Ausgabe 
24.4.970
Seite
123
 
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Nordrand der Sahara hat er viel gearbeitet.

Dort entstände ungezählte , für ihn charak­teristische Zeichnungen und farbenprächtige Studien.

Am 10. Juni bis 21. Juli 1914 weilte er zum letzten Mal bei seinen Angehörigen. Alles Zu­reden und auch die drohenden Gewitterwol­ken am politischen Horizont konnten ihn nicht veranlassen, seine Rückkehr nach Afrika nicht snzutreten. So wurde er dort auch nach dem Beginn des ersten Weltkrieges als Zivilinter­nierter gefangen gesetzt. Er erlebte in der Gefangenschaft zunächst in Kap Matijou eine einigermaßen erträgliche Zeit. Von seinem La­ger aus bot sich ihm eine herrliche Aussicht auf das nahe Meer und in die wundervolle Umgebung. Im Mai 1915 wurde er jedoch mit seinen Leidensgefährten nach Beerouaghia in eine ungesunde Sumpf- und Fiebergegend im Innern des Landes gebracht; in das Lan­deszuchthaus für die Araber. Im Mai 1916 wur­den die deutschen Zivilgefangenen aus Afrika nach Frankreich verbracht; dort kamen sie am 3.6.1916 in Garaison an, einem alten Kloster nördlich der Pyrenäen, unweit des bekannten Lourdes. Das alte Nierenleiden machte sich bei Ernst Weckerling wieder bemerkbar; In sei­ner Schwere wurde es von der ärztlichen Kommission zunächst jedoch nicht erkannt. Am 9. Januar 1917 erfolgte ein Austausch von zivilgefangenen Kranken von Garaison nach der Schweiz. Die Fahrt dorthin erfolgte bei em­pfindlicher Kälte; es stellte si ch bei Ernst Weckerling zusätzlich der Beginn der Lungen­entzündung ein. Er wurde in der Schweiz in ein Lager von Internierten in Bad Schinznach am Aarefluß in schöner, waldreicher Gegend gebracht. Am 15.1.1917 klagte er über heftige Schmerzen im Rücken. Sein Zustand ver­schlimmerte sich; deswegen wurde er am 19.1 1917 in die kantonale Krankenanstalt zu Aarau verlegt. Hier trat am 22.1.1917, kurz nach Mitternacht, der Tod Ernst Weckerlings durch Herzlähmung ein.

Wer, wie Ernst Weckerling, selbst die ganze Schwere einer langjährigen Kriegsgefangenschaft erlebt und in dieser sich in einem unheilbaren Kriegsleiden den Keim zu Tod geholt hat, der kann ermessen, was wohl auch dieser in den Jahren seiner Gefangenschaft erduldet hat.

wird fortgesetzt.

Pfingsten in Paris

Der Omnibus - Reisedienst Roßbach, Mtbr., führt in Zusammenarbeit mit VHS. Mtbr. vom 15. - 19. Mai

eine Studienfahrt nach Paris durch.

Preis: 135,00 DM darin sind enthalten:

Hin- und Rückfahrt, 4 Übernachtungen mit Frühstück, 1 Stadtrundfahrt (Führung Ober­studienrat Dr. Wenzel) sowie eine Fahrt nach Versailles.

Für Einzelzimmer wird ein Zuschlag erhoben. Anmeldungen: Rathaus , Zimmer 8

Forsythien sich wiegen

Goldglöckchen sich wiegen und läuten zum Fest.

Die Weiden tanzen im Wind.

Viele Immen summen im Silbergeäst um Blüten, zart, wunderlind.

Alle Amseln balzen vor Lebenslust.

Lustig Meisen streifen im Raum.

Es sprengt ihnen Jauchzen und Jubel die Brust.

"Sie tollen im Schwall und im Schaum.

Mein Herz singt mit in dem fröhlichen Lied,

- ein Windhauch, schwebend und leicht -, das durch die Fluren , die Bläue hinzieht und selig gen Himmel aufsteigt.

Walter Kalb

RUND UM MONTABAUR NR. 8/17/70/9

Ein Bulle versetzte die Elisabethenstraße in Angst und Schrecken. Er ließ sich nicht mehr bändigen und mußte vom Tierarzt erschossen werden. Ein Polizeiaufgebot, mit MP ausgerüstet, stand schon bereit. Ein Pferd schleifte den toten Gulaschlieferanten dann doch an den Ort seiner Bestimmung.

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Alte Tränke

Tagtäglich rast der Verkehr auf der Steil­strecke der Bundesstraße 49 an ihr vorüber; und nur selten noch kann sie einen müden Wanderer oder einen verschwitzten Radfahrer mit ihrem Wasser erfrischen. Wie anders war das in alten Zeiten, als hier noch der Kut­scher mit seinen Pferden mühsam bergaufzog.

im Stadtwald

Kaum jemals wurde da die Gelegenheit verpaßt, hier einen frischen Trunk zu nehmen. Wer einmal auf ihrem Rand hochsteigt, entdeckt dahinter zahlreiche ausgefahrene Weggleise. Sie beweisen, wie anstrengend es einst gewesen sein muß, die noch nicht befestigte Koblenzer Stras­se zu benutzen.

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Parkraum - Verschwendung

wird auf diesem kleinen Parkplatz zwischen Elisabethenstraße und Gebücksmauer be­trieben. Eine ordnungsgemäße Parknischen - Markierung ließe die EinsteiIplitze ver­doppeln. Fast alle Fahrzeuge werden mitten auf dem recht tiefen Platz abgestellt. Nach­folgende Wagen müssen sich querstellen und versperren so die Ausfahrt.