Ausgabe 
7.5.1970
Seite
161
 
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1:0. Obwohl einige Stammspieler ersetzt werden mußten, boten die Gastgeber die spielerisch besse­re Leistung. Beim Endspurt der Gäste behielten die alten Routiniers der Einheimischen die Übersicht und verhinderten einen Torerfolg der Gäste. Durch den Sieg der SG ist die Meisterschaft wieder völlig offen. Das Spitzentrio zeigt folgendes Verlustpunk­tekonto:

Montabaur 11 6 Verlustpunkte

SG Horressen/Elgendorf 7 Verlustpunkte

SV Moschheim 7 Verlustpunkte

Bei dieser Gelegenheit darf daran erinnert werden, daß es seitens des Staffelleiters an der Zeit wäre, wieder einmal eine amtliche Tabelle zu veröffent­lichen.

VORSCHAU Sonntag, 10.5. 1970 SG Horressen/Elgendorf I - SG Eisbachtal SV Freirachdorf II - SG Horressen/Elgendorf III

Der SG Horressen/Elgendorf II ist spielfrei.

Samstag, 9.5. 1970

C-Jugend SG Horressen/Elgendorf - C-Jugend For­tuna Nauort

Gemeindeverwaltung Eigendorf KURZBERICHT

Die Fahrt nach Seilrain in Tirol hatte der Männergesangverein Freundschaft, Eigen­dorf, als Geste gegenüber dem Musik- und Trachtenverein von Sellrain arrangiert, die am kommenden Pfingstfest bereits zum drit­ten Male nach Eigendorf kommen, um mit ihrem musikalischen Können und ihrem Volksbrauchtum unsere Kirmesfeier zu ver­schönen. Zwei Autobusse für die über 100 Fahrtinteressenten wurden von Fa. Griesar, Ebernhahn, beschafft. Mitgefahren sind zu­nächst die Mitglieder des Gesangvereines mit ihren Angehörigen. Die restlichen Teil­nehmer stammen aus dem Kreis der Quar= tierspender. Leider hat uns der Wettergott im Stich gelassen. Unter den denkbar schlech­testen Bedingungen - Schnee und Regen - begann die Fahrt pünktlich am 3o.4., um 21.oo Uhr. Hinzukam, dass die Autobahn Köln-Frankfurt voll wie eine Wursthaut war und zwar in beiden Richtungen, so dass fast bis nach Frankfurt nur im Schnek- kentempo gefahren werden konnte. Im Rau­me südlich von Stuttgart waren Wald und Flur noch in Schnee verhüllt und der Schnee verliss uns nicht mehr, bis wir ans Ziel kamen. Mit viel Verspätung liefen die Busse

in Tirol ein. Am Fusse des Ziller-Berges - bekannt durch seine enorme Steigung - hat uns Herr Benner, der hier mit seinem Namen bestens bekannt ist, abgeholt und uns den weiteren Weg vorgefahren. Erst von diesem Augenblick sahen wir tief unter uns das Tal von Seilrain, das sich im satten Grün uns vorstellte, Um die Mittagsstunde am 1. Mai liefen wir in Seilrain ein. Vor der Schule warteten auf uns der Bürger­meister und der Musikverein. Nach einem Marschlied des Blasorchesters und der Be- grüssung durch den Bürgermeister antwor­tete der Gesangverein mit dem Sängergruss. Die Quartierverteilung verlief rasch und planmässig, denn man hatte sich dort gründ- lichst vorbereitet. Diejenigen, deren Quar­tier etwas abseits od. weiter entfernt lag, wurden von Autos abgeholt. Die Berge ha­ben sich in den Mittagsstunden immer stär­ker mit einem Schleier verhüllt» so dass unsere Neugierde nach der eigentlichen Berg­landschaft nicht zufriedengestellt werden konnte» Der Nebelschleier und das nicht gerade schöne Wetter hielt die ganzen Tage in Tirol an.

Mit viel Liebe hatten sich die Quartier­leute auf unser Kommen vorbereitet. Nach einem verspäteten Mittagstisch war nicht viel Zeit zum Ausruhen geblieben. Viele haben es daher vorgezogen, überhaupt nicht zu Bett zu gehen. Die erste Veranstaltung - ein Westerwälder Abend - sollte nach Mög­lichkeit pünktlich beginnen. Der Männerge­sangverein stellte den zahlreichen Besuchern einen Querschnitt aus seinem Repertoire vor. Die Vorträge wurden mit grossem App­laus verfolgt. Dem Bürgermeister von Seil­rain wurde bei dieser Gelegenheit ein Gast­geschenk - eine Farbaufnahme von Eigen­dorf - überreicht. So weit wir es beurteilen können, haben wir damit ins Schwarze ge­troffen. Der Gesangverein hat sowohl dem Musikverein als auch der Plattlergruppe je 1 wunderbare Vase übergeben, die eigens zu diesem Zwecke hergestellt waren. Die­se Veranstaltung wurde sehr lang, da nach dem offiziellen Teil das Tanzbein geschwun­gen wurde. Am Morgen des 2. Mai wurden länger als üblich die Betten gehütet. Mon­tags um 1/2 Uhr ging die Fahrt nach Inns­bruck los, um dort das berühmte Kunstge-

HORRESSENER BRUNNEN IN MONTABAUR

Die meisten werden diesen hölzernen Brun­nen an der Ecke Grenzweg/Elgendorfer Strasse in Montabaur kennen. Die wenigsten aber werden wissen, dass dieses Gelände

bereits zur Gemarkung Horressen gehört. Selbst das Ortsschild, das den Stadtbereich von Montabaur anzeigt, steht noch in Hor­ressen.

RUND UM MONTABAUR Nr. 10/19/70/11 mälde und die Hungerburg zu besuchen. Das faszinierende Gemälde ist berühmt durch seine ungewöhnliche Grösse und seinen künst­lerischen Wert. Ein Professor hat mit 2 Assistenten ein ganzes Jahr an diesem Kunst­werk gearbeitet, das den Freiheitskampf der Tiroler unter Andreas Hofer darstellt. Das Bild näher zu beschreiben ist praktisch nicht möglich, das muss man einfach gese­hen haben.

Die Hungerburg sollte nicht nur ein exklu­sives Lokal uns zeigen - es ging vielmehr um die Aussicht auf den alten und neuen Teil von Innsbruck. Leider hat das Wetter auch hier uns einen Strich durch die Rech­nung gemacht. So führen wir zeitig wieder in Richtung Sellrain, wo uns um 18 Uhr die Musikkapelle in voller Tracht erwarte­te, um uns mit einem Platzkonzert eine besondere Freude zu machen. Leider hat das Wetter auch dieses Vorhaben vereitelt. Das starke Schneetreiben machte das Mu­sizieren im Freien einfach unmöglich.

Am Abend dieses 2. Mai hat die Musik­kapelle Sellrain unter der Leitung von Ka­pellmeister Kapferer ihr Frühjahrskonzert im Gasthof Rothenbrunn durchgeführt. Das gesamte Programm wurde mit viel Elan und Temperament vorgetragen, das uns alle sehr erfreute. Die Pause hat der Gesang* verein mit dem Vortrag von 4 schönen Lie­dern ausgefüllt. Anschliessend war wieder Möglichkeit geboten, das Tanzbein zu schwin­gen. Für die erforderliche Bettruhe bekamen wir wieder wenig Zeit. Der Mnngergesang- verein hatte sich vorgenommen, am näch­sten Morgen das Hochamt mit ein paar Liedvorträgen zu verschönern. Der dortige Pfarrer war sehr begeistert. Die kath. Kir­che selbst stellt ein wunderbares Baudenk­mal vor, das im Renaissence - Barockstil erbaut ist. Die typischen Merkmale für die­sen Baustil fanden wir auch in Oberammer­gau vor.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand beim "Neuwirth" der Frühschoppen statt. Dabei wechselten sich der Gesangverein mit dem Blasorchester im Vortrag ab. Der Nach­mittag war freigehalten worden, damit jeder sich nach seinem pers. Verlangen die Berg­natur unter die Lupe nehmen konnte. Im­mer wieder - so auch hier - hat das schlech­te Wetter alle Vorhaben zum scheitern ver­urteilt. Am Abend fand die allgemeine Ver­abschiedung im gleichen Lokal statt. Der kath. Pfarrer zeigte mit einem wunderbaren Lichtbildervortrag uns Sellrain und Umge­bung. Nach dem offiziellen Teil war wieder Gelegenheit geboten, nach Herzenslust zu tanzen. Der 4. Mai war als Reisetag be­stimmt.

Morgens gegen 9 Uhr fuhren die Omnibus­se wieder durch das Seilraintal der Heimat zu. Diese Heimfahrt fand bei herrlichem Sonnenschein statt und so hatten wir im Vor­beifahren Möglichkeit, die herrliche Berg- welt zu bewundern. Bereits um 14 Uhr waren wir in Augsburg beim Mittagessen. Frisch gestärkt ging die Fahrt weiter und abends nach 10 Uhr waren wir wieder in Eigendorf. So schön die Fahrt auch war, wir waren wieder froh, zu Hause zu sein. Und nun werden bei uns die Vorbereitungen getroffen für das Wiedersehen an Pfingsten mit unseren Freunden aus Sellrain.. Dem Chronist der Gemeinde bleibt es überlas­sen, ausführlicher und zu gegebener Stun­de zu berichten. Der Allgemeinheit sollte hiermit lediglich ein Überblick über die Reise abgegeben werden. Winkenbach

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