Ausgabe 
25.6.1970
Seite
263
 
Einzelbild herunterladen

RUND UM MONTABAUR Nr. 18/26/70/11

ts-M.

Uns« wird angelegt

2 *{ichen der Hauptstraße und dem Kissel werden gjrZeit die Versorgungsleitungen für eine Neubau- UnBe verlegt. Die ober# Südstraße ist daher zur Zeit gesperrt

Friedhof erweitert

Nihezu voll belegt ist der Hollerer Friedhof. Nun |jt man dabei, ihn um das Gelände zwischen dem £herigen Friedhof und der Leichenhalle zu er­weitern.

In memoriam JOSEF GROSS

Am 17. Juni 1970 schloß Bürger­meister Josef Groß aus Holler für immer seine Augen. Im Alter von 66 Jahren wurde er nach schwerer Krankheit heimgerufen.

Seit 1946 gehörte er dem Gemein­derat Holler an. 1952 wurde er zum 1. Beigeordneten und 1958 zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt Dieses Amt bekleidete er bis zum letzten Tag. Außerdem war er zwanzig Jahre lang als Ortsge­richtsvorsteher tätig.

Sein ganzes Leben stand im Dien­ste für seine Mitmenschen. Er be­saß das Vertrauen aller Einwohner seiner Gemeinde Holler. Seine Hilfsbereitschaft für jeden einzel­nen war unermüdlich, und doch blieb er selbstlos und bescheiden.

In seiner Gemeinde und im Her­zen aller, die ihn kannten, bleibt er unvergessen.

Kath. Pfarrgemeinde Holler

Gottesdienstordnung vom 27.6. - 4.7. 1970.

SAMSTAG, den 27.6.1970 Mariensamstag 17.00 Uhr Beichtgelegenheit; Rosenkranz 19.00 Uhr Amt für Peter Molsberger SONNTAG, den 28.6.1970 & Sonntag nach Pfingsten Keine Frühmessel Kollekte für den Hl. Vater

9.30 Uhr Hochamt 14.00 Uhr Andacht

MONT AG, den 29.6.1970 Peter u nd Pau I Schulgottesdienst 8-00 Uhr Hl. Messe für die Pfarrgemeinde

19.30 Uhr Amt für Leb: und Verst. des Jahr­gangs 09

DIENSTAG, den 30.6.1970 Kein Gottesdienste

Mittwoch, den 1.7.1970

19.30 Uhr Amt für Anna Maria Lehmler

Donnerstag den 2.7.1970 Heimsuchung

Mariens

7.00 UhiArptfür Adolf Gasser, Eltern und Schwiegereltern 17.00 Uhr Beichtgelegenheit

RE IT AG, den 3.7.1970 Herz-Jesu* i-reitag 7.00 Uhr Amt für die Gefallenen und Ver­mißten

^STAG. den 4.7.1970 Ulrich n' lJhr 2- Seelenamt für Josef Groß io Uhr Mchtgelegenheit; Rosenkranz ,wo Uhr Amt für Ludwig und Maria Ede

BÜRGERMEISTER JOSEF

Schon seit mehreren Wochen konnte Bürgermeister Groß seine Dienstgeschäfte nicht mehr ausführen.

Ein schweres Leiden hatte seine Einlieferung ins Montabaurer Krankenhaus erforderlich gemacht. Dennoch kam die Nachricht vom plötzlichen Hin­scheiden des Bürgermeisters für fast alle unerwartet. Josef Groß war am 1. April 1904 in Holler gebo­ren. Nach der Schulzeit war er in der elterlichen Landwirtschaft tätig. In den Winterhalbjahren 1919/20 und 1920/21 besuchte er die Landwirt­schaftsschule in Montabaur. 1934 heiratete er Ma­ria Groß geb. Lenz. Der Ehe entstammen fünf Söhne, von denen vier leben. Im Jahre 1943 wurde Josef Groß als Kraftfahrer zur Wehrmacht einge­zogen. Schwere Kämpfe mußte er am Kriegsende im Osten und in der Tschechoslowakei durchste­hen.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat begann für ihn trotz aller Arbeit zu Hause der Dienst für das Wohl der Allgemeinheit. Gleich bei der ersten Kommunalwahl am 15. September 1946 wurde er in den Gemeinderat berufen. 1950 wurde er Orts­gerichtsvorsteher und am 7. Dezember 1952 1. Bei­geordneter. Am 17. Januar 1958 wurde er zum Bürgermeister gewählt.

Zwei Wahlsprüche waren für ihn die Leitlinien der Arbeit in diesen 12 Jahren: "Tue recht und scheue niemand I" und "Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Treu diesen Grundsätzen und frei jeder parteipoli­tischen Bindung führte er seine Gemeinde.

In seine Amtsperiode fallen große Projekte, die er zu verwirklichen wußte oder deren Verwirk­lichung er in die Wege leitete:

1960/62 der Bau der Kläranlage, 1965 zwei Tief­bohrungen, 1969/70 der Bau des Hochbehälters und die Erneuerung des gesamten Wasserversor­gungsnetzes. Die Friedhofsmauer an der Mühlhohl wurde erneuert, ein Dorfplatz am Millscheider Weg angelegt Ortsstraßen, Wirtschaftswege und Forst­wege wurden befestigt und geteert, der Sportplatz erweitert. Zwei Neubaugebiete in Kissel und auf der Asbach wurden unter seiner Amtszeit erschlos­sen, ein Flächennutzungsplan aufgestellt. n<» Fer-

HORBACH

Aus der Geschichte der Spielvereinigung 1920 Horbach e.V.

Unter sehr schwierigen Verhältnissen wurde im Jah­re 1920 der FußballklubPhönix" gegründet. Kein Sportplatz, keine Trikots, keine Fußballschuhe, nicht einmal einen Fußball hatte man. Man spielte mit einem von den Amerikanern überlassenen Rug­by-Ball. Doch schon zwei Jahre später begann man mit dem Bau des Waldsportplatzes, der ohne Mithil­fe von Maschinen von den Mitgliedern erstellt wur­de.

Nach der Fusion des Turnvereins "Germania" Hor­bach und des Fußballclubs "Phönix" nannte man sich TuS Horbach. Die Leichtathletik wurde jedoch nicht fortgeführt. Als Fußballclub abgr war man

GROSS VERSTORBEN

tigstellung der vor der Vollendung stehenden Lei­chenhalle durfte er allerdings nicht mehr erleben. Bürgermeister Groß war ein Gönner und Förderer des Hollerer Vereinsiebens. Er gehörte ihnen in der Rege! stets an. Vom Deutschen Sängerbund und dem Nassauischen Feuerwehrverband erhielt er die Silberne Ehrennadel und den Ehrenbrief für 25jährige Tätigkeit.

In seiner Gemeinde war Josef Groß geachtet und anerkannt; das Landratsamt schätzte ihn als tüchti­gen Bürgermeister, der für sein Dorf stets das Beste und Vorteilhafteste zu erreichen suchte. Als steter Verfechter der Nassauischen Selbstverwaltung stand er den Bemühungen um eine Zentralisierung der Verwaltung skeptisch gegenüber, weil er darin vor allem die Bürgernähe gefährdet sah.

Am vergangenen Samstag folgte eine große Trauer­gemeinde seinem Sarge. Pfarrer Strieth betonte in seiner Begräbnisrede das stets gute Einvernehmen zwischen Zivil- und Pfarrgemeinde. Für den gläubi­gen Katholiken Josef Groß war im katholischen Holler das Wohl der Pfarrgemeinde gleichbedeutend mit dem seiner Zivilgemeinde. Gleichsam als letzte Freundesgeste an sein Dorf wiederholte Pfarrer Strieth, was der schwerkranke Mann ihm bei einem - Besuch einen Tag vor seinem Hinscheiden inständig auftrug: "Grüßen Sie mir alle I"

Im Namen der Gemeinde dankte der Z Beigeord­nete Peter Molsberger für die von ihm geleistete Arbeit 1. Kreisdeputierter Steinebach sprach im Auftrag des Landrats den posthumen Dank aus. Als Vertreter des Bürgermeisterrings Süd lobte Bür­germeister Hübinger aus Niederelbert die für alle Kollegen beispielhafte Haltung des Verstorbenen. Ähnlich taten dies auf ihre Art alle Vertreter der Vereine und die der Schulkinder. Während dfe Feu­erwehr die Ehrenwache am vor dem Sterbehause autbewahrten Sarg gehalten hatte, umrahmten der Gesangverein und der Musikverein mit ihreivDar- bietungen die Begräbnisfeier.

Unser Bild zeigt das mit Kränzen reich geschmück­te Grab des Versterbeneri.-

erfolgreich. Von 1928 bis 1932 war man von der Z Gauklasse in die 1. Bezirkskiasse aufgestiegen.

Von 1938 bis 1936 sowie während des Krieges ruh­te die Sporttätigkeit.

Nach dem Kriege mußte man sich auf Veranlassung der Besatzungsmacht hin inSpielvereinigung!' Hor­bach umbenennen. Man begann in der B - Kiasse und schaffte den Aufstieg in die Bezirksklasse. Im Spieljahr 1949/50 wurde die Pokalmeisterschaft im Unterwesterwaldkreis errungen. Wegen verschiede­ner Umstände konnte der Spielbetrieb von 1951 bis 1963 jedoch nicht aufrecht erhalten werden. Die I. Senior Mannschaft errang im Spieljahr 1965/66 die Kreismeisterschaft und den Gruppensieg der Z Kreisklasse und schaffte damit den Aufstieg in die 1. Kreisklasse, in der man bis 1967/68 verblieb. Nun steht die I. Mannschaft jedoch wieder am 1. Tabel­lenplatz der Süd - Staffel der Z Kreisklasse Unter- wasterwald und der erneute Aufstieg in die 1. Kreis-