Ausgabe 
29.3.1968
 
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WELTGESCHEHEN

im Monat FEBRUAR 1968

Donnerstag, 1. Februar

ln zahlreichen Städten Südvietnams to­ben Kämpfe zwischen den kommunisti­schen Verbänden und den südvietname­sischen und amerikanischen Truppen.

In einem in der Volkskammer der DDR eingebrachten neuen Verfassungsentwurf fehlen wesentliche Grundrechte.

Freitag, 2. Februar

Die alte vietnamesische Kaiserstadt Hue ist fast völlig in der Hand des Vietkong.

Samstag, 3. Februar

Die Kämpfe in Südvietnam konzentrieren sich jetzt auf DaNang.

In verschiedenen deutschen Städten kommt es zu Demonstrationen Jugend­licher, weil die Straßenbahnpreise herauf­gesetzt worden waren.

Die 23jährige dänische Königstochter Prinzessin Benedikte heiratet den deutschen Prinzen RichardCasimir zu SaynWittgensteinBerleburg.

Montag, 5. Februar

Trotz starker Abwehr verstärken sich die Angriffe gegen den von Vietkong einge­schlossenen amerikanischen Stützpunkt Khe Sanh.

Dienstag, 6. Februar

In Grenoble eröffnet Staatspräsident de Gaullevor65 000 Zuschauern die X. Olym­pischen Winterspiele.

Mittwoch, 7. Februar

Wegen des Sprachenstreits zwischen Fla­men und Wallonen tritt die belgische Re­gierung zurück.

Nordvietnamesische Truppen setzen zum ersten Mal in Südvietnam Panzer ein.

Das Bundeskabinett drückt seine Sorge über die Unruhe in der jungen Gene­ration aus.

Freitag, 9. Februar

Bundeskanzler Kiesinger wendet sich ge­gen die militante Minderheit der Stu­denten. Mit den Studenten will er ge­meinsam am Problem der Bildungsreform arbeiten.

Die Bundesbank stellt fest, daß sich der industrielle Aufschwung erheblich ver­stärkt.

Samstag, 10. Februar

Die auf 60 000 Mann geschätzten kom­munistischen Streitkräfte in Südvietnam haben nach amerikanischen Angaben seit Eröffnung der Großoffensive etwa die Hälfte durch Tod oder Gefangenschaft verloren.

Sonntag, 11. Februar

Franz Keller aus Nesselwang wird Olym­piasieger in der nordischen Kombination. Andreas Kunz aus Klingenthal (Erzge­birge) wird Dritter. Die deutschen Zweier­bobfahrer erringen bei Zeitgleichheit mit den Siegern eine Silbermedaille.

Im Eiskunstlauf der Damen wurde Gabriele Seyffert aus KarlMarxStadt Zweite.

Dienstag, 13. Februar

Bei den olympischen Spielen werden die mitteldeutschen Rodlerinnen disqualifi­ziert, weil sie entgegen den Bestimmun­gen ihre Schlittenkufenvorgewärmthatten.

'Bundesverkehrsminister Leber verteidigt vor dem Bundestag seinen Verkehrsplan.

Mittwoch, 14. Februar

»Der Münchener Eisschnelläufer Erhard Keller erringt bei den olympischen Spie­len im 500mLauf eine Goldmedaille.

Der 17. Juni soll wieder Arbeitstag werden.

Donnerstag, 15. Februar

Die beiden deutschen RodlerMann­schaften erhalten bei den olympischen Winterspielen je eine Silber und Bronze­medaille.

Mehrere Mitglieder der Bundesregierung treffen zu Konsulationsgesprächen in Paris ein. Dabei erklärt sich die franzö­sische Regierung bereit, daß die sechs EWGLänder mit Vorbesprechungen über einen EWGBeitritt Großbrftanniens ein- treten. Ein Beitritt wird grundsätzlich be­fürwortet.

Freitag, 16. Februar

Amerikanische Einheiten kämpfen sich immer noch in Hue (Südvietnam) in Richtung auf die Zidadelle vor.

Sonntag, 18. Februar

Im Wettkampf der RennrodlerDoppel­sitzer kommen die Überwiesenthaler Klaus BonsackThomas Köhler auf den ersten und die RottachEgerner Wolfgang Wink- lerFritz Nachmann auf den 3. Platz.

Anläßlich einerInternationalen Viet­nam-Konferenz kommt es in Berlin zu großen AntiVietnamkriegDemonstra­tionen.

Dienstag, 20. Februar

Eine Diskussion über eine mögliche Auf­

hebung der KPD wird demnächst den Bundestag beschäftigen.

Inseln der Ägäis werden von einem Erd­beben erschüttert.

Mittwoch, 21. Februar

150 000 Berliner versammeln sich zu einer Demonstration für den demokratischen Rechtsstaat auf dem JohnF. Kennedy- Platz. Sie ist die Antw ort auf die antiame­rikanischen Demonstrationen des vergan­genen Sonntag.

Donnerstag, 22. Februar

Ein amerikanisches Verkehrsflugzeug wird nach Kuba entführt, darf aber umkehren. Der Ring der Vietkong um die südviet­namesische Hauptstadt Saigon scheint sich geschlossen zu haben.

Ein Unbekannter ermordet in einem Ber­liner Kinderheim eine Kinderschwesterund ein Kind und verletzt zwei weitere schwer.

Freitag, 23. Februar

Der amerikanische Marinestützpunkt Khe Sanh, der von Nordvietnamesen seit Wochen eingeschlossen ist, liegt unter schwerem Raketenbeschuß.

Das RheinpassagierschiffDeutschland brennt aus.

In Überlahnstein ersticken drei Kinder im Rauch.

Sonntag, 25. Februar

Zahlreiche meist afrikanische Staaten wol­len nicht an den olympischen Spielen teil­nehmen, falls auch Südafrika zugelassen bleibt.

Montag, 26. Februar

In den rheinischen Städten gehen die Rosenmontagszüge.

Dienstag, 27. Februar

Erstmals tauchen in der Nähe Saigons ge­panzerte Fahrzeuge auf.

Mittwoch, 28. Februar

Bundespräsident Lübke wird am 1. März Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vor­würfen nehmen.

Präsident Johnson bekräftigt, daß er nicht an einen Rückzug aus Vietnam denkt.

In Budapest tagt eine Konferenz kom­munistischer Parteien.

Donnerstag, 29. Februar

Die Außenminister der sechs EWGLän­der haben einen Meinungsaustausch über die Möglichkeiten einer engeren wirtschaft­lichen Zusammenarbeit zwischen dem Ge­meinsamen Markt und den beitrittswilligen Ländern in Europa.