Ausgabe 
11.7.1969
 
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in der Westerwälder Geschichte. Und wer vorher bereits das Städtchen und das Schloß besichtigt und in die We­sterwaldlandschaft gesehen hat, der findet im Hause ge­nau das, was sein geistiges Auge draußen geahnt hat.

Zwar finden wir hier nicht eine Überfülle von vor- und frühzeitlichen Funden. Aber das, was vorhanden und mit Liebe geordnet ist, reicht aus, um zu zeigen, daß auch dieses Westerwaldland, dessen Mittelpunkt Montabaur heu­te ist, den Anspruch erheben kann, uralter Kulturboden zu sein. Erinnerungsstücke an die Römer sind ebenso zu sehen wie fränkische Grabfunde.

Gebrauchsgegenstände, Münzen und Beispiele künstlerischer Betätigung vom Mittelalter über Renaissance und Barock bis zur Jahrhundertwende sprechen vom Westerwälder Le­ben in diesen Zeiten. Sie zeigen zugleich die enge Ver­bundenheit des Montabaurer Raumes mit dem kurtrierischen bis zum letzten Kurfürsten von Trier, Klemens Wenzeslaus, der in Montabaur seine letzte Residenz hatte.

Und wer noch die alten Westerwälder Möbel, die alten Trachten und die vielen anderen Erinnerungsstücke in der Atmosphäre dieses Hauses gesehen hat, der wird jedem seiner Freunde nur raten können, das Kreis-Heimat-Mu- seum in Montabaur zu besuchen. Denn wenn auch der Wissenschaftler hier voll auf seine Kosten kommt, ent­scheidender ist die Liebe zur Heimat, die man deutlich in den Räumen des Museums als die Triebfeder aller hier getanen Arbeit spürt. Heimatliebe bildet Sinn, Aufgabe und Ziel für das Museum und alle, die ihm ihre Arbeit widmen. Darum sollte man den Besuch des Kreis-Heimat- Museums nicht allein den Fremden überlassen. Gerade für die Montabaurer überhaupt ist das Museum da. "

Der vorstehende Bericht ist als Erinnerung an die Vergangen­heit aufzufassen. Was in Zukunft mit dem Kreisheimat­museum geschehen wird, darüber ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Hoffen wir, daß durch eine allseits befriedigende Lösung eine Einrichtung in unserer Stadt er­halten bleibt, deren geschichtlicher Wert längst ais erwie­sen gilt.

Kennen Sie Montabaur ?

Ein kleines Heimat-Quiz Fragen:

1. Wo befindet sich Rambs Älchen?

2. Schätzen Sie die Entfernung Rathaus - Köppelturm (Luftlinie)!

3. Welchen Namen trägt die Montabaurer Kaserne?

4. Wo befindet sich noch ein Brandweiher?

5. Welcher Limburger Bischof war Ehrenbürger der Stadt?

kennen sie montabaur ?

Antwor ten:

1. Rambs Älchen nennt sich der Verbindungsweg zwi­schen Färberbachstraße und Unterer Plötzgasse.

2. Die Luftlinie vom Rathaus zum Köppelturm beträgt 5 km und 650 m.

3. Die Montabaurer Bundeswehreinheit ist in der 'Wester­wald-Kaserne" untergebracht.

4. Im Park de's Brüderkrankenhauses befindet sich ein Brandweiher.

5. Bischof Ferdinand Dirichs war Ehrenbürger der Stadt Montabaur.

Verantwortlich für den Textsatz:

Frau Inge Haas.

RECHTSFÄLLE DES ALLTAGS

Nicht nachträglich Urlaub

Ein Arbeiter hatte nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses eineZahlungdafürgefordert,daß er seinen Urlaub nicht in Form von Freizeit habe nehmen können. Der Unternehmer hielt dem entgegen, daß er während des Bestehens des Arbeitsverhältnis­ses gebummelt und gelegentlich auch angeblich wegen Krank­heit gefehlt habe, ohne dies durch Vorlage einer Arbeitsunfä­higkeitsbescheinigung ausreichend und rechtzeitig zu entschul­digen. Damit habe er sich selbst die gewünschte Freizeit ver­schafft. Das Landesarbeitsgericht Bayern (6 Sa 233/67 N) gab jedoch dem Arbeiter recht. Die vom Arbeitgeber vorge­nommene Anrechnung angeblicher Bummel und Krankheits­tage auf den Urlaub sei unzulässig, weil sie gegen die Unabding­barkeit des Urlaubsanspruchs verstoße.

Kunde hat Rücktrittsrecht

Daß der Kunde ein Rücktrittsrecht hat, wenn er Opfer eines wortgewaltigen Vertreters geworden ist, hat das Landgericht Oldenburg in einem Urteil festgestellt (3 S 112/68). Bei einer wenig begüterten Frau, die mit einer kargen Rente zwei Kin­der erhalten muß, hatte ein Vertreter geklingelt, der Schreib­maschinen undkurse verkaufen wollte. Er ließ dabei durch- blicken, daß er bereits mit dem Lehrer der Schule gesprochen habe, der sich über die Leistungsschwäche des Sohnes beklagt hätte Für das Kind sei es unbedingt von Vorteil, einen Schreib­maschinenkurs zu belegen. Die Frau war dem Wortschwall nicht gewachsen und Unterzeichnete das vorgelegte Formular. Zur Besinnung gekommen versuchte sie dann zunächst ohne Erfolg von dem Vertrag wieder loszukommen. Das Landge­richt Oldenburg wies die Klage des Vertriebs ab. Das Vorgehen des Vertreters müsse als unlauter bezeichnet werden. Der Ver­treter habe deshalb am Tage nach der Unterzeichnung des Ver­trages die Pflicht gehabt, den Vertrag auf Vorstellung der Frau rückgängig zu machen.

TIPS FÜR BLUMENFREUNDE

Blattläuse auf dem Balkon

Für die Blumen auf dem Balkon sind Blattläuse die einzigen Schädlinge, mit denen man rechnen muß. Man wird ihrer leicht Herr durch Verwendung eines Stäubemittels. Im übrigen soll­te man sich bei den Wassergaben nach der Witterung richten. Während sehr trockenen Wetters im Sommer muß in der Regel mindestens einmal am Tage die Gießkanne in Aktion treten.

Efeutute anspruchslos

Zu den beliebtesten rankenden Zimmerpflanzen gehört die Efeutute, deren botanischer Name ursprünglich Scindapsus lautete. Hübsch wirken die lederartigen Blätter, die je nach Alter und Kulturstand unterschiedlich groß werden können. Ihre wirkungsvolle gelbe Blattzeichnung entwickelt sich jedoch nur bei ausreichenden Lichtverhältnissen. An zu dunklem Platz bildet die Pflanze mehr Chlorophyll, die schöne Blatt­zeichnung (Panaschierung) verschwindet. Die Efeutute ist an­spruchslos. Nur vor sengender Sommersonne möchte sie etwas Schutz. Übliche Zimmertemperaturen werden gut vertragen. Der Wurzelballen ist während des Wachstums gleichmäßig feucht zu halten. Im Winter wird weniger gegossen.

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