Ausgabe 
9.4.1970
Seite
89
 
Einzelbild herunterladen

Sie verliefen mit äusserster Fairness und in einem ausgezeichneten Sportsgeist.

Am Morgen spielten die Junioren einen schönen Fussball. Tonnerre siegte 4 : 3. Gerechter Schiedsrichter war Herr Roy. Am Nachmittag spielten zunächst die Re­servemannschaften. Die Gäste siegten über­legen 2 : 0. Gustav Hesgenhar aus Monta­baur war ein ausgezeichneter Schiedsrich­ter.

Schliesslich waren auch die Spiele der beiden ersten Mannschaften. Montabaur steht an der Spitze der Bezirksliga, was in Frank­reich der Ehrenliga entspricht.

Man muss sagen, dass das Spiel für die Tonnerrer schwierig war. Trotz der guten Haltung der Tonnerrer stand es gegen Ende der 1. Halbzeit 2 : 0. Schliesslich trennte man sich 7:1. Schiedsrichter war Herr Roy.

SEHR GUTES EINVERNEHMEN.

Nach diesen Freundschaftsspielen trafen sich Spieler und Leiter beider Clubs zu einem Essen in Coussegrey. Das gegenseitige Ein­vernehmen war ausgezeichnet. Die meisten Deutschen waren besonders über die gute französische Küche überrascht.

Während der Mahlzeit hielten Herr Deses- quelles, Herr Relmont, der Präsident des Tonnerrer Clubs und Herr Foster, Vorsit­zender von TUS Montabaur, kurze Tisch­reden.

Herr Desquelles unterstrich darin den neuen Schritt auf dem Wege zur Freundschaft: Wir können feststellen: Die Montabaurer ha­ben durch ihre sie charakterisierenden Lei­stungen, ihre stete Höflichkeit und ihre aus­gezeichnete Haltung erneut die Tonnerrer überzeugt. Montabaurer Sportler, ihr habt gewonnen; wir sprechen Euch unsere Hoch­achtung aus, denn ihr habt sie verdient. Wir haben immer gedacht, dass unsere bei­den Länder ihre ihnen eigenen Qualitäten haben, die sich gegenseitig ergänzen. Wir hoffen, dass unsere Jugend verstehen wird, dass Disziplin und Organisation, die Euch charakterisieren, wichtige Trümpfe sind, und dass wir uns daran ein Beispiel nehmen kön­nen. Aber was zählen die Ergebnisse der Spiele. Wichtig ist, dass wir gemeinsam Sport treiben können. Was vor allem zählt, sind die Kontakte, die wir zwischen uns nehmen, erneuern und verbessern.

Präsident Desesquelles wurde etwas feier­licher, als er seinen Gästen vortrug:

Kürzlich lasen wir wieder einmal Victor Hugos "Legende der Jahrhunderte". Wir erinnern Euch darin an den Kampf Rolands und Olivers, der in manchen Zügen uns an die Geschichte unserer Länder erinnert: Roland und Oliver waren zwei Offiziere unseres gemeinsamen Herschers Charle- magne, Karl des Grossen; und sie bekämp­ften sich leidenschaftlich ausserhalb der Schlachten. Sie bekämpften sich vier Jahre lang ohne Ergebnis. Sie schlagen sich im furchtbaren Streit, Körper an Körper. Aber als beim fünften Male die Dämmerung herein­bricht, sagt Oliver zu Roland: "Wir kom­men zu keinem Ergebnis. Wäre es da nicht besser, wir wären Brüder? Höre, ich habe eine ledige Schwester, die schöne Aude, Heirate sie dochl "Bei Gott, das tu ich auch; und nun lass uns trinken. Denn es war ein helsser Kampf." So heiratet Ro­land die schöne Aude.

Nach diesem Gleichnis schloss Präsident Desesquelles:

Erlauben sie mir in einem Satz Victor Hugo zu parodieren, indem ich jedoch das

Versmass beachte: "C est alnsl que Ton­nerre s unit a Montabaur!" - "Und so Herr Relmont seinerseits erinnerte daran, dass die Tonnerrer Fussballer den Ursprung der zukünftigen Freundschaft zwischen bei­den Städten miterleben würden; und der Präsident des deutschen Clubs, der vom warmherzigen Empfang sehr angetan war, bedankte sich im Namen der Besucher für die zwei in Tonnerre verbrachten Tage. Noch spät in der Nacht sass man beisam­men und erst am Ostermontag gegen IO .00 Uhr fuhr man zurück.

Tonnerrer Leichtathleten in Montabaur

Unter der Überschrift "Jugend aus Ton­nerre zu Gast in Montabaur" berichtete "Rund um Montabaur" in der vorigen Aus­gabe über den Besuch der Sportler. "L Yonne Republicaine", die Heimatzeitung der Tonnerrer brachte ihrerseits nun auch einen sehr positiven Bildbericht über den Besuch in der zukünftigen Partnerstadt.

Hier einige Auszüge:

"Warmherziger und freundschaftlicher hät­te der Empfang gar nicht sein könnenl" ... "Im Rathaus wurde ein Umtrunk in Gegen­wart des Bürgermeisters und der Herren Kram, Busch und Wienand eingenommen. Wegen des Schnees blieb man am Nach­mittag bei den Gastfamilien. Trotz des Wet­ters fuhr man aber am Sonntag nach Bad Ems und Koblenz,

Die Sportveranstaltungen mussten im Saale stattfinden. Die deutsche Mannschaft war daran gewöhnt. Dennoch schlug sich die Tonnerrer Jugend tapfer . . . ."

In einem äusserst sympathischen Milieu fand die Übergabe der Geschenke statt.

Dann besuchte man eine Glasfabrik .

Am Abend wurde getanzt."

"Nach ihrer Rückkehr wurden die Tonnerrer Funktionäre für die gute Haltung ihrer Jugend beglückwünscht. Die neugeknüpften Freund­schaftsbande und die bestehende offenherzige Kameradschaft sind für die Tonnerrer eben­so wunderbare Geschenke wie die vielen Gastgeschenke aus Montabaur.

Mädchen angefahren

Pkw-Fahrer befuhr die B 49 in Richtung Koblenz. Am Grossen Markt Nr. 18, etwa 15 m hinter der Fussgängerampel lief plötz­lich und unerwartet ein 10-jähriges Mäd­chen von rechts kommend vor das Fahr­zeug. Obwohl der Pkw-Fahrer sofort bremste, konnte er nicht vermeiden, dass das Kind vom Fahrzeug erfasst und zu Boden geschleudert wurde. Das Mädchen wurde verletzt und wurde in das Kranken­haus Montabaur eingeliefert. Sachschaden entstand nicht.

AUFFAHRUNFALL

Pkw-Fahrer befuhr die B 255 aus Richtung Boden kommend m Richtung Montabaur. Bei km 0,875 bremste der Fahrer sein Fahr­zeug ab. Ein nachfolgender Pkw-Fahrer fuhr auf das Fahrzeug auf. Es entstand erheb­licher Sachschaden. Personen wurden keine verletzt,

Ladegut verletzte Jungen

Lkw-Fahrer befuhr in Montabaur die Bahn­hofstrasse ln Richtung Koblenz. In Höhe des Hauses Nr. 43 fielen von der Ladung ein Stapel Kistendeckel herunter und verletzten einen auf dem Bürgersteig ln Richtung Bahn­hof gehenden 13-Jährigen Jungen, Der Jun­ge wurde leicht verletzt. Der Fahrer, der von >n Unfall nichts bemerkt hatte, setzte

RUND UM MONTABAUR Nr. 6/15/70/5 seine Fahrt fort, konnte jedoch in Höhe der Kaserne Montabaur gestellt werden,

Einbrecher am Werk

Aus dem Vorraum der Gaststäte Schloss­keller wurde eine dort aufgestellte Zigaret­tenbox in den frühen Abendstunden des 3. April 1970 von bisher unbekannten Tätern gestohlen.

Hinweise?

Taubstummer vermißt

Aus dem Caritashaus Montabaur ist der taubstumme Pflegling Peter Pasternok, 57 Jahre alt, seit dem 26.3.1970 abgängig. Der Vermisste ist ca. 160 cm gross,schlank bis schwächlich, hat lichtes, graugemischtes Haar, ein bleiches Gesicht, senkrechte Stirn, Stirnfalten, buschige, zusammengewachsene Augenbrauen, abstehende Ohren. Er war be­kleidet mit einer braunen Jacke und einer blau-weissen, längsgestreiften Anstalts­hose. In allen Kleidungsstücken ist die Nr. 144 - rot auf weissem Grund - eingenäht. Möglicherweise hat der Vermisste, der trotz seines Gebrechens orientiert ist und sich schriftlich verständlich machen kann, Auf­nahme bei einem Landwirt gefunden.

Wer kann Angaben über den Verbleib machen?

Fremdenverkehrsgemeinden

Das Ministerium für Wirtschaft und Ver­kehr hat eine Liste der Fremdenverkehrs­gemeinden 1970 herausgegeben. Danach sind im Verbreitungsgebiet unseres Nachrichten­blattes neben Montabaur auch Horbach, Gackenbach und Welschneudorf anerkannte Fremdenverkehrsgemeinden. Dies hat vor allem wegen der Verordnung über die Poli­zeistunde Bedeutung.

Salweide zum Krüppel gerissen

Bekanntlich dürfen die Blüten der Salweide nicht gepflückt werden, weil sie die erste Nahrung der Insekten sind. Trotzdem wer­den immer wieder ganze Äste abgerissen. So geschah es dieser Tage auch am Stel­zenbach unterhalb der Mai au. "Naturfreun­de" haben sie zum Krüppel gerissen. Jäm­merlich verstümmelt steht sie nun da.

Wann blühen die Pflaumenbäume ?

Nach Angaben des Wetterdienstes werden die Pflaumenbäume rund um Montabaur in diesem Jahr erst nach Christi Himmelfahrt zu blühen anfangen. Ob es zutreffen wird?

SACHSCHADEN

MONTABAUR, den 7.4. 1970, 17.50 Uhr PKW - Fahrer wollte sein Fahrzeug vom Parkplatz vor der Kreissparkasse auf die B 49 zurücksetzen. Hierbei streifte er einen ebenfalls dort abgestellten PKW. Es ent­stand leichter Sachschaden.

TuS 1846/1912 e. V. Montabaur

TuS Montabaur Rot-Weiß Keram- chemie Siershahn 2:2 n.V.

Am vergangenen Sonntag standen sich die beiden 1. Seniorenmannschaften des TuS Montabaur und der Rot - Welss Keram- chemie Siershann in einem Pokalspiel im Stadion Mons Tabor gegenüber.

In der 1. Halbzeit war M r ntabaur tonan­gebend und der Bezirksligist lag bis zur Pause mit 1:0 zurück. Auch in der 2. Halb­zeit war Montabaur zu Jeder Zelt ein glelch- ( Lesen Sie Ditto weiter auf SHite 7)