damals gehörte, an den Kaiser Napoleon persönlich zu wenden, mit der untertänigsten Bitte, ihm hierzu die Genehmigung zu erteilen.
Es dauerte dann so einige Zeit, bis die so sehnlich erwartete Urkunde eintraf, der Patentbrief, den die Familien Lenaif noch heute besitzen: ein Pergament, 61,5 cm lang und 42,5 cm hoch. Auf der Rückseite zeigt es oben den Stempel Cour imperial de Liege in einer sehr vergriffenen und teilweise überklebten Schrift. An der Vorderseite hängt an vier Bändern, von denen je zwei blau und gelb sind, mit einem Durchmesser von 11,8 cm das rote Wachs
siegel Napoleon. Die Vorderseite des Siegels zeigt das Wappen Napoleons mit seinen Titeln, wie sie sich in der Urkunde wiederholen. Die Rückseite des Siegels hat als Darstellung eine Gestalt - Napoleon - vor seinem Thron mit darüberstehender Krone und der Schrift: Napoleon.
Der französische Text der Urkunde lautet übersetzt:
"Patentbrief mit der Ermächtigung für den Herrn Peter Josef Lenaif, sich als Untertan seiner Hoheit des Herzogs von Nassau- Usingen zu naturalisieren.
(wird fortgesetzt)
BADEFREUDEN
Bild: FOTO-MEISTER
Sommerfreuden sind kurz. Darum sollte man sie so richtig auskosten.
Das sommerlich warme Wetter lockt viele sehenden Bad sich so richtig von der Son- Besucher in das kürzlich eröffnete Freibad. ne bestrahlen zu lassen, wie es die beiden Es ist auch herrlich, nach einem erfri- Badenixen auf unserem Bild tun.
Speziell für unsere Leserinnen Schule der Schönheit
Die Parfümerie CONRADI in der Bahnhofstrasse lädt ein in die SCHULE DER SCHÖNHEIT, die vom 22. bis 24. Juni 1970 in ihrem Hause arrangiert ist. Alle Vorkehrungen sind getroffen um auch eine individu- alle Einzelberatung möglich zu machen. Eine ausgebildete BEAUTY HOSTESS zeigt und erklärt den Besucherinnen alles über die richtige Hautpflege und das persönliche make up.
Besonders interessant ist die Abendschule, die am 23. Juni um 20.oo Uhr vorgesehen ist. Das Haus Conradi empfiehlt unbedingt die Voranmeldung, da schon jetzt eine grosse Zahl von Interessentinnen vorgemerkt werden konnten.
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ACHTUNG
RASENMÄHER GESTOHLEN
Von einem Hausgrundstück in der Elgen- dorfer Strasse kam vermutlich durch Diebstahl ein Motormöher, Marke Falter, abhanden.
ZECHPRELLEREI
Festgenommen wurde ein junger Mann ohne festen Wohnsitz, der sich in einer Gaststätte bewirten liess, ohne über Barmittel zu verfügen. Der Untersuchungsrichter erliess Haftbefehl.
EINBRECHER GEFASST
Aufgeklärt werden konnte der in der Nacht zum 16. Dezember 1969 verübte Einbruchsdiebstahl in die Zulassungs stelle des Landratsamtes Montabaur. Als Täter wurden ein Ehepaar sowie ein weiterer Mann aus Offenbach/Main ermittelt und festgenommen. Bei der Tatausführung "arbeitete" das Trio mit Handfunksprechgeräten, um sich entsprechend abzusichern.
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Anzeigenannahme- und Redaktionsschluss! Wegen des Feiertages in der kommenden Woche wird der Redaktions- und Anzeigenannahmeschluss um 24 Stunden vorverlegt. Wir bitten unsere Kunden, diese Änderung in Ihrem und unserem Interesse zu beachten.
Vielen Dank im voraus DER VERLAG
MONTABAUR • Bahnhofstr. 18 • Ruf 3214
RUNDUM MONTABAUR Nr. 14/24/70/5
STEHKRAGEN VERLOREN Kleinanzeigen im vorigen Jahrhundert
"Am vorigen Samstag wurden zwei Stehkragen verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselben in der Expedition des Blattes abzugeben." Man liest manchmal kuriose Dinge im "Herzoglichen Wochenblatt" von Montabaur, dem. Vorgänger unseres Nachrichtenblattes "Rund um Montabaur". Wir haben einige Kleinanzeigen herausgepickt. Damals wie heute scheinen sich diese einer besonderen Wertschätzung erfreut zu haben, denn mannigfach sind beispielsweise die Gebrauchsgegenstände, die man zum Verkauf anbot: "Ein noch wenig gebrauchter Säulofen, für Gemeinde- und Schulzimmer geeignet, wird billig abgegeben bei Joseph Conradi."
"Acht noch brauchbare Fenster, fünf Ställe Schafdünger und eine noch brauchbare Treppe zu verkaufen bei E.J. Pingier dahier." "Ein Vorrath gemischter Asche (Holz und Kohlen) zu verkaufen." "Auch in diesem Herbste kann die Seminarbaumschule zu Montabaur wieder eine Anzahl hochstämmiger Äpfel-, Birnen- und Steinobstbäumchen und ein schönes Sortiment Pyramiden- und Zwergbäumchen in den verschiedenen Formen verkäuflich abgeben. Die Bäumchen sind gut und dauerhaft erzogen und mit den besten Sorten Tafel- und Wirtschaftsobst veredelt."
"Ein nöuer, starker, einspänniger Wagen, der auch als Ochsenwagen gebraucht werden kann, hebst zwei Mechaniken und zwei neuen Schmiedeblasbalgen billig zu verkaufen bei Jakob Wörsdörfer, Schmiedemeister." Und was gab es sonst noch zu kaufen: Frischmelkende Ziegen, Ochsen und Zugpferde, Heu, Stroh und Kleie, Kartoffeln und Holz, Mistjauche und Dunggruben. Manche schienen auch eine Versteigerung dem Verkauf vorzuziehen: "Die Unterzeichnete lässt am Dienstag, vormittags 9.oo Uhr, in der Behausung des Herrn Adam Molsberger in Montabaur folgende Mobilien als: 1 Überzieher, 1 Winterrock, mehrere Tuchröcke, Herrenhemden, Westen, und sonstige Kleidungsstücke, 1 Schleifstein, mehrere Sägen, 1 Kinderschlitten, sowie sonstige Mobiliargegenstände gegen Credit öffentlich versteigern. Adam Linz, Wittwe." Verhältnismässig selten sind Familienanzeigen: Meist sind es Todesanzeigen. Doch finden sich auch -solche: "Bei unserer Auswanderung nach Amerika sagen' wir allen unseren Verwandten, Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl und bitten uns in freundlichem Andenken zu halten. K. Nebgen, Wittwe und Kinder."
Es findet sich aber auch noch manch andere Anzeige vermischten Inhalts: "Dem H.M. dahier zur Nachricht, dass die Kuh, welche H.G. von J.P. gekauft und geschlachtet hat, 100 Pfund Fett hatte."
"Hiermit sage ich all denen, welche an dem Unglück das mich betroffen, indem ich eine Kuh verlor, so herzlich Antheil genommen und so freundlich Gelder gespendet haben, meinen herzlichen Dank. Martin f'aj'bel."
VOR HUNDERT JAHREN
"Wie hiessen die Lehrer", so hiess eine Notiz im vorigen Heft. Leider war dem Setzer dabei die Anmerkung unter den Tisch gefallen, dass diese vor 100 Jahren ln unseren Dörfern unterrichteten.

