Ausgabe 
9.8.1968
 
Einzelbild herunterladen

Was ausländische Studenten und Gastar­beiter bei der Wohnungssuche oft erfahren und erdulden müssen, gilt vielfach auch für kinderreiche Familien. Sie sind als Mieter unerwünscht. Zeitungsinserate mit dem HinweisWohnungzu vermieten an kinder­loses Ehepaar sind längst keine Selten­heitmehr. Selbst Haustiere, wie Hunde und Katzen, werden lieber gesehen als Kinder. Wie oft sind gerade sie Anlaß zum Ärger und Streit in der Hausgemeinschaft, und die Geburt eines Kindes ist sogar häufig ein Kündigungsgrund. Um so schwieriger ist es aber dann, eine neue Wohnung zu finden.

Wenn endlich doch eine gefunden wird, dann sollen die Kinder sozusagenan die

Wie dulde ich Kinder?"

Kinderreiche Familien als Mieter unerwünscht

Leine genommen werden. Es sind die­selben, die später dem Vermieter oder denduldenden Nachbarn die Rente sichern, oder . . . auf der Straße ihre Autos umkippen. Es geht keineswegs darum, schlechter Erziehung und Rück­sichtslosigkeit das Wort zu reden. Eltern, Hausbesitzer und Wohnungsnachbarn soll­ten sich aber einmal fragen, wie sie groß geworden sind.

Beginnt nicht bereits dort ein rücksichts­loser Egoismus, wo man Kindern den not­wendigen Lebensraum beschneidet und somit mitschuldig wird an manchen Fehl­entwicklungen und ErziehungsSchwierig­keiten, die heute weithin zu dem geführt

haben, was manAutoritätskrise zu nen- nen beliebt.

Wenn schon die Vernunft uns zu anderen Verhaltensweisen gegenüber Kindern und kinderreichen Familien mahnen sollte, um wieviel mehr sollte Christen das Wort des Herrn richtungsweisend sein:Wer eines dieser Kleinen in meinem Namen auf­nimmt, nimmt mich auf! Das will auch das Plakatmotiv der EvangelischKatho­lischen Film und Plakataktion (Frank­furt, Postfach 2867) verdeutlichen mit der Gewissensfrage:

5. JA

BEF

Wie dulde ich Kinder?

Entwurf: Gerhard Juchem

(Arzt

fsonnta

18.8J

Wie

dulde

Kinder?

f Zahr

gönnte

18.8.

Apot

[Von S bis S<