»SAUNA«
Als eine der wenigen freundlichen Erinnerungen brachten deutsche Soldaten aus dem letzten Krieg die Kenntnisse der „Sauna“ mit, jenes eigenartigen finnischen Bades in einem hölzernen Raum mit aufsteigenden Bänken, dessen Luft durch einen speziellen Ofen bis zur Siedetemperatur des Wassers erhitzt wird. Nach' einer Entwicklung von nur 2 Jahrzehnten zählen wir 2.000 öffentliche Saunabäder, die von monatlich mehr als 2 Millionen Menschen besucht werden. Dazu kommen noch die Saunaanhänger, welche sich eine eigene Sauna im Hause gebaut haben. Solche Haus—Saunas sind schon mehr vorhanden als Swimmings- Pools.
Saunen sind eine aktiv benutzte Gesundheitsquelle.
Eine Reihe von Herstellern hat sich dem Sauna—Gebiet zugewandt, produziert Öfen für elektrische, Gas- und Ölheizung und baut die typischen hölzernen Kabinen. Auf den Messen drängen sich die Interessenten an deren Ständen, und all die Menschen dort wollen nicht nur einen Blick auf Ausrüstung und Einrichtung einer Sauna erhaschen, sondern viele Einzelheiten über die Eigenschaften, den Gebrauch und die Wirkung des Gesundheitsbades erfahren. Da hören sie dann, daß es Holz sein muß, das zusammen mit dem Ofen für das richtige Sauna—Klima sorgt, daß der Badende nur dann volle Sauna—Wirkunghat, wenn er im Raum die Wärme auf Haut und Atemwege wirken läßt. Die große Bekömmlichkeit der hohen Temperatur beruht auf der trockenen Luft, die es gestattet, daß viel von dem reichlich fließenden Schweiß verdunstet und die Haut kühlt. Und man erfährt, daß im Zeichen der Konjunktur manchmal nicht saunamässi- ger Ersatz, sogar unter Verwendung des finnischen Namens Sauna, angeboten wird, daß man echt und unecht wohl unterscheiden muß. Mit großem Nachdruck weist der Deutsche Sauna—Bund daraufhin, daß Schwitzzelte und —kästen mit 50 — 60 °C ohne das so wirksame Holz keine Sauna sind.
Zur richtigen Sauna gehört aber auch die
Abkühlung des „hochgeheizten Körpers“; man geht kurz ins Freie und kühlt die Lungen mit der Außenluft und schließt den so wirkungsvollen Kneipp’schen Guß
an oder taucht kurz in kaltes Wasser ein. Erst der Wechsel von heiß und kalt trainiert im Körper des modernen Menschen darniederliegende Regulationen, übt die Blutgefäße und regt Herztätigkeit und Stoffwechsel an.
Während der finnische Bauer in der Sauna nach schwerer Arbeit die Reinigung der Haut und eine Erholung seines müden Körpers erstrebt, wollen deutsche Sauna - Benutzer, zum Teil als Ersatz für fehlende körperliche Betätigung, wichtige Funktionen des Organismus trainieren. Sie erreichen durch die regelmäßige wöchentliche Anwendung eine erstaunliche Abhärtung gegen Infekte, erleben an sich besseren Schlaf, gesteigerte Leistungsfähigkeit und eine günstige Wirkung auf das Körpergewicht. Dabei ist der Gebrauch dieser deutschen Gesundheitssauna keineswegs eine Anstrengung, die eine besonders kräftige Konstitution voraussetzt.
Es beruht auf einer Verwechslung mit dem Dampfbad - feuchte Wäre, Schwüle, belastet den Menschen — wenn manchmal vermutet wird, das Saunabad sei nur für junge, sportliche Naturen geeignet. Ein Blick in eines der zahlreichen öffentlichen Sauna—Bäder in der Städten (und neuerdings auch auf dem Lande in den Dorfgemeinschaftshäusern) läßt erkennen, daß bei den dort anzutreffenden Altersstufen (bis ins höchste Greisenalter) eine höchstbekömmliche Form der Körper— und Gesundheitspflege vorliegt. Für eine richtige und wohldosierte Anwendung sorgen Saunameister, verständliche Einführungshefte und instruktive Bildtafeln „Sauna — aber richtig“ lassen die Benutzer schnell das Wesentliche verstehen.
Die Bekömmlichkeit der echten Sauna ist so groß, daß die Anwendung als Heilmaßnahme immer »öfter verordnet wird
(auch unter Übernahme der Kosten durch Krankenkassen), und keine Kurklinik der LVA,Angestellten-Versicherungusw. entsteht, ohne daß eine richtige Sauna als Therapeutikum gleich mit eingebaut wird.
So beginnt das dritte Jahrzehnt für die Sauna in Deutschland mit wachsenden Aufgaben für die Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit, die heute mehr Schädigungen als früher ausgesetzt ist. Entsprechend dem zunehmenden Bedarf sind schon wieder zahlreiche Sauna- Anlagen im Bau, und mancher Hausvater, der Platz und Geld erübrigen kann, geht mit dem Gedanken um, sich eine eigene Sauna für seine Familie zu erstellen.
FÜ R SIE NOTIERT
8 400 Praktikanten
Ende Juni befanden sich im Bundesgebiet 8 400 Angehörige der Entwicklungsländer, darunter 1 800 Frauen, in einer zusätzlichen beruflichen und fachlichen Aus— und Fortbildung. Der Aufenthalt in Deutschland soll diese „Praktikanten“ befähigen, die hier gewonnenen fachlichen und beruflichen Kenntnisse nach Rückkehr in ihr Heimatland einem möglichst großen Kreis von Personen zu vermitteln.
PFLICHT ZUR OPERATION
Die bedingte Pflicht zur Operation eines Kriegsbeschädigten hat das Bundesverwaltungsgericht Berlin bejaht (V c 115— 67), wenn sie gefahrlos und nicht mit erheblichen Schmerzen verbunden sei und eine nicht unerhebliche Besserung der Erwerbsfähigkeit erwarten lasse.
VERSORGUNGSSCHUTZ
VERLOREN
Ein lediger Soldat, der seine Mutter besuchen wollte, war zunächst zu seinem Schwager gefahren, um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen hatte er die Fahrt mit einem geliehenen Motorrad fortgesetzt und war schjver verunglückt. Weil der Unfall nicht mehr auf dem Heimweg vom Gamisonsort, sondern von einem privaten Besuch erfolgte, wurdedie Versorgungsrente durch Urteil des Bundessozialgerichts (10 RV '231/66) abgelehnt.

