Ausgabe 
21.6.1968
 
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WELTGESCHEHEN 'yij

im Monat Mai 1968

Mittwoch, 1. Mai

Bei den Maifeiern der Gewerkschaften Stehen die Forderungen nach Mitbestimmung, die Ab­lehnung der Notstandsgesetzgebung, die jüng­sten Unruhen und die Gefahr des Rechtsradikalis­mus im Vordergrund.

Donnerstag, 2. Mai

Mit einer großen Parade seiner siegreichen Trup­pen durch die Straßen Jerusalems feiert Israel den 20. Jahrestag seiner Staatsgründung.

Freitag, 3. Mai

Die USA und Nordvietnam einigen sich auf Paris als Konferenzort für vorbereitende Viet­namFriedensgespräche.

Samstag, 4. Mai

Nordvietnamesische und VietkongEinheiten eröffnen in Südvietnam eine neue Offensive.

Sonntag, 5. Mai

Zum 150. Geburtstag von Karl Marx finden in aller Welt Gedenkfeiern statt.

In Saigon wird der Erste Sekretär der Deut­schen Botschaft von Vietkong erschossen.

Montag, 6. Mai

Im Pariser Universitätsviertel, dem Quartier Latin, kommt es zu blutigen Studenten und Schülerkrawallen, die sich auf ganz Frankreich ausdehnen.

Dienstag, 7. Mai

Zwölf Stunden lang liefern sich in Paris Studen­ten und Polizei Straßenschlachten. Eine Welle von Unruhen erfaßt Frankreich.

Donnerstag, 9. Mai

Die Auseinandersetzungen zwischen Moskau und Prag verschärfen sich. In Moskau findet ein Gipfeltreffenderosteuropäischen Länder (Partei­chefs) ohne die Tschechoslowakei und Rumä­nien statt.

Freitag, 10. Mai

Die britischen Konservativen erringen bei den Kommunalwahlen einen überwältigenden Wahl­erfolg.

Samstag, 11 . Mai

Mit einem Stemmarsch nach Bonn, einer Groß­kundgebung unmittelbar vor der Bannmeile um das Bundeshaus und auf einer großen DGB

Kundgebung in Dortmund demonstrierten die Gegner der Notstandsgesetze gegen die nach ihrer Ansicht verfassungswidrige Einschränkung der Grundrechte durch diese Gesetzgebung.

Sonntag, 12. Mai

Frankreichs Gewerkschaften und Studenten ru­fen zum Generalstreik auf, obwohl Ministerprä­sident Pompidou den Studenten die Erfüllung einiger ihrer Forderungen zusagt.

Montag, 13. Mai

In Paris begannt die Vorkonferenz für Friedens­verhandlungen zwischen den USA und Nord­vietnam.

Im nigerianischen Bürgerkrieg sind bisher Hun­derttausende ums Leben gekommen.

Mittwoch, 15. Mai

Der Bundestag verabschiedet in zweiter Lesung wichtige Punkte der geplanten Notstandsgesetz­gebung. Aus Protest gegen die Notstandsgesetze wird der Lehrbetrieb in zahlreichen deutschen Universitäten lahmgelegt.

Donnerstag, 16. Mai

In der Frankfurter Universität kommt es zu Gewalttätigkeiten wegen der Notstandsgesetze. Dabei gibt es 20 Verletzte.

Freitag, 17. Mai

Der erste europäische Gemeinschaftssatellit ESRO 2 wird in Kalifornien gestartet.

Samstag, 19. Mai

Zwei Millionen Franzosen streiken. Das öffent­liche Leben des Landes ist lahmgelegt. Zahl­reiche Fabriken sind von Arbeitern besetzt. Die Regierung verliert die Kontrolle über die Elektrizitätswerke. Präsident de Gaulle bricht seinen Rumänienbesuch ab und kehrt nach Paris zurück.

Der 1. FC Nürnberg wird neuer Deutscher Fußballmeister.

Montag, 20. Mai

Der Generalstreik in Frankreich breitet sich aus. Christliche Demokraten und Kommunisten ge­

winnen bei den Wahlen zur italienischen Ab­geordnetenkammer.

Mittwoch, 22. Mai

Die Regierung Pompidou erringt bei einer Ver­trauensabstimmung im Parlament einen knap­pen Sieg. Regierung und Gewerkschaften ver­handeln miteinander.

Freitag, 24. Mai

Die Bundesregierung warnt vor Streiks wegen der Notstandsgesetze.

Das amerikanische AtomUnterseebootSkor­pion wird mit 99 Mann vermißt.

Staatspräsident de Gaulle kündigt eine funda­mentale Reform der Universitäten und des ge­samten wirtschaftlichen und sozialen Lebens an. Br will sein Amt niederlegen, wenn er nicht bei einer Volksbefragung im Juni eine starke Mehrheit findet.

Samstag, 25. Mai

In Frankreich streiken noch zehn Millionen. Es zeichnen sich erste Ergebnisse in den Ver­handlungen zwischen Regierung und Gewerk­schaften ab.

Montag, 27. Mai

An zahlreichen deutschen Universitäten legen die Studenten aus Protest gegen die Notstand­gesetze den Lehrbetrieb lahm.

Die Kämpfe in Südvietnam nehmen an Heftigkeit zu.

In Alsdorf bei Aachen beginnt der Contergan- Prozeß.

Dienstag, 28. Mai

In Frankreich wird die Regierung umgebildet.

Ein Berliner Skatclub gewinnt im Lotto über eine Million Mark. , /

Donnerstag, 30. Mai

Der Bundestag beschließt mit 384 gegen 100 Stimmen die Notstandsgesetze.

De Gaulle weilte zu einem geheimen Besuch beim französischen Oberkommando in Baden- Baden. Er will im Amt bleiben, löst die Natio­nalversammlung auf und kündigt Neuwahlen an.

Der ehemalige tschechoslowakische Staatsprä­sident .Novotny wird aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen.

Freitag, 31. Mai

Bundesminister Wischnewski wird neuer SPD Generalsekretär.