Was ausländische Studenten und Gastarbeiter bei der Wohnungssuche oft erfahren und erdulden müssen, gilt vielfach auch für kinderreiche Familien. Sie sind als Mieter unerwünscht. Zeitungsinserate mit dem Hinweis „Wohnungzu vermieten an kinderloses Ehepaar“ sind längst keine Seltenheitmehr. Selbst Haustiere, wie Hunde und Katzen, werden lieber gesehen als Kinder. Wie oft sind gerade sie Anlaß zum Ärger und Streit in der Hausgemeinschaft, und die Geburt eines Kindes ist sogar häufig ein Kündigungsgrund. Um so schwieriger ist es aber dann, eine neue Wohnung zu finden.
Wenn endlich doch eine gefunden wird, dann sollen die Kinder sozusagen „an die
„Wie dulde ich Kinder?"
Kinderreiche Familien als Mieter unerwünscht
Leine“ genommen werden. Es sind dieselben, die später dem Vermieter oder den „duldenden“ Nachbarn die Rente sichern, oder . . . auf der Straße ihre Autos umkippen. Es geht keineswegs darum, schlechter Erziehung und Rücksichtslosigkeit das Wort zu reden. Eltern, Hausbesitzer und Wohnungsnachbarn sollten sich aber einmal fragen, wie sie groß geworden sind.
Beginnt nicht bereits dort ein rücksichtsloser Egoismus, wo man Kindern den notwendigen Lebensraum beschneidet und somit mitschuldig wird an manchen Fehlentwicklungen und Erziehungs—Schwierigkeiten, die heute weithin zu dem geführt
haben, was man „Autoritätskrise“ zu nen- nen beliebt.
Wenn schon die Vernunft uns zu anderen Verhaltensweisen gegenüber Kindern und kinderreichen Familien mahnen sollte, um wieviel mehr sollte Christen das Wort des Herrn richtungsweisend sein: „Wer eines dieser Kleinen in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf!“ Das will auch das Plakatmotiv der Evangelisch—Katholischen Film— und Plakataktion (Frankfurt, Postfach 2867) verdeutlichen mit der Gewissensfrage:
5. JA
BEF
„Wie dulde ich Kinder? “
Entwurf: Gerhard Juchem
(Arzt
fsonnta
18.8J
Wie
dulde
Kinder?
f Zahr
gönnte
18.8.
Apot
[Von S bis S<

