Ausgabe 
11.10.1968
 
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VEREINSMITTEILUNG

Tauschabend

Die Briefmarkenfreunde Montabaur und Umgebung treffen sich diesen Monat am

Dienstag, dem 15. Oktober 1968, 20. 00 Uhr

im Bahnhofshotel Montabaur.

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KENNEN SIE MONTABAUR ?

Ein kleines Heimat-Quiz

Fragen:

1. Welche öffentlichen Einrichtungen befinden sich in Montabaur ?

2. Welcher bekannte Wanderweg führt durch Montabaur ?

3. Wie weit schätzen Sie die Entfernung (Luftlinie) vom Schloß zum Köppelturm ?

4. Aus welchem bekannten Gedicht stammen die Verse: "Nie lag ich so lange im Hinterhalt

Und die so lang auf der Laur,

Niemals im ganzen Westerwald Und im Walde von Montabaur. "

5. Wer prägte den Ausdruck:

"Ich bin ein Deutscher und noch dazu ein Westerwälder, was soviel wie zwei Deutsche gilt. " ?

MONTABAUR VOR 55 JAHREN

Dekan Heyn schlägt in seinem Westerwaldführer aus dem Jahre 1913 den folgenden Montabaürer Stadtrundgang vor; "Von der Post 1. und der Apotheke r. gleich am Eingang der Stadt gelangt man geradeaus zum sog. Trichter (einem engeren Stadtteil) und zum Marktplatz, an dessen westl. Seite sich das stattliche gotische Rathaus, ein 1866 - 69 nach den Plänen des Bauinspektors Meurer an Stelle des alten Rathauses aufgeführter Ziegelbau mit reicher Stein- metzarbeit in rotem Sandstein, erhebt.

Vom Marktplatz führt in südl. Richtung die mäßig anstei­gende "Kirchgasse", in deren Häuserreihe r. unterhalb des Hotels "Zur goldenen Krone" sich ein ehern, den Freiher­ren von Stein gehöriges (mit Inschrift und Wappen versehe­nes) Haus befindet, zu dem mit Linden bestandenen Kirch- platz mit der kath. Pfarrkirche. Ihre Stilformen weisen auf das 14. und 15. Jahrh. und zeigen Anfänge an das 13. Jahrh. Im Innern der Kirche, auf der Wandfläche über dem Chorbogen, alte Malereien (Jüngstes Gericht), die gelegentlich der Ausmalung der Kirche unter der Tün­che aufgedeckt und von Maler Wittkop restauriert wurden. Rechts von der Kirche befindet sich der einfache Steinbau (ehern. Elementarschulgebäude) des Kaiser-Wilhelm-Gym­nasiums. Die stark besuchte, seit 1872 bestehende Anstalt besitzt eine wertvolle, über 1 000 Nummern zählende Sammlung indischer Schmetterlinge, Vögel und Terra­kotten, ein Geschenk eines ehern. Schülers, des Konser­vators des indischen Nationalmuseums in Luknow, Profes­sor Dr. Führer. Hinter der kath. Kirche erblickt man r. das Seminargebäude. L. davon in dem sogen. "Gebück" schöne Anlagen mit dem Denkmal des bekannten Päda­gogen Josef Kehrein, des langjährigen Leiters des Seminars, herrliche Aussicht nach dem Sauerthal und dem Himmel­feld. Das Lehrerseminar wurde 1851 von Idsein nach Monta­baur verlegt und war bis 1880 im Schlosse untergebracht.

Die Fortsetzung der Kirchgasse bildet die Coblenzer Straße, an welcher 1. die neue evang. Kirche und weiter oben auf der Höhe das Brüderhaus einer Besichtigung wert sind. Die ausgedehnten Gebäulichkeiten des letzteren enthalten das Kloster (mit hübscher Kirche) und Krankenhaus der Kongre­gation, sowie eine Anstalt für schwachsinnige Knaben. In der Nähe das bischöfliche Konvikt. Einige Schritte weiter, an der Kreuzkapelle entlang, ein Jugendspielplatz mit Bauernhaus und Aussichtsturm (Aussicht lohnend). Schlüssel im Bauernhaus. (Hier schöner Blick auf Montabaur.) Der Weg zum Schlosse führt uns zurück durch die Kirchgasse, deren schmale Giebelhäuser wohl größtenteils aus der Zeit nach dem großen Brand von 1667 herrühren, über den Markt­platz und hinter dem engen Straßenteil (Trichter) r. hinauf über den "Rebstock" oben 1. halten nach dem stattlichen Tor­bau. Über dem got. Eingangstor das aus dem 17. Jahrhundert stammende Trierer Wappen. Auf dem Schlußstein die Jahres­zahl 1538, aus der Zeit Johannes VII. von Schönberg; 1. runder Eckturm; über dem Turm bewohntes Obergeschoß. Durch das Tor aufwärts erreicht man den hochgelegenen, von hohen Mauern und einem Zwinger umgebenen Schloß - platz mit seinen Gärten und Ökonomiegebäuden. Links er­hebt sich das Schloß, ein zweigeschossiger, rechteckiger Bau mit 4 runden Ecktürmen und einem 33 m hohen Berg­fried (Wachtturm). Die Türme haben glockenförmige Dächer, Über dem Eingangstore zum Schloßhofe das kurtrierische Wappen. L, in den Ecken vorspringende Treppenhäuser, wovon das hintere eine hübsche marmorne Wendeltreppe mit hohler, gewundener Spindel hat; in der Mitte des Hofes eine Zisterne aus dem Jahre 1608. R, im Erdgeschoß ein 220 Fuß tiefer Brunnen. Wappen, Tore und Türme barock. An der Stelle des Schlosses stand früher das alte Kastell Humbach (959 schon vorhanden), dessen hoher Turm die ganze Gegen beherrschte. Erzbischof Dietrich von Trier ließ 1217 den Turm mit einer hohen Mauer umgeben und den Hof mit Wohngebäuden versehen. Das heutige Schloß scheint in seinen Grundformen dem Anfang des 16. Jahrhunderts an­zugehören, seine jetzige Gestalt erhielt es durch den unter Johann Hugo von Orsbeck erfolgten Umbau in den Jahren 1687 r 1709, In der Nähe des Okonomiegebäudes 1. in der Ecke ein einzelstehender Turm (Katzenturm) mit Verlies und äußerst enger, in die Mauer eingebauter Wendeltreppe. Das (jetzt fiskal.) Schloß diente in frühester Zeit den Erz­bischöfen und später den Kurfürsten von Trier wiederholt zum Aufenthalt, bis 1851 benützten es dann die Herzoge von Nassau als Jagdschloß und von 1851-80 war das Lehrer­seminar darin untergebracht. Heute enthält es das Landrats­amt, die Steuerklasse und mehrere Privat Wohnungen. "

RECHTSFALL IM ALLTAG Schmiergelder sind strafbar

Ein Kaufmann hat Gefängnis bis zu einem Jahr oder Geld­strafe bis zu 10 000 DM zu erwarten, wenn er mit Hilfe von Schmiergeldern oder anderen Geschenken bei Angestellten oder Beauftragten eines anderen Betriebes Bevorzugungen erreichen und damit seine Umsätze erhöhen will. In einem Urteil hat der Bundesgerichtshof klargestellt (I ZR 163/65): Ein Verstoß gegen den lauteren Wettbewerb liege nur vor, wenn das Schmiergeld um einer in der Zukunft liegenden Bevorzugung gegenüber Mitbewerbern willen gewährt und versprochen werde.

Verantwortlich für den Textsatz:

Frau E. Gillmann.

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