Ausgabe 
13.11.1970
Seite
565
 
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Friedhofshalle eingeweiht

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung konnte am vergangenen Sonntag die neue Friedhofshalle in Untershau- sen eingesegnet werden.

ln einer kleinen Feierstunde, die vom Mandolinenorchester Unterhausen mit einem Präludium von Theo Ritter einge­leitet wurde, nahmen Pfarrer Sunnus für die evangelische Pfarrgemeinde und Pfarrer Strieth für die katholische Pfarrei die kirchliche Einsegnung vor.

Bürgermeister Söllner gab in seiner Ansprache einen Über­blick über das Werden des Bauwerks. Als vor vier Jahren der Friedhof eingeweiht wurde, hätte man nicht gedacht, daß bei den vorhandenen begrenzten Mitteln dieses bedeu­tende Werk so schnell hätte verwirklicht werden können. Die Baukosten konnten durch die Mitarbeit fast aller Untershausener Bürger auf 3o.ooo DM beschränkt werden.

So etwa wurde das Baugrundstück dank des Entgegenkom­mens des vorherigen Besitzers, preisgünstig erworben. Die gesamte Bauplanung und Bauüberwachung wurde kostenlos übernommen, ebenso wurden alle Geräte und Baumaschi­nen ohne Geldforderung , ohne Bezahlung zur Verfügung gestellt, desgleichen alle Mauersteine, die Bäume und Sträucher.

Auch das Kreuzornament neben dem Eingang wurde kosten­los angefertigt. Viele Handwerker und Lieferanten sind der Gemeinde mit ihren Preisen entgegengekommen.

Über 5oo Arbeitsstunden wurde ohne Bezahlung geleistet, 3.000 DM spendete die Gemeinde. Nur das Tor und die Friedhofsglocke fehlen zur Zeit noch.

Bürgermeister Söllner meinte, es werde ein neues und be­sonders schön gelegenes Gebäude seiner Bestimmung über­geben. Er hoffe aber, daß es möglichst selten gebraucht werde.

Mit dem von beiden Konfessionen gemeinsam gesungenen Lied " Wenn ich einmal soll scheiden " klang die Feier­stunde aus.

Straßen werden geteert

In der Lindenstraße und " Am Beul werden von einer Görgeshausener Firma zur Zeit insgesamt 38o m Straße geteert und mit Bürgersteigen versehen. Die Baukosten sind auf rund 60.000 DM veranschlagt.

Spikes-Frist

darf nicht eingeschränkt werden !

München - Die Benutzungsfrist für Winterreifen mit Spikes darf auf keinen Fall eingeschränkt werden - die Verkehrs­sicherheit könnte dadurch bedenklich gefährdet werden.

Diese Meinung vertritt der Deutsche Touring Automobil- Club (DTC) , nachdem sich Straßenbauexperten aufgrund der angeblich durch die Spikes verursachten Fahrbahnschä­den für eine Verkürzung der Spikes-Frist auf vier Monate ausgesprochen haben. " Gerade der letzte Winter hat ge­zeigt, " erklärte ein DTC-Sprecher, " daß auf bundesdeut­schen Straßen schon im November, aber auch noch Ende April mit winterlichen Fahrbahnverhältnissen gerechnet werden muß ". Im übrigen seien die Beschädigungen der Straßen keinesfalls allein auf die verstärkte Benutzung von Spikes-Reifen zurückzuführen. Vielmehr seien von Jahr zu Jahr mehr aggressive Streusalze verwendet worden.

Im Winter 1969/70 habe man annähernd eine Million Tonnen Streusalz auf die bundesdeutschen Straßen gewor­fen, die sicher ganz erheblich zum Verschleiß der Fahr­bahndecken beigetragen hätten. ,

Im Interesse der Verkehrssicherheit könne während der , Wintermonate weder auf Spikes noch auf Streusalz ver­zichtet werden, auch wenn dadurch die Straßenoberflä­chen stärker beansprucht würden. Zweifellos ließe sich aber der Verschleiß der Fahrbahndecken auf ein geringeres Maß reduzieren, wenn beim Neu- und Ausbau von Stras­sen in größerem Umfang widerstandsfähigere Straßenbeläge verwendet werden würden.

Dennoch empfiehlt der DTC allen Autobesitzern, auch von sich aus mehr zur Schonung der Straßen beizutragen. Dazu gehöre in erster Linie eine vernünftige Fahrweise.

Auf scnnee- und eisfreien Straßen sollen Spikes-Reifen keinesfalls schneller als mit 13o km/st. gefahren werden, selbst wenn sie vom Hersteller für höhere Geschwindig­keiten freigegeben sind.

Bei großem Tempo wird nicht nur die Straßenoberfläche über Gebühr strapaziert. Auch die Sicherheit nimmt ra­pide ab, weil sich die Straßenlage des Wagens verschlech­tert und die Bremswege etwa ein Drittel länger werden als mit Normalreifen. Auch plötzliches Beschleunigen, rasante Kurvenfahrten und abrupte Bremsmanöver führen mit Spikes-Reifen zu starken Fahrbahnbeschädigungen. Darüberhinaus nützen sich bei einer solchen Fahrweise Spikes und Reifen anormal ab. Die teuren Winterreifen verschleißen vorzeitig.

Sizilien-

Autofähre nur von Neapel aus !

München. Wichtiger Hinweis des Deutschen Touring Auto­mobil Club (DTC) für Italienfahrer: Die einzige Möglich­keit, mit einer Fähre nach Sizilien zu kommen, besteht gegenwärtig nur von Neapel aus. Der Fährbetrieb zwi­schen dem italienischen Festland und der Insel ist durch die Unruhen und Streiks im Gebiet von Reggio di Cala­bria noch immer unterbrochen.

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