Ausgabe 
11.6.1970
Seite
229
 
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damals gehörte, an den Kaiser Napoleon persönlich zu wenden, mit der untertänigsten Bitte, ihm hierzu die Genehmigung zu ertei­len.

Es dauerte dann so einige Zeit, bis die so sehnlich erwartete Urkunde eintraf, der Patentbrief, den die Familien Lenaif noch heute besitzen: ein Pergament, 61,5 cm lang und 42,5 cm hoch. Auf der Rückseite zeigt es oben den Stempel Cour imperial de Liege in einer sehr vergriffenen und teilweise überklebten Schrift. An der Vor­derseite hängt an vier Bändern, von denen je zwei blau und gelb sind, mit einem Durchmesser von 11,8 cm das rote Wachs­

siegel Napoleon. Die Vorderseite des Siegels zeigt das Wappen Napoleons mit seinen Titeln, wie sie sich in der Urkunde wieder­holen. Die Rückseite des Siegels hat als Darstellung eine Gestalt - Napoleon - vor seinem Thron mit darüberstehender Krone und der Schrift: Napoleon.

Der französische Text der Urkunde lautet übersetzt:

"Patentbrief mit der Ermächtigung für den Herrn Peter Josef Lenaif, sich als Unter­tan seiner Hoheit des Herzogs von Nassau- Usingen zu naturalisieren.

(wird fortgesetzt)

BADEFREUDEN

Bild: FOTO-MEISTER

Sommerfreuden sind kurz. Darum sollte man sie so richtig auskosten.

Das sommerlich warme Wetter lockt viele sehenden Bad sich so richtig von der Son- Besucher in das kürzlich eröffnete Freibad. ne bestrahlen zu lassen, wie es die beiden Es ist auch herrlich, nach einem erfri- Badenixen auf unserem Bild tun.

Speziell für unsere Leserinnen Schule der Schönheit

Die Parfümerie CONRADI in der Bahnhof­strasse lädt ein in die SCHULE DER SCHÖN­HEIT, die vom 22. bis 24. Juni 1970 in ihrem Hause arrangiert ist. Alle Vorkeh­rungen sind getroffen um auch eine individu- alle Einzelberatung möglich zu machen. Eine ausgebildete BEAUTY HOSTESS zeigt und erklärt den Besucherinnen alles über die richtige Hautpflege und das persön­liche make up.

Besonders interessant ist die Abendschule, die am 23. Juni um 20.oo Uhr vorgesehen ist. Das Haus Conradi empfiehlt unbedingt die Voranmeldung, da schon jetzt eine grosse Zahl von Interessentinnen vorgemerkt wer­den konnten.

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HEIMATBLATT "Rund um Montabaur" bestellt?

ACHTUNG

RASENMÄHER GESTOHLEN

Von einem Hausgrundstück in der Elgen- dorfer Strasse kam vermutlich durch Dieb­stahl ein Motormöher, Marke Falter, ab­handen.

ZECHPRELLEREI

Festgenommen wurde ein junger Mann ohne festen Wohnsitz, der sich in einer Gast­stätte bewirten liess, ohne über Barmittel zu verfügen. Der Untersuchungsrichter erliess Haftbefehl.

EINBRECHER GEFASST

Aufgeklärt werden konnte der in der Nacht zum 16. Dezember 1969 verübte Einbruchs­diebstahl in die Zulassungs stelle des Land­ratsamtes Montabaur. Als Täter wurden ein Ehepaar sowie ein weiterer Mann aus Of­fenbach/Main ermittelt und festgenommen. Bei der Tatausführung "arbeitete" das Trio mit Handfunksprechgeräten, um sich ent­sprechend abzusichern.

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Anzeigenannahme- und Redaktionsschluss! Wegen des Feiertages in der kommenden Woche wird der Redaktions- und Anzeigen­annahmeschluss um 24 Stunden vorverlegt. Wir bitten unsere Kunden, diese Änderung in Ihrem und unserem Interesse zu beach­ten.

Vielen Dank im voraus DER VERLAG

MONTABAUR Bahnhofstr. 18 Ruf 3214

RUNDUM MONTABAUR Nr. 14/24/70/5

STEHKRAGEN VERLOREN Kleinanzeigen im vorigen Jahrhundert

"Am vorigen Samstag wurden zwei Stehkra­gen verloren. Der redliche Finder wird ge­beten, dieselben in der Expedition des Blat­tes abzugeben." Man liest manchmal kuriose Dinge im "Herzoglichen Wochenblatt" von Montabaur, dem. Vorgänger unseres Nach­richtenblattes "Rund um Montabaur". Wir haben einige Kleinanzeigen herausgepickt. Damals wie heute scheinen sich diese einer besonderen Wertschätzung erfreut zu haben, denn mannigfach sind beispielsweise die Ge­brauchsgegenstände, die man zum Verkauf anbot: "Ein noch wenig gebrauchter Säul­ofen, für Gemeinde- und Schulzimmer ge­eignet, wird billig abgegeben bei Joseph Conradi."

"Acht noch brauchbare Fenster, fünf Ställe Schafdünger und eine noch brauchbare Trep­pe zu verkaufen bei E.J. Pingier dahier." "Ein Vorrath gemischter Asche (Holz und Kohlen) zu verkaufen." "Auch in diesem Herbste kann die Seminarbaumschule zu Montabaur wieder eine Anzahl hoch­stämmiger Äpfel-, Birnen- und Steinobst­bäumchen und ein schönes Sortiment Pyra­miden- und Zwergbäumchen in den ver­schiedenen Formen verkäuflich abgeben. Die Bäumchen sind gut und dauerhaft erzogen und mit den besten Sorten Tafel- und Wirt­schaftsobst veredelt."

"Ein nöuer, starker, einspänniger Wagen, der auch als Ochsenwagen gebraucht wer­den kann, hebst zwei Mechaniken und zwei neuen Schmiedeblasbalgen billig zu verkau­fen bei Jakob Wörsdörfer, Schmiedemeister." Und was gab es sonst noch zu kaufen: Frischmelkende Ziegen, Ochsen und Zug­pferde, Heu, Stroh und Kleie, Kartoffeln und Holz, Mistjauche und Dunggruben. Manche schienen auch eine Versteigerung dem Verkauf vorzuziehen: "Die Unterzeich­nete lässt am Dienstag, vormittags 9.oo Uhr, in der Behausung des Herrn Adam Molsberger in Montabaur folgende Mobilien als: 1 Überzieher, 1 Winterrock, mehrere Tuchröcke, Herrenhemden, Westen, und son­stige Kleidungsstücke, 1 Schleifstein, mehrere Sägen, 1 Kinderschlitten, sowie sonstige Mobiliargegenstände gegen Credit öffentlich versteigern. Adam Linz, Wittwe." Verhältnismässig selten sind Familienan­zeigen: Meist sind es Todesanzeigen. Doch finden sich auch -solche: "Bei unserer Aus­wanderung nach Amerika sagen' wir allen unseren Verwandten, Freunden und Be­kannten ein herzliches Lebewohl und bitten uns in freundlichem Andenken zu halten. K. Nebgen, Wittwe und Kinder."

Es findet sich aber auch noch manch andere Anzeige vermischten Inhalts: "Dem H.M. dahier zur Nachricht, dass die Kuh, wel­che H.G. von J.P. gekauft und geschlach­tet hat, 100 Pfund Fett hatte."

"Hiermit sage ich all denen, welche an dem Unglück das mich betroffen, indem ich eine Kuh verlor, so herzlich Antheil genommen und so freundlich Gelder gespendet haben, meinen herzlichen Dank. Martin f'aj'bel."

VOR HUNDERT JAHREN

"Wie hiessen die Lehrer", so hiess eine Notiz im vorigen Heft. Leider war dem Setzer dabei die Anmerkung unter den Tisch gefallen, dass diese vor 100 Jahren ln un­seren Dörfern unterrichteten.