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TuS Montabaur
TuS Montabaur I eine Runde weiter !
Sieg im ersten Pokalspiel
Im 1. Pokalspiel war die einheimische 1. Mannschaft bei Wirges/Ebernhahn III zu Gast.
Von Beginn an machte Montabaur das Spiel und ging frühzeitig durch ein Kopfballtor von Theuer in Führung. Nochmals Theuer, Singethan und Stammler schossen bis zur Halbzeit in regelmäßigen Abständen eine beruhigende 4 : o Führung heraus. Die Elf spielte bis zu diesem Zeitpunkt unbeschwert auf und zeigte ein gutes und schnelles Spiel. Wirges/Eberhahn kam nur gelegentlich vor das Tor von Janta.
Die 2. Halbzeit begann zunächst wie die erste endete. Montabaur stürmte, Wirges/Ebernhahn verteidigte verbissen. Ab der 7o. Minute war dann der Faden gerissen. Nichts gelang mehr und die Gastgeber kamen immer mehr auf. Bis zum Schlußpfiff hatten sie von o : 4 auf 3:4 verkürzt. Mit diesem Sieg ist Montabaur im Pokal eine Runde weiter.
So spielten sie:
v. Janta, Loth K., Klemmer, Loth, D., Schmidt, Phillippi (Lettermann), Faber, Meuer, Theuer, Stammler, Singethan ( Pafthausen).
Das Freundschaftsspiel gegen den Bezirksligisten Bad Marienberg am 1.12.197o mußte wegen den schlechten Witterungsverhätnissen ausfallen. Das Spiel wurde am Dienstag, dem 8.12.197o, nachgeholt.
Letzter Strauß im Jahr
Spätherbstlich leer der Gartengrund.
Ich gehe dämmergrauen Pfad.
Liegt starr, verfranst das weite Rund, die Flur ringsum so fahl und matt.
Vom kahlen Strauch am Gartensaum das letzte Blatt tanzt zitternd, sacht,
Im welken Kraut, im Nebelraum die letzte Aster blühend wacht.
Ich pflücke sie mit leiser Hand, füg auch die Rose zart dazu, die einsam glüht am Wegesrand: der Frost sie deckt zum Sterben zu.
Das Dämmern sich dem Haus zuneigt.
Im Abendzwielicht wend ich mich.
Den letzten Strauß, - das Jahr sich beugt-, den brach ich gerne auch für dich.
Walter Kalb
Jahreshauptversammlung der Volksbank Montabaur
Direktor Hein konnte eine stolze Bilanz ziehen !
Es sei gleich vorweg berichtet: seine Verhandlungen mit der Volksbank Wallmerod waren von Erfolg gekrönt*, die Fusion wurde vollzogen.
Am 3o. 11.1970 wurde sie im vollbesetzten Saal des Kolpinghauses zu Montabaur bei einer Stimmenthaltung beschlossen. Und weiter können wir berichten, daß Aufsichtsratsmitglied Schlossermeister Georg Kochern nach 17-jähriger Tätigkeit ausschied und an seiner Stelle der Dachdeckermeister Reinhard Wetzlar aus Ruppach-Goldhausen gewählt wurde. Und ebenfalls im Zuge der Fusionierung schied nach 27-jähriger nebenamtlicher Tätigkeit im Vorstand das Mitglied Aloys Korbach, Montabaur, aus.
Der Kredithöchstbetrag wurde auf 75o.ooo DM erhöht. Ein absoluter Höhepunkt war der glanzvolle Geschäftsbericht, den Direktor Hein brillant den Anwesenden vortrug. Es war weniger ermüdendes Zahlenmaterial oder Statistik , nein, es war lebendige Realität, echte Erkenntnis und Schilderung der derzeitigen Situation, was Direktor Hein seinen Zuhörern zu sagen hatte. Eingangs setzte er sich mit der derzeitigen wirtschaft
lichen Lage auseinander; und es spricht für sein feines Einfühlungsvermögen und für seinen Scharfblick, mit dem er die Lage beurteilt, wenn er sagt: " War es in der Vergangenheit stets mehr oder weniger eine sogenannte importierte Inflation, so hat uns jetzt die Deutsche Bundesbank offiziell bestätigt, daß wir uns neuerdings eine hausgemachte Inflation eingebrockt haben, mit der wir auch selber fertig werden missen. Anders als früher ist festzustellen: leicht sinkende Preise bei importierten Waren und kräftig anziehende Preise für heimische Industrieerzeugnisse.
Aber offenbar hat der Stabilitätsbegriff seit geraumer Zeit einen merklichen und merkwürdigen Bedeutungswandel erfahren. Es muß doch immerhin als erstaunlich bezeichnet werden, wenn neuerdings in offiziellen Kreisen eine jährliche Preissteigerungsrate von 3 °jo als " normaler Preis für das wirtschaftliche Wachstum in der Bundesrepublik " und als noch ausreichend und tragbar für die Geldwertstabilität angesehen wird. Sie kennen wohl alle auch das Wort eines mittlerweile ausgeschiedenen Staatssekretärs, ausgerechnet aus dem Bundeswirtschaftsministerium, von der " relativen Stabilität " und der damit verbundenen gleichzeitigen Aufforderung an die Sparer, sich mit einer jährlichen Inflationsrate von sage und schreibe 4-5 °Jo abzufinden. So als wäre das gar nichts.
Und wenn Sie die Ausführung von Bundeskanzler Brand anläßlich der Hannover-Messe noch im Ohr haben, wonach die Bundesregierung die Vollbeschäftigung auch um den Preis leichter inflativer Entwicklungen sichern wolle, dann dürfen sie sich über die Folgen nicht wundern. Da kann man doch fordern und nehmen. Es kann doch nichts passieren.
Wir alle sind aus eigenem Interesse sicher Gegner der Arbeitslosigkeit. Wenn man Vollbeschäftigung aber als Beschäftigung bis an den Rand des Möglichen definieren sollte, dann ist das praktisch Überbeschäftigung und die muß preis- treibend wirken. Das wiederum zwingt die Bundesbank unweigerlich zu einem härteren Kurs.
Wir können daher nur darauf vertrauen, daß alle Partner innerhalb der Wirtschaft einsehen, daß man das wirtschaftliche Potential eines Volkes nicht ungestraft langfristig Uber fordern darf ".
Während er dann weiter Auftragslage, Wirtschaftswachstum und allgemeine Lage der Unternehmen beleuchtete,wobei er auch die militärische Lage nicht ausließ, ging er mit der Kapitalgesellschaft IOS scharf ins Gericht. Hier seine Ausführungen dazu :
” Die Aktien der IOS - Management Gesellschaft, die Mitte vergangenen Jahres bei 272,- DM standen, am Tage unserer vorjährigen Generalversammlung bei 135, - DM angelangt waren, stehen heute bei rd. 15,- DM. Das ist ein Verlust von fast 95 °]o.
Damals - und ich habe bereits zu einer Zeit in Wort und Schrift vor den Praktiken der IOS gewarnt, als man sich hier in Montabaur zur Eröffnungsparty der hiesigen IOS- Agentur mit Herrn Dr. Mende drängte, das war im April 1969 - damals habe ich manche wenig gute und hämischen Worte einstecken müssen. Sie kennen das Wort vom Prophet im eigenen Land. Da waren wir nur kleine, unbedarfte und neidische Geister. Was wollen die schon gegen die cleveren Burschen von IOS ausrichten ? Heute allerdings kann ich zu meiner Freude Dankschreiben solcher Mitbürger vorlegen, die ich durch ein rechtzeitiges und mehr als offenes und gewagtes Wort - zwischendurch hat uns die Rechtsabteilung der IOS-Zentrale in München ja auch die Klage angedroht - vor einem Engagement in fragwürdige Papiere abgehalten habe.
Es war dies, ich gebe es heute zu, ein privater Aufklärungsfeldzug, mit dem ich aber, so glaube ich heute feststellen zu dürfen, bewiesen habe, daß zum Bankgeschäft und zur soliden Anlageberatung etwas mehr gehören als blauer Anzug, Aktenkoffer und einige Amerikanismen.
Ich sagte Ihnen bereits vor Jahresfrist, daß wir Ihnen auch in der Folgezeit stets und gerne an der alten und wohlbekannten Adresse zur Verfügung stehen würden und habe dies für manch andere Einrichtung und Herren bezweifelt.
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