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Montabaur
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Für den amtlichen Teil verantwortlich: Der Bürgermeister
4. JAHRGANG (56) .FREITAG, DEN 17. NOVEMBER 1967
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Soldatengräber : Prediger des Friedens
ZUM GEDENKEN AN UNSERE, AN ALLE GEFALLENEN IN DER WELT
„Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens, und ihre Bedeutung als solche wird immer zunehmen". Dieser Satz des großen Arztes und Philosophen Albert Schweitzer hat heute mehr denn je seine Gültigkeit. Sicherlich: Große, uns direkt betreffende Kriege werden gottlob nicht geführt. Aber denken wir an Vietnam, oder denken wir an die immer auf glimmenden Kämpfe am Suez-Kanal. Auch dort werden Soldaten verwundet. Auch dort sterben Soldaten. Sterben, oft ohne Sinn, ohne Zweck.
Solange es in der Welt kriegerische Auseinandersetzungen gibt, solange werden die vielen weißen Kreuze überall auf diesem Erdball ein Mahnmal sein. Ein Mahnmal für den Frieden. „Brüder reicht Euch die Hände“.
Mit einem dumpfen Gefühl ging ich dieser Tage über einen Soldatenfriedhof, Kreuze
— nichts als Kreuze. Soweit das Auge reicht. Und hier irgendwo liegt mein Vater. Ich frage nicht: „War das nötig? “ Ich frage nicht: „Warum gerade Du? “ Ich weiß: Du hast den Frieden gefunden— den Frieden, den unsere Welt entbehrt.
Dankbarkeit erfüllt mein Herz. Dankbarkeit dem „Volksbund Deutsche Kriegs
gräberfürsorge“ gegenüber. Diese Organisation und nur sie machte und macht es möglich, den Gefallenen der Kriege eine zwar mahnende aber würdige Stätte des Friedens zu geben. Doch unsere Dankbarkeit, die, wenn wir zwischen den vielen weißen Kreuzen stehen, unser Herz erfüllt, wird vergessen. Denken wir an sie, wenn die Helfer der Kriegsgräberfürsorge an unsere Tür klopfen und um eine, kleine Spende bitten? Wohl nur in den seltensten Fällen. Doch nur durch Spenden ist es der Kriegsgräberfürsorge möglich, den Gefallenen eine würdige und würdigende Gedenkstätte zu schaffen. Sie sammelt dafür, daß Söhne, Väter, Männer in Frieden ruhen können.
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