Ausgabe 
14.11.1969 (Vorlage 14.10.1969)
 
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50 JAHRE VOLKSBUND DEUTSCHE KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE BEDEUTET 50 JAHRE DIENST AM MENSCHEN UND DIENST AM FRIEDEN

Die Vollendung dieser fünf Jahrzehnte ist ein Zeitpunkt, der zur Rückschau anhält. Zur Rückschau auf die Arbeit des gesamten Volksbundes, aber auch auf die 20 Jahre Arbeit des Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Diesem Zweck dienen die Ausführungen dieses Berichtes.

Rückschau allein genügt jedoch nicht. Denn die Vollendung der fünf Jahrzehnte mahnt uns auch, den Blick in die Zukunft zu richten und uns zu besinnen, welche Aufgaben unsere Tage und die Zukunft an uns stellen. Die Forderung "Achtung vor dem Menschen" ist die Grundlage der Arbeit des Volksbundes. Eine Forderung, die durch die Millionen der Kriegsgräber ständig neu erhoben wird, eine Forderung, zur Erhaltung des Friedens. Deshalb hält der Volksbund das Gedenken an die Opfer der Kriege und an die Opfer der Gewaltherrschaft lebendig. Er will damit den Angehörigen der Toten einen Trost geben. Er führt aber auch die Lebenden an die Gräberstätten, damit diese Gräber sie mahnen und dazu helfen, neue Kriege und Gewalt­herrschaften zu verhindern.

Der Volksbund schlägt durch seine Arbeit an diesen Gräbern Brücken der Versöhnung von Volk zu Volk. Die Ju­gend leistet dabei einen bedeutsamen Beitrag für die Völkerverständigung. Die Arbeit der Jugend an den Gräbern fördert aber auch die Verständigung zwischen den Generationen. Nur wenn sie Verständnis füreinander aufbringen, können Menschen verschiedener Völker und verschiedener Generationen sinnvoll miteinander leben.

Voraussetzung für diese Arbeit des Volksbundes ist dieToieranz. Sie ermöglicht die Mitarbeit aller, die dazu be­reit sind. Mögen wir neue Freunde für unsere Arbeit gewinnen und Mitarbeiter, die guten Willens sind für den Dienst am Men­schen und den Dienst am Frieden.

Josef J an son

(Landesvorsitzender des Landesverb. Rheinl. -Pfalz)

VOLKSTRAUERTAG 1969

Das Jubiläum des Volksbundes sei Anlaß, auf die Einweihung des "Ehrenhain Westerwald" in Montabaur hinzu­weisen, der am 28. Juli 1957 fertiggestellt war. Wir zitieren hier auszugsweise aus der Gedenkschrift:

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Die Einweihungsfeier des "Ehrenhain Westerwald" fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung statt. Damals kamen auch viele Besucher aus der DDR, deren Angehörige auf der Kriegsgräberstätte ruhen.

Es wäre unrealistisch zu leugnen, daß die Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an der jährlichen Gedenk­stunde nachgelassen hat. Das gilt selbst für Angehörige der Gefallenen.

Trotzdem behauptet der Volkstrauertag in unserem Lande immer noch seinen Platz. Kriegsgräber und "Volks­bund" sind eben untrennbare Begriffe. Theologisch und ideologisch verbrämte Neinsagerstimmen zum Sinn des Totengeden­kens bleiben Einzelerscheinungen.

Wir laden deshalb auch in diesem Jahr die Bevölkerung der Stadt, alle Vereine, Verbände und Organisationen, insbesondere die Angehörigen der Gefallenen, die Witwen und Waisen beider Kriege ein, teilzunehmen an der

GED_Ä_CHT2iI_S_F_E_I ER_ zum Volkstrauertag am 16. Nov. 1969 Aufstellung um 17. 00 Uhr an der katholischen Kirche.

Sonnenschein - Obmann der Deutschen Kriegsgräberfürsorge - Ortsgruppe Montabaur

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