Ausgabe 
1.11.1968
 
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Millionenrollenzum Handwerk

Handwerksbetriebe leisten für die Bundesbahn wertvolle Dienste

(dbp) Rund 495 Millionen DM hat die Bundesbahn im vergangenen Jahr dem deutschen Handwerk in Form von Aufträgen zufließen lassen. Der Struktur des ^Unternehmens entsprechend entfielen etwa zwei Drittel davon auf handwerkliche Bauarbeiten. Mehr als zwanzig Prozent der BundesbahnAufträge an das Handwerk gingen an metall und drei Prozent an holzverarbeitende Betriebe.

Obwohl die meisten Handwerker, die für die Bundesbahn arbeiten, ihr Geldbeim Bau verdienen, gibt es kaum einen der gegenwärtig 125 Handwerks und 40 handwerksähnlichen Berufe in der Bun­desrepublik, der nicht auch in den Auf­tragsbüchern der Bundesbahn zu finden wäre. Die Liste reicht vom Buchdrucker bis zum Uhrmacher, vom Schneider bis selbstverständlich auch bei der Bundes­bahn zum Schornsteinfeger.

In erster Linie sind freilich all jene Hand­werkszweige für die Bundesbahn tätig, die mit dem Bau zu tun haben: Maurer, Betonfachleute, Zimmerer, Dachdecker, Spengler, Elektriker, Schlosser und In­stallateure, Verputzer, Maler und Tape­zierer, Fliesen und Fußbodenleger Schreiner und Glaser.

Als neuen Handwerksberuf gibt es bei der Eisenbahn seit einigen Jahren den Gleisbauer, der auch von den Bauun­ternehmern zur Ausbildung eigener Leute genutzt werden kann. Trotz der starken Mechanisierung im Gleisbau werden auch in Zukunft manche Aufgaben auf diesem Gebiet allein dem Handwerker zugänglich sein.

Längst hat sich die Bundesbahn von ihrer früheren Gepflogenheit gelöst, in großem Umfang selbst Handwerker in ihren Werk­stätten zu beschäftigen und die anfallen­de Arbeit von ihnen in eigener Regie durchfuhren zu lassen. Freilich erfordern die Besonderheiten des Bahnbetriebes ei­gene Fachkräfte, etwa zur Instandhaltung und Wartung der Lokomotiven oder der Signalanlagen. Wo sich indessen gute Mög­lichkeiten bieten, zum Beispiel bei Re­paraturen und der Instandhaltung ihrer etwa 8000 Kraftfahrzeuge, greift die Bun­desbahn weitgehend auch auf die Kapa­zitäten des Handwerks zurück.

Rund vier Millionen DM Umsatz erzielten mit BundesbahnAufträgen allein die Schneider und Textilverarbeiter, die den Eisenbahnern dafür vor allem neue Uni­formen Jacken, Hosen, Mäntel, Hemden, Mützen und allerlei Zubehör anfertigten. Auch die Schutzkleidung für den Winter und für Regenwetter, für besonders schmutzige oder gefährliche Tätigkeiten kommt vielfach aus Handwerksbetrieben.

Sogar die Kunst beim Handwerk kommt bei der Bundesbahn immer wieder zum Zuge, vor allem bei der Gestaltung neuer oder beim Umbau älterer Bahnhofsgebäu­de. Manches kunstvolle Zifferblatt von

KRIMINALPOLIZEILICHES

VORBEUGUNGSPROGRAMM

O DIEBE SIND ÜBERALL ...

q ... zu Hause, unterwegs und am Urlaubsort!

Damit müssen Sie rechnen!

O Gelegenheiten finden sich überall: am Bahnhof, im Zug, auf Park­plätzen, beim Camping, im Hotel, am Badestrand.

O Diebe öffnen Autos, Zelte und Ho­telzimmer, sie stehlen Bargeld, Uh­ren und Schmuck, Radiogeräte, Ka­meras und Ihr Reisegepäck!

O DESHALB:

O Bieten Sie dem Dieb keine Gelegen­heit! Achten Sie auch im Urlaub auf Ihr Eigentum!

O Daß Sie nicht Opfer von Spitzbuben werden, wünscht Ihnen Ihre Kriminalpolizei!

Landeskriminalamt RheinlandPfalz Koblenz

Bahnhofsuhren, manches geschmackvolle Wandmosaik oder manches andere Attri­but neuzeitlicher Eisenbahnbauten schu­fen geschickte Hände von Handwerk- meistern und Gesellen.

Über ihr Sozialwerk, das die 370 000 Mitarbeiter der Bundesbahn tagtäglich verpflegt, beschäftigt die Eisenbahn sogar eine große Zahl von Metzgern und Bäckern, die Fleisch und Wurst, Brot und Semmeln liefern.

Auch in Zukunft will die BundesbalJ dazu beitragen, dem Handwerk seine] goldenen Boden zu erhalten. Sie wJ als einer der größten Auftraggeber d e ] deutschen Wirtschaft auch künftig direH und über Zuliefereraufträge durch IndJ strie und Handel jährlich mehrere hundeJ Millionen Mark auf das Handwerk J rollen lassen. 1

RECHTSKUNDE FÜR I

JEDERMANN I

WARUM INSASSEN- I UNFALLVERSICHERUNG? I

(gri) Wer am Steuer seines Autos anders außenstehende Personen schädigt, ist hier! für nach dem Gesetz verantwortlich. Eil muß ihnen ihre Schäden ersetzen ohnJ Rücksicht darauf, ob er an dem Unfall schuld war oder nicht. Dieses Risiko! deckt für den Kraftfahrer die gesetzliche Haftpflichtversicherung. I

Daneben bieten die Versicherungsgesell] schäften noch den Abschluß sogenann-l ter INSASSENVERSICHERUNGEN an. Der Grund dafür hegt in folgendem: Demi Insassen des eigenen Wagens gegenübeil haftet der Wagenhalter und auch der Fahrzeugfiihrer nur bei nachgewiesenem Verschulden, und nur insoweit treten auch die Versicherungen für ihn ein. Springt dem Fahrer plötzlich ein großer Hund vor den Wagen oder fällt ihm ein Ast von einem Baum herunter in die Windschutzscheibe, so haftet den Bei­fahrern (wenn man den Eigentümer des Hundes oder des Baumes nicht verant­wortlichmachen kann) niemand. Praktisch besonders bedeutsam ist noch folgendes: Nimmt man den Ehegatten oder die eige­nen Kinder im Wagen mit, so haftet man diesen gegenüber laut Bürgerlichem Ge­setzbuch nicht einmal für einfaches (leich­teres) Verschulden. Das heißt: Auch hier kommt wieder die gewöhnliche Haft­pflichtversicherung nicht zu Hilfe.

Die Insassenunfallversicherung dient also der teilweisen Auffüllung der Lücken, die das Straßenverkehrsgesetz und das Bür­gerliche Gesetzbuch gelassen haben (sie deckt allerdings gewöhnlich nur die Fälle: von Invalidität und Tod, und auch diese nur mit bestimmten Höchstsummen). Schließlich kann sie auch für Verletzung und Tod des Fahrers selbst gewisse Geld­leistungen vorsehen.