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Mit dem Segelflugzeug unterwegs
Flugstunden beginnen mit beklemmendem Gefühl
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Bezug: Nuri :erausgebe| tung: Christi tung: Folkel cerei- uni jrtriebsleil
HM ID GMBH , Telex 044481 , Telex 041461
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[fetzt bist Du dran“, sagt jemand zu mir, | s vvir unser Segelflugzeug zum Startplatz hieben. Aber ich weiß auch selbst, daß [ch jetzt „dran“ bin, denn meine Gedan- L kreisen mit wachsender Geschwindig- Lft schon seit mehreren Stunden, ja Len, um meinen ersten Flug.
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Startplatz klettere ich, noch etwas Inbeholfen, au f den vorderen Platz in der ilugzeugkanzel, während der Fluglehrer linter mir Platz nimmt. Der Sitz ist etwas iart, nicht gerade bequem. Zwei Hände reifen nach mir, Bauchgurt, linker Schul- [ergurt, rechter Schultergurt, Sicherung, tstziehen der Gurte. Ein beklemmendes iefiihl, das mir jedoch gleichzeitig Sicheret gibt, überkommt mich. Die Plexiglas- iaube der Kanzel wird heruntergelassen,- erriegelt, ich bin von der Außenwelt ge- |ren: t.
per Fluglehrer versucht mir in kurzen JVorten die Arbeitsweise und Bedienung Ber Instrumente zu erklären. Höhenmesser, Seitenruder, Fahrtenmesser, Querru- ler, Trimmung, Höhenruder, Ausklick- lorrichtung, Sturzflugbremsen. Aber die Vorte werden nicht bewußt von mir wahrgenommen. Mein Blick haftet schon seit einiger Zeit auf dem Seilwagen, der von der Bchleppwinde kommend, die Schleppseile bringt. Das Seil wird eingeklickt, das Flugzeug waagerecht gestellt, das Startpichen gegeben, der Höhepunkt der Spannung ist erreicht.
Ich sehe, wie sich das vor uns lose im Gras liegende Seil strafft, ein kurzer Ruck und is Flugzeug nimmt mit einem schleifenden ieräusch Fahrt auf, das Schleifen läßt lach, geht über in ein pfeifendes Rauschen, wir fliegen! Der Fluglehrer ruft mir ron hinten zu, er werde diesen ersten lug noch ganz allein machen und ich solle den Steuerknüppel und die Seiten- iderpedale nur leicht berühren, um den Bewegungsablauf kennenzulernen. Der Steuerknüppel wandert nach hinten, das iugzeug streckt seine Nase hoch nach sben, das Rauschen schwillt an, wird heulend. Fest in den Sitz gepresst blicke ich, senn auch etwas krampfhaft, nach oben den strahlend blauen Himmel.
ten Brandungswellen der blau—grünen Nordsee auslaufend, ein überwältigender Anblick.
Wir fliegen eine Kurve, einen Kreis, zwei Kreise, Grün, Gelb, Blau, Gelb, die Farben der Insel und des Meeres wechseln einander ab, ich verliere für Sekunden die Orientierung bis wir wieder geradeaus fliegen. Unter mir liegt jetzt plötzlich das Watt, grau—braun und von Prielen durchzogen, in der schmalen Fahrrinne zwei Segelboote.
Ich gewöhne mich langsam an meine Umgebung, werde mutig, wage es, auf die Brandung der Nordsee zurückzublicken. Wir fliegen eine zweite Kurve in Richtung Flugplatz, ich sehe meine Kameraden vom Startplatz zur Landebahn laufen, um uns in Empfang zu nehmen. Plötzlich wird das Flugzeug von einer Böe erfaßt, durchgeschüttelt, Steuerknüppel und Pedale vollführen wilde, für mich unverständliche Bewegungen, doch das Flugzeug gewinnt sofort seine Festigkeit in der Luft zurück,
Die Landung hat dabei schon begonnen, das Säuseln geht wieder in ein heulendes
Rauschen über, wir verlieren schnell an Höhe, der grüne Rasen jagt, immer schneller werdend auf mich zu, erst jetzt wird mir unsere Geschwindigkeit, die ich beim Schweben in der Luft nie gespürt oder auch nur geahnt habe, bewußt. Rot—weiße und gelbe Landebahnmarkierungen rasen an mir vorbei, der Rasen ist zum Greifen nahe, ein leichtes Anheben der Flugzeugnase, ein Schleifen, wir sind unten, rollen aus, stehen.
Ich öffne die Kanzelhaube, die Kameraden vom Norddeutschen Lloyd sind um mich herum, zwei Hände lösen die Gurte, Fragen prasseln auf mich ein, ein Scherz, hat vorher jemand behauptet, mir würde oben übel werden? Steifbeinig und ganz benommen steige ich aus. Noch als wir das Flugzeug schon wieder zum Start zurückschieben ist mir, als ob alles ein Traum gewesen sei, es ging so schnell, war so unbekannt und überwältigend schön, Rausch.
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Eins nur weiß ich jetzt schon, diesen Rausch möchte ich noch einmal erleben.
Detlef Meenke
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Plötzlich ein knackendes, schlagendes Ge- l»usch, das Flugzeug senkt die Nase, das
peil wurde ausgeklickt, das heulende Rau- Zur Lehrlingsausbildung beim Norddeutschen Lloyd gehört es auch, daß junge Leute in pen ebbt ab und geht in ein angenehmes Arbeitsgemeinschaften gemeinsam Sport treiben. Höhepunkt war ein Segelfliegerlehrgang
säuseln über. Ich riskiere den ersten Blick für sie. Unser Bild zeigt die jungen Leute, wie sie ein Flugzeug zum Start schlepp ,
pach unten, grüner Rasen des Flugplatzes,
Miß—gelber Strand auf die gischtgekräusd-
->en.
Foto: NDL—Archiv

