jahren 974 - loll wirkte in Essen die Äbtissin Mathilde, eine Enkelin Ottos I., eine ottonische Prinzes­sin. Diese hatte die "villa Aschebach" ("villa" = Hof oder Dorf) dem Trierer Erzbischof Ludolf geschenkt, dem damals die ganze Grundherrschaft Humbach (Montabaur) gehörte.

1211/1214 heißt es in einem Buch über die jährlichen Einkünfte der Erzbischöfe, daß Strafen aus dem Forst Spurkenburg (Montabaurer Höhe) an den Hof des Erzbi­schofs zu Eschelbach zu entrichten seien. Der Eschelba­cher Hof schien damals also dem Hof Humbach an Be­deutung voranzustehen.

Vom Hof Eschelbach bezog der Erzbischof damals 25 Malter Hafer und von der Mühle daselbst (Eschimbach) lo Malter Hafer. Ein Haus zu Eschelbach, vielleicht den alten trierischen Hof, hatten später die Süß von Monta­baur, ein Burgmannengeschlecht zu Montabaur, 1463 bis 1498 von Kurtrier zu Lehen. Dieses Lehen kam 1498 an Hermann Pruysse von Montabaur, dessen Nachkomme Johann Preuß es 1572 an Erzbischof Jakob von Trier ver­tauschte. Das Kurfürstentum Trier besaß hier, wohl als Rest davon, noch 23 Morgen Acker und 33 Morgen Wie­sen. Sonst hatten hier 1786 nur die Freiherrn von Stein geringen ritterschaftlichen Besitz.

(Fortsetzung folgt!)

GACKENBACH MIT DIES UND KIRCHÄHR

Aus der Chronik

Keine Talsperre im Gelbachtal

Niemand käme wohl heute auf den Gedanken, das reizvolle Gelbachtal durch eine Talsperre zu verunstal­ten. Pläne dazu haben jedoch vor 5o Jahren bestanden. So berichtete die "Westerwälder Volkszeitung" am 14. März 1921:

" Der Landtag hat den Bau einer Talsperre im Gelbach­tal mit Rücksicht auf die hierbei zu erwartende Störung bergbaulicher Anlagen und Interessen abgelehnt.

Das kleinere Projekt der Talsperre bei Dies ist inzwi­schen jedoch soweit gediehen, daß nach dem erfolgten Ankauf des Betzsehen Säge- und Elektrizitätswerkes nunmehr die Vorarbeiten an Ort und Stelle bereits in vollem Gange sind".

Die Macht der Gewohnheit Wer konnte das erraten?

In unserer letzten Ausgabe zeigten wir als Ratebild einen Hochspannungsmast. Leider hat unsere Technik die Umgebung "wegschneiden" müssen. Eine Identifizie­rung des Standortes war daher nicht mehr möglich. Nun, dieser Mast steht oberhalb des Hochwildschutzparkes.

Die Hochspannungsleitung führt von Koblenz-Wallersheim nach Frankfurt-Kelsterbach.

Buchfinkenl. Gackenb-Horb. - Hütungen

Zu einem weiteren Informationsvortrag der "Verkehrs- wacht" - Referent Franz Dommermuth, Verkehrsabteilung Landratsamt, Montabaur, wird in die Gastwirtschaft

Hermann Girmann, Horbach, zum 24.3.1971, abends 2o.oo Uhr, ejngeladen.

Hiermit wird besonders den Hausfrauen und den beim gleichen Vortrag in Gackenbach verhindert gewesenen Personen Gelegenheit gegeben, sich ebenfalls über die seit 1.3.1971 in Kraft befindliche Straßenverkehrsordnung zu informieren. Um rege Beteiligung wird gebeten.

Kultur- und Verkehrsverein

Bei der Sitzung des erweiterten Vorstandes wurde der Termin für die Jahreshauptversammlung auf Samstag, den 3.4.1971, Gastwirtschaft Albert Schlosser, Gacken­bach, festgelegt.

Außer der satzungsmäßig vorgeschriebenen Tagesordnung wird wieder ein Dia-Vortrag von Herrn Oberforstmeister Volkening, Forstamt Nassau/ Lahn,, der allen mit seinem ausgezeichneten Vortrag des vergangenen Jahres "Vögel unserer Heimat in guter Erinnerung ist, steigen. Das Thema des Vortrages, was ohne Zweifel wieder sein- interessant ist, wird noch in der persönlichen Einladung mitgeteilt. Im voraus werden aber schon jetzt alle Mit­glieder und Freunde des Vereins herzlich eingeladen.

Wasserzweckverband

Alle Anschlußnehmer der Wasserversorgung "Buchfinken­land" werden gebeten, festgestellte Geräusche und Störun­gen im Rohrnetz, die durch Fr oste in Wirkung über Winter oder sonst. Einflüssen entstanden sind, zu melden, damit diese sofort behoben werden können.

Der steigende Wasserverlust in den einzelnen Gemeinden läßt vermuten, daß wieder einige Rohrbrüche und Un­dichtigkeiten aufgetreten sind. Die Wirtschaftlichkeit des Wasserwerkes stützt sich auf ein dichtes Rohrnetz und hiervon abhängig ist der Wasserpreis. Deshalb die Bitte an alle: "Schäden im Rohrnetz sofort melden!"

Öffentliche Bekanntmachung

Am kommenden Sonntag, dem 21. März 1971 findet die Wahl zum Landtag in Rheinland-Pfalz statt. Das Wahllo­kal ist im Saale der Gaststätte Schlosser (an der Kirche) eingerichtet. Die Wahl beginnt um 8 .oo Uhr und endet um I 8.00 Uhr.

Es wird nochmals auf die Möglichkeit der Briefwahl hin­gewiesen. Alle Personen, die am Wahltage verhindert sind oder das Wahllokal aus anderen Gründen nicht aufsuchen können, haben die Möglichkeit, bis Samstag, den 2o. März, mittags 12. oo Uhr Briefwahlunterlagen zu bean­tragen.

Die Diezer Paddlergilde veranstaltet am 2o. u. 21. März 1971 auf dem Gelbach den diesjährigen Kanuten-Abfahrts- lauf, mit dem wieder die hessischen und rheinland- pfälzischen Meisterschaften verbunden sind.

Startbeginn ist am Samstag, dem 2o.3. nachmittags 15.oo Uhr am Hotel Berg in Dies. Sonntags beginnen die Kämpfe bereits um 9.oo Uhr.

Bei den über 3oo Teilnehmern aus allen Teilen der Bundes republik wird es wieder zu spannenden Kämpfen kommen.

Wußten Sie schon.

..... daß der Gelbach bis ins 18. Jahrhundert "Ahrbach hieß und hieran u.a. noch der Name "Kirchähr" erinnert?

. daß der Name "Ahr" aus dem Keltischen kommt

undWasser" bedeutet?

. daß der Name "Gelbach" vermutlich von den

gelben Abwassern herrührt, die Montabaurer Gerbe­reien in den Bach ließen?

. daß der Aubach etwa in Höhe der Montabaurer

Sommerwiese zum Gelbach wird?

. daß der Gelbach 949 erstmals urkundlich mit dem

Namen "Anar" erwähnt wird?

. daß von 1346 bis 1548 nachweislich folgende Pfar­rer die Pfarrei Kirchähr verwaltet haben?

1346 Pfarrer Johann (Nachname unbekannt)

1383 Pfarrer Arnoldus (Nachname unbekannt)

149o Kaplan Johann (Nachname unbekannt)

1529 Pfarrer Otto Sidenhair