Ausgabe 
15.11.1968
 
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50 JAHRE DANACH

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Ehrenfriedhof 1914/18 vor der Umgestaltung.

Gedanken zum Volkstrauertag 1968

In die Zeit nach dem 1. Weltkrieg fällt der Aufruf zur Gründung des "Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e. V.

Was ist der Volksbund? Nur ein der Rechtsform nach eingetragener Verein mit den satzungsmäßigen Aufgaben eines Zweck­verbandes? Er ist mehr, viel mehr, Um den großen Worten und dem Pathos auszuweichen, bezeichnet man ihn am besten als eine Gemeinschaft von Menschen, die willens sind, mehr zu geben als zu nehmen.

Die Aufgaben des Volksbundes liegen nach wie vor in der Anlage und Betreuung von Kriegsgräbern im In-und Ausland. Die­sem Bestreben gegenüber sollte sich auch heute niemand aus Gleichgültigkeit verschließen.

Amgesichts von 55 Millionen verlorener Menschenleben in zwei Kriegen kann man sich nicht "einer vergangenen Tragödie wegen" für nicht betroffen erklären.

Dje Trauer um die Gefallenen verlöscht im Ablauf der Zeit. Ihrer zu gedenken bleibt jedoch unsere Pflicht in'Gegenwart und Zukunft. Dies ist der tiefere und wahre Sinn des Volkstrauertages.

Als am 11. November 1918 die Herbstnebel im Walde von Compiegne die Landschaft grau in grau erscheinen ließen, war dies nicht nur ein äußeres Stimmungsbild. Düster war auch die Bilanz eines Krieges, der an diesem Tage im Salonwagen des Marschalls Foch durch die Unterzeichnung des Waffenstillstandes sein Ende fand. Nach den Materialschlachten dieses vier - jährigen Völkerringens waren nach dem 1. Weltkrieg zu beklagen:

9. 736. 897 Menschenverluste insgesamt 1. 937. 000 gefallene deutsche Soldaten 100. 000 vermißte deutsche Soldaten.

Sind diese Zahlen nach einem halben Jahrhundert nur noch von historischer Bedeutung, im übrigen aber im menschlichen Bereich bedeutungslos geworden? Wenn es auf Zahlen ankommt, sind die für "Kaiser und Vaterland" Gefallenen um eine ganze Million ihren Söhnen gegenüber im Rückstand. Als der "Führer befahl, waren in Deutschland 3 Millionen tote'Soldaten zu beklagen.

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