Ausgabe 
23.10.1970
Seite
502
 
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werden können, führt die Arbeiterwohlfahrt in der Zeit vo m 24. Oktober bis 1. November 197o im Nordteil des Landes Rhei n land-Pfalz" ihre Landessamrnlung durch

Es kann nicht bestritten werden, daß die materielle Not auch in unserem Lande zurückgegangen ist und Armut, Hunger und Not seltener geworden sind. Dennoch sind viele ungelöste soziale Notstände und Aufgaben geblieben. Sie haben sich nur gewandelt, sind anders oft größer und schwerwiegender geworden. Die soziale Not der Gegen­wart trägt andere Züge, sie sind für viele unserer Mitmen­schen: Verlassenheit, Einsamkeit und Hilf­losigkeit,

Die einem freien Wohlfahrtsverband gestellte, bisher unbewältigte große Aufgabe heißt: Allen Mitgliedern unse­rer heutigen Gesellschaftsordnung ein Leben zu bieten, daß der Würde des Menschen entspricht. Mitzuhelfen, un­abhängig von politischer, konfessioneller und gesellschaft­licher Zugehörigkeit, daß alle Menschen diese Daseins­erfüllung finden, ist eine der Aufgaben, die sich die Arbeiterwohlfahrt in unserem Lande gestellt hat. Dem Men­schen zu helfen, der durch körperliche Leiden,geistige Störungen, seelische Not, Krankheit oder Alter den An­schluß an die heutige Gesellschaft verloren hat, ist und bleibt eine ehrenvolle Aufgabe für einen Wohlfahrtsverband,

Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssen erhebliche finanziel­le Mittel aufgebracht werden, um die erforderlichen Maß­nahmen zu veranlassen und Einrichtungen hierfür zu schaffen.

Alle Mitmenschen, die zu helfen vermögen, sollten ihr Herz weit öffnen, wenn die Sammlerinnen und Sammler anläßlich der Herbstsammlung bei Ihnen um eine Spende bitten, damit das große Hilfswerk der Arbeiterwohlfahrt weitergeführt werden kann.

Sternwanderung zum Koppel

Die Leichtathletik-Gemeinschaft Uww. Höhr-Grenzhausen/ Montabaur veranstaltete am vergangenen Samstag für Schülerinnen und Schüler im Alter von 8-14 Jahren eine Sternwanderung zum Köppel.

Aus Höhr-Grenzhausen, Dernbach und Montabaur, aus Hor­ressen/Elgendorf und Ransbach/Baumbach waren die Grup­pen am frühen Nachmittag abmarschiert, um gegen 15 Uhr auf dem Köppel einzutreffen. Etwa 3oo Kinder fanden sich am Lagerfeuer ein, um den Nachmittag mit fröhli­chen Wettspielen zu verbringen. Kreissportbeauftragter Herbert Gerz aus Eigendorf war ebenfalls zum Treffpunkt gekommen, außerdem Kreisvorsitzender der Leichtathletik Paul Becker aus Höhr-Grenzhausen, sowie der Kreis- u. LGG-Schülerwart Ulrich Kessler.

Die Leitung der Veranstaltung lag in Händen von Willi Klein, Walter Alef, Paul Becker und Jürgen Müller für Höhr-Grenzhausen, Heinz Moisl für Dernbach, Edgar Busch für Montabaur, Karl Mock für Horressen/Elgendorf und Joachim Letschert für Ransbach/Baumbach.

Landrat Dr. Klinkhammer gewährte einen Zuschuß, der zur Turmbesteigung verwendet wurde. Die Industrie hatte Getränke gestiftet und sehr umlagert war auch die gestif­tete Würstchenbude, bei der Kinder ihre Verzehrbons gegen Verpflegung einwechseln konnten.

Gegen 17 Uhr traten die Gruppen den Heimweg an, in dem Bewußtsein und einig in der Beurteilung, daß es ein ganz besonders gelungenes, herrliches Vergnügen war.

Landesbühne Rheinland-Pfalz

Die Landesbühne bringt am FREITAG, 6. Nov. 197o, um 2ooo Uhr, in Montabaur, Festsaal der Jos.Kehrein- Schule

Michael Kramer "

Drama in 4 Akten von Gerhart Hauptmann.

Das noch durchaus mit der naturalistischen Sprach- und Bühnentechnik durchgeführte, gleichwohl über den Positivis­mus der naturalistischen Weltanschauung weit hinausdenken­de Drama Michael Kramer, entstanden in der frucht­baren Schaffenszeit 1899/19oo, gibt dieses Künstlerproblem in zweifacher Perspektive? als die Tragödie des genialen, aber gefährdeten und an der brutalen Wirklichkeit des Lebens hilflos scheiternden Sohnes und als die Tragödie des Vaters, der mit tiefstem Ernst und Ethos um die Kunst ringt, aber an ihrer höchsten Leistung und an der Aufgabe,

die ihm sein Sohn stellt, versagt. Mit diesen beiden Ge­stalten verbindet sich der Konflikt der Generationen, der seit dieser Zeit, von Hauptmann und Wedekind bis zum Expressionismus, als Zeichen der Ablösung zweier Zeit­alter eine zentrale Ausdrücklichkeit bekam. Mit beiden Gestalten verbindet sich weiterhin der Haß gegen das selbstzufriedene, geistlose Bürgertum der Jahrhundertwende, in dem die Brutalität des Lebens bösartig lauert. Arnold Kramer ist eine in ihrer Schonungslosigkeit unheimliche psychologische Studie - Michael Kramer ist die große tragische Gestalt. Nicht nur als Künstler, sondern vor allem als der Vater, dessen Leben in dem Sohn zugrunde­geht. Darin, wie dieser Vater sein Geschick auf sich nimmt, hat Hauptmann über einen nur pessimistischen Fatalismus hinaus den Ausdruck des echt Tragischen erreicht. Der letzte Akt mit der großen Rede Kramers am Sarge, einem einzigen Monolog, gibt ein Bekenntnis, das bis ins Tiefste des Menschlichen führt und über den Zusammen­hang des Dramas hinaus epochalen Sinn hat.

Kar te n vor ve rk au f: Städt. Verkehrsamt Rathaus, Zim­mer 8.

Herbstlied

Kühler Wind hüllt kahle Felder.

Purpurflammend stehn die Wälder.

Herbstzeitlosen frierend blühn.

Welke Blätter sinken leise.

Kraniche zur langen Reise eilends nach dem Süden ziehn.

Wie der Sprecht am Stamme hämmert.

Müder Herßst so rasch verdämmert.

Kränzt sein Laub den matten Pfad.

Reifeschwere Früchte fallen.

Ruhesehnsucht ist in allen Frühen Abends Schweigen naht.

Wallend Nebel ringsum wandern.

Bald kein Baum sieht mehr den andern.

Ob die Sonne ganz entflieht ?

Schwermut atmen trübe Wasser.

Graue Welt wird blaß und blasser.

Wie so kalt die Nacht aufzieht !

In des Herbstes Dämmergrauen letzte Chrysanthemen blauen.

Duftend harren sie aufs Grab.

Alles drängt zum Schlaf und Schweigen, will erschauernd still sich neigen.- Hoffen dämpft Vergängnis ab.

Walter Kalb.

Volkshochschule der Stadt Montabaur

Gymnastik für Mutter und Kind (3-6 Jahre )

Beginn am Freitag, dem 6. November 197o, um 17.oo Uhr, im Staatl. Gymnasium. Leitung: Frau Schlotter, Gebühren: 12,- DM, 12 Abende.

Früh- und Vorgeschichte der Heimat Vorträge und Excursionen unter Leitung von Herrn Viertel.

EINFÜHRUNG IN DIE VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE

Wilh.Schäfer, Oberlandwirtschaftsrat

Zeit: 15 Doppelstunden, jeweils dienstags 2o.oo Uhr,

Beginn: 3. November 197o

Ort: Landwirtschaftsschule Montabaur, Tiergartenstr. 1 Lehrgangsgebühr: 3o, - DM.

Für das Begreifen der modernen Welt, das Verständnis unserer gesellschaftlichen Umwelt, sozialer und politischer Entwicklungen ist heute die Kenntnis wirtschaftlicher Zu­sammenhänge und ökonomischer Gesetzmäßigkeiten drin - gend erforderlich.

Diese notwendigen Grundkenntnisse sollen in der Vorle­sungsreihe dargestellt und erarbeitet werden.

C SPRACHKURSE

1. Französisch für Anfänger Beginn am Dienstag, dem lo. November 197o, um 19.3o Uhr im Staatl. Gymnasium. Leitung: Herr Stud.-Ass. Schröder, Gebühren: 18,- DM, 15 Abende.

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