Ausgabe 
9.4.1970
Seite
99
 
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UNTERSHAUSEN

EINE ALTE LINDE ALS TUNNELBAU

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- mh - Einem ganzen Distrikt hatte die alte Linde einst ihren Namen aufgeprägt. Noch heute heissen die Walddistrikte nörd­lich der Stelzenbachstrasse "Vordere Linde" und "Hintere Linde". Als noch nicht der Hochwald stand, sondern eine Birkenheide sich über die Höhe hinzog, war die alte Linde vielleicht die "Unner", der Schutz­platz der Hirten.

Der Baum aber, der so vieles erzählen könnte, ist abgestorben. Eulen und Käuz­chen nisteten zuletzt in ihm. So musste man ihn fällen und ersetzte ihn anlässlich des "Tag des Baumes" vor zwei Jahren durch Rosskastanien und Nadelbäume.

An seiner Stelle soll bis zur Jahrhundert­wende ein Kapellchen gestanden haben. Be­mühungen eines frommen Bürgers aus Un- tershausen, ein neues Kapellchen zu er­richten, erfüllten sich nicht. Doch ist die Waldstelle bis heute ein Ort des stillen Einzelgebets geblieben. Darauf weist auch die Inschrift einer Marmortafel am schlich­ten Holzkreuz hin.

Noch liegt der mächtige Baumstamm am Dorfrand in Richtung Oberelbert. Da er völlig ausgehölt ist, soll er innen gesäu­bert und auf dem Spielplatz aufgestellt wer­den, den Alten zur ernsten Erinnerung, den Kindern zum fröhlichen Versteckspiel.

WIRZENBORN

Dieser stabile Fussgängersteg wurde vor

einigen Jahren mit Hilfe der Stadt Monta­baur oberhalb Wirzenborn in Höhe des Ho­tels Waldesruhe über den Gelbach errichtet. Doch was nutzt das schönste Brückchen, wenn der Zugang zu ihm nicht möglich ist. Auf der westlichen Talseite nämlich hat sich ein Seitenarm des Gelbachs ge­bildet. Die Wiesen sind dort völlig ver­

sumpft. Eine Ableitung des Seitenarmes und zwei Lastwagen Schotter könnten hier Ab­hilfe schaffen. Nun gehört aber dieses Eck­chen noch zur Gemarkung Holler. Holler aber wird aus verständlichen Gründen wenig Interesse an einer Herrichtung haben. Wir sind daher gespannt, wann von Montabaur oder Wirzenborn her die Initiative ergrif­fen wird und der Pfad in Ordnung gebracht wird.

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RUND UM MONTABAUR Nr. 6/15/70/15

NEUE STRASSENLEUCHTE

An der Ecke Stelzenbachstrasse/Waldstras­se wurde in dieser Woche eine neue Stras- senleuchte aufgestellt.

Destilliertes Wasser ist nicht giftig!

Manche Menschen glauben, destil­liertes Wasser sei giftig. Das trifft nicht zu. Es mangelt inm nur an den gesunden »Unreinheiten« des normalen Quell- und Grundwas­

sers. Diese Verunreinigungen sind mineralische Stoffe, die unser Körper als Spurenelemente be­sonders benötigt. Würde man län­gere Zeit nur destilliertes Wasser zu sich nehmen, würden sich Mangelkrankheiten einstellen.

BAT ALL PASSIERT

Olympia-Münze neu gestanzt.

Bi wärd en Kassel schwinn "gedanzt?"

Israel greift Syrien an.

Russ helft Nasser bu kann. Südost-Asien durjenanner.

Mao-tse-tung hissst do sein Bannser Mao-tse-tung hisst do sein Banner.

Die Jackle schreift ihr Memoire.

G. Baumann well zor Venus fahre.

Bäumler mööcht drei Kinner han.

Bei Farah kom et vierte an. Rebbert-Schwestern ön Komödie.

Gedize wor ön Gross-Tragödie.

Graf von Spreti wur entführt.

Dat Flugzeugflehe schwä gestürt.

Sudan-Rebelle sich ergewe.

Irland-Kreech es frösch am lewe.

Pop-Festival en Köln gewese, vom Haschisch stöhn do nix ze lese.

Bei der Vietnam-Sänger-Tur.

Nancy Sinatra Leutnant wur.

Aus Bischofsheim, bi mer vernemmt, Europas bester Kämmer kömmt.

Schalke 1 : 0 gewönne.

Roms Regierung schleecht befonne.

En Fulda Lausert hät geroocht, Millionenschaden mer bekloocht.

Weiland wur k.o. geschlohn.

Brandt well Nixon recht vill sohn. US-Verluste, als än Leier.

Kinner spillzeug würd och deuer.

En Köln danzt Fasenacht net mieh die Oben-Ohne-Tanzmarie.

Verkehrswacht legt Bllanze aus.

Um zoog dat Steuer-Mutterhaus,

Kistendeckel Kind ömworf.

"Dorf-Miss" wür jetzt Mogendorf.

W. Pelter hät en Brüssel lätzt Em Westteilkreis, bl mer erfuhr,

Herr Alfred Müller Schulrat wur.

Emil Witte, Kreisamtsrat, beruflich Jubiläum hat.

Die VHS vüranmarschlert, Realschulabschluss garantiert.

Wenter es nach als* am strenge.

Bat maach die nächste Woch os bräpge?

Egon Gräuel