Ausgabe 
15.1.1971
Seite
702
 
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Im Frühherbst soll ein Werk von Tennesse Williams auf die Bühne gestellt werden und gegen Ende des Jahres 1971 eine Kriminalkomödie folgen. Der Vorschlag wurde dis­kutiert und einstimmig gebilligt. Außerdem sollen nach den Erfolgen im Bereich des Puppenspiels und dem guten Start Ins Kabarett zusätzlich in diesen Bereichen weitere Darbietungen folgen.

KREISNACHRICHTEN

Ein neuer Abschnitt beginnt

Kre isverwaltung bezieht neues Verwaltungs­gebäude

Über loo Jahre hat das alte Gebäude in der Kehreinstraße, in dem zuletzt das Landratsamt für den Unter westerwald­kreis seinen Dienstsitz hatte, in bunter Folge Einrichtun­gen aus dem öffentlichen Leben beherbergt. Nun hat es ausgedient.

Sicherlich hat sich die Schwesternschaft, die in Dernbach ihr Mutterhaus hat, nicht vorstellen können, wer alles in den letzten loo Jahren in den Räumen " zu Hause r war. Im Jahre 1863 wurde der 1. Bauabschnitt begonnen und fast 5o Jahre, nämlich von 188o bis 1926, diente das Gebäude als Lehrerseminar zur Ausbildung von Lehrern. Nach 1933 war dort eine Verwaltung des Reichsarbeits­dienstes untergebracht. Nach dem 2. Weltkrieg residierte in den ersten Jahren die französische Militärregierung in dem Gebäude, und anschließend war es dann Verwal­tungssitz der Kreisverwaltung.

Am 11. dieses Monats beginnt der offizielle Umzug.Die Kreisverwaltung hofft, daß die Woche bis zum 15.1.1971 ausreicht, um das neue Gebäude so einzurichten, daß es dann nicht nur wie vorher in den zum Teil oft engen Räumen, sondern in der Großräumigkeit der einzelnen Etagen noch weit stärker als bisher dem Wohle der Bürger dient. Sicherlich wird es für die Bediensteten des Hauses selbst als auch für die Besucher eine gewisse Umstellung bedeuten, in einem sog. Großraumbüro den notwendigen Kontakt zu finden. Andererseits wird dadurch sicherlich die so oft zu Recht geforderte Bürgernähe der Verwaltung durch den neuen Funktionsraum gefördert. Die im übertra­genen Sinne bei allen Planungen für die zukünftigen Kommunalpolitischen Einrichtungen gewünschte " Einräumig­keit " der Verwaltung ist im wörtlichen Sinne in dem neuen Verwaltungsgebäude erreicht.

In den ersten Wochen und Monaten kann es noch einige An­laufschwierigkeiten geben. Landrat Dr. Heinen bittet inso­weit um Verständnis, denn er ist sicher, daß nach Über­windung solcher Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen Ver­waltungsgebäude eine der modernsten Verwaltungseinrichtun­gen im Land Rheinland-Pfalz geschaffen wurde. Das < neue Verwaltungsgebäude ist ein sichtbarer Beweis dafür, daß mo­derne Bauten und Einrichtungen nicht nur den großen Städten Vorbehalten sind.

Die offizielle Eröffnung ist für die zweite Märzwoche die­ses Jahres vorgesehen. Hierüber werden wir noch ausführ­lich berichten.

Anschaffung

einer mobilen Jugendverkehrsschule (frühere Bezeichnung : Schulverkehrsgarten ) für den Unterwesterwaldkreis

Die Verkehrserziehung an den Schulen ist eine zunehmend wichtige Aufgabe geworden. Aus diesem Grunde legte die Verwaltung dem Kreisausschuß in seiner letzten Sitzung einen Antrag der CDU zur Beschlußfassung vor, nach aem eine mobile Jugendverkehrsschule für den Unterwesterwald­kreis im Jahre 1971 anzuschaffen wäre.

Das Land gibt für die Anschaffungskosten einen Zuschuß von 25 °lo und auch von der Bezirks verkehrswacht Monta­baur wird ein weiterer Zuschuß erwartet. Die Einrichtung eines solchen Fahrzeuges erfolgt durch das Jugendwerk der Deutschen Shell-AG kostenlos. Die für die Bedienung des Fahrzeuges und die Erteilung des praktischen Verkehrsunter­richtes notwendige personelle Mitwirkung der Polizei

ist dadurch sichergestellt, daß sich die Bezirksregierung , Koblenz bereit erklärt hat, hierfür einen Beamten abzu­stellen.

Auch mit der Kre isverwaltung Oberwesterwald sind inzwi­schen Verhandlungen geführt worden, um zu klären, ob dort ein solcher Fahrzeugeinsatz unter gleichzeitiger anteiliger Kostenbeteiligung erwünscht ist. Eine endgültige Stellungnahme steht noch aus, jedoch ist im Grundsatz mit einem positiven Bescheid zu rechnen.

Der Kreisausschuß hat die entsprechende Anschaffung einer mobilen Jugend verkehrsschule als ein besonders wichtiges Erziehungsmittel für die schulpflichtigen Kinder beschlos­sen und darüber hinaus die Kre isverwaltung beauftragt, mit dem Oberwesterwaldkreis wegen einer Kostenbeteili­gung und des Einsatzes des anzuschaffenden Fahrzeuges auch im Oberwesterwaldkreis zu verhandeln.

Nach dem Kommandowechsel:

Mit neuem Kapitän ins erste neue Jahr.

Landrat Dr. Heinen zu den Zielen seiner Tätigkeit 1971.

Nachdem Dr. Heinen erst wenige Tage vor dem Jahreswechsel das Steuer des Unterwesterwaldkreises in die Hand genommen und sich in diesen Tagenmit Schiff und Mannschaft" vertraut gemacht hat, ist es sein erklärtes Ziel, den erfolgreichen Kurs seines Vorgängers weiterzuführen. Dabei gilt es, den avisierten Zielen der Vorjahre ein erhebliches Stück näher zu kommen und, soweit schon möglich, diese zu erreichen.

Im Bereich der Gesundheitspflege steht die weitgehende Fertigstel­lung des Krankenhausneubaues in Dernbach im Vordergrund, der vom Kreis mit erheblichen Anstrengungen finanziell unterstützt wird, um so eine optimale Versorgung der Bevölkerung durch mo­derne Krankenpflegeeinrichtungen sicherzustellen.

Auf dem Gebiet des Sports soll nunmehr gleich in den ersten Tagen des neuen Jahres der lang diskutierte Sportstätten-Modell-Leitplan für den Unterwesterwaldkreis vom Sozialministerium vorgelegt wer­den. Eine möglichst rasche Erörterung und Verabschiedung dieses Planes durch die Kreisgremien soll den Weg freimachen für die weitere Errichtung von Turn-, Sport- und Schwimmhallen sowie von Freischwimmbädern im ganzen Kreis. Die junge Generation - insbesondere die Schuljugend - hat ein Anrecht darauf, daß auf diesem Gebiet Einrichtungen geschaffen werden, die echte Lebens­freude schenken und darüber hinaus der Invasion von Frühinvali­dität und Zivilisationsschäden Einhalt gebieten.

In gleicher Richtung gehen die Bemühungen, den Erholungswert des Westerwaldes als Naherholungs- und Fremdenverkehrsgebiet ge­rade für die in den großen Städten und Ballungsgebieten wohnen­den Menschen zu fördern und die bestehenden Einrichtungen zu erweitern. Der Ausbau um den Köppelturm zu einem Restaurations­betrieb als erster Bauabschnitt, das Vorantreiben der Planungen und Arbeiten im Eisenbachtal - Errichtung von Staudamm mit Stausee, die Weiterführung der Arbeiten zur Errichtung des Naherholungs­zentrums Erlenhofsee in Ransbach-Baumbach sowie die organisatori­sche und finanzielle Hilfestellung für den Kreisverkehrsverein bei dessen Tätigkeit zur Verbesserung der Infrastrultur auf diesem Ge­biet runden die Zielvorstellungen ab.

Auch im neuen Jahr wird das Schulwesen einen weiten Raum in der Tätigkeit der Kreisverwaltung einnehmen. Insbesondere die Ver­besserung des Sonderschulwesens und der Ausbau der weiterführen­den Schulen stehen an erster Stelle dieser Bemühungen.

Die durch das neue Kindergartengesetz in Rheinland-Pfalz geschaf­fenen positiven Möglichkeiten einer zeitgemäßen und modernen Be­treuung der Kinder im vorschulpflichtigen Alter setzen einen wei­teren Akzent der kommunal-politischen Aufgabenstellung für den Kreis.

Die intensive Mitarbeit in der Planungsgemeinschaft Westerwald bei der möglichst raschen Erstellung des in Arbeit befindlichen Raumordnungsplanes mit einer umfassenden Analyse in wirtschaft­licher, industrieller, sozialer und kultureller Hinsicht ist eine wesent­liche korrespondierende Tangente der vorgenannten Aufgaben. Nach oder schon im Zusammenhang mit diesem Raumordnungsplan sollte nach den Vorstellungen von Dr. Heinen ernsthaft geprüft werden, ob nicht auf der Grundlage des gleichen jedoch noch subtileren Rasters ein Kreisentwicklungsplan erstellt werden sollte, der dann als Rahmenplan für das nächste Jahrzehnt Auftrag und Zielsetzung, aber auch Kontrolleur, der in den kommenden Jahren zu verwirk­lichenden Einzelmaßnahmen gelten würde. Mit dem Wohlstand kam im wahrsten Sinne des Wortes auch der Müll ins oder treffender ge­sagt übers Land. Dieses unheilvolle Nebenprodukt unserer Wohlstands­gesellschaft wird den Landkreis in den nächsten Jahren erheblich be­schäftigen, und das sollte nicht verschwiegen werden - auch einige Kosten verursachen, will man mit dem Umweltschutz erast machen und dies nicht nur als politisches Schlagwort benutzen. Die ersten Schritte auf diesem Gebiet hat Herr Landrat Dr. Heinen bereits im alten Jahr eingeleitet.