Ausgabe 
13.10.1967
 
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Jahren nicht mehr der Fall war.

Am Sonnabend, dem 14. Okt. 1967, wird es für beide Her­renmannschaften zu schweren Meisterschaftsauswärtsspielen kommen.

Die "Erste" fährt zum TuS Nassau und wird wohl kaum am einer Niederlage vorbeikommen, zumal der Spieler Se'el auf Grund seiner augenblicklichen Grundwehrdienstzeit ersetzt werden muß.

Die 2. Mannschaft reist zum TTC Grenzau II und wird ver­suchen, durch einen Sieg weiterhin in der Spitzengruppe zu bleiben.

Ein Spaziergang.

durch Montabaur.-.

Da der Mittelpunkt jeden Ortes seine Kirche ist, so wollen auch wir unseren Rundgang an der Uber tausendjährigen kath. Pfarrkirche "St. Peter in Ketten" beginnen.

Diese Kirche wurde 959 eingeweiht und ist das älteste Gotteshaus des Westerwaldes. Der heutige Bau stammt jedoch im wesentlichen aus dem Jahre 1535. Er ist unsymmetrisch. Der älteste Teil der Kirche ist durch Fugen vom übrigen Bau­werk abgegrenzt.

Durch das kfeine SUdportal treten wir ins Gotteshaus und lassen das frühgotische Bauwerk auf uns wirken. Die Pfeiler­basilika besteht aus dem Hauptschiff, einem linken Seiten­schiff und zwei durch Säulen getrennten rechten Seitenschif­fen mit Emporen, der Choranlage und der Sakristei, je einer Seitenkapelle vorn sowie der von zwei Türmen überragten Westanlage und zwei Treppentürmen an den beiden Seiten­schiffen. Vor dem neugotischen Hochaltar steht ein schlichter Altartisch. Bemerkenswert sind die alten Chorstuhle.

Die Kirche ist wohl anfangs ausgemalt gewesen. Ganz er­halten ist das in Darstellung und Farbe wuchtige Gemälde des Letzten Gerichtes: Der auf dem Thron sitzende göttliche Richter, läßt die zu seiner Rechten eingehen im die Freuden des Himmels, die zu seiner Linken aber werden von den Teufeln in den feuerspeienden Rachen des höllischen Un­tieres getrieben.

Die Kirche weist auch einige bedeutende Kunstgegenstände auf: Die gotische Madonna mit dem Jesuskind im linken Seitenschiff vom stammt von einem unbekannten Meister aus dem 15. Jahrhundert. An der zweitvordersten Säule des rechten Seitenschiffes finden wir eine Steinplastik aus der Mitte des 14. Jahrhunderts: Maria mit dem Kinde. Innen und um die Kirche herum hat man früher die Toten bestattet. Südlich der Kirche, ganz von Häusern umbaut, finden wir noch das gotische Beinhaus, das man später St. Anna- oder Fuhrmannskapelle nannte, weil dort die Fuhr­leute ihre Frühmesse feierten. Heute ist hier eine Krieger- ge dächtniskape Ile.

Vom kleinen Park hinter der Kirche, dem Gebück, dessen Steilhang zur alten Befestigungsanlage gehörte, werfen wir einen Blick hinunter ins Tal und hinüber zum Himmelfeld.

An der Bedüfnisanstalt vorbei gehen wir zurück zur Kirch- straße und finden gegenüber, in einem alten Haus aus dem Jahre 1715, das Heimatmuseum. Zeugen von Sitten und Brauchtum des Westerwaldes sowie Kunsterzeugnisse aus vergangener und neuerer Zeit warten hier zeitweilig noch hinter verschlossenen Türen.

Wenn wir uns nicht so sehr für die Geschäfte der Kirchstraße und einige schöne Fachwerkbauten interessieren, so biegen wir einmal links in die Obere Plötzgasse ein. Ziemlich sicher werden uns die winkligen Gäßchen hinab zum großen Park­platz führen, dem Dr.-Konrad-Adenauer-Platz, der im Volksmund auch noch Juxplatz heißt, weil hier früher immer die Jahrmarkts-und Kirmesbuden standen.

Links sehen wir die Ruifie des alten Wolfsturms, der noch von der Stadtmauer übrig geblieben ist. Vor uns steht ein ehemaliges Franziskanerkloster. 1678 erbaut und im 19. Jahrhundert als Amtshaus benutzt. Dort haben wir auch Ge - legenheit einem "dringenden inneren Bedürfnis" nachzu­kommen.

Wir kehren nun wieder zur Kirchstraße zurück und sind gleich links am Markt mit dem Rathaus. Es wurde in den Jahren 1866 bis 1868 an Stelle des alten, genannt "Der rote Löwe" (="uff den Leben"), ein alter Gerichtsplatz, er­richtet.

Wir gehen weiter zum Kleinen Markt. Der Straßenengpaß hier wird auch "Trichter" genannt. Schau einmal hoch an den Fassaden der Fachwerkhäuser. Sie stammen Teilweise aus dem 17. Jahrhundert. Ihre reich mit Schnitzereien aus- gestatteten Giebel zeugen vom Wohlstand ihrer.Erbauer.

Schräg rechts erreichen wir hinter dem Vorderen Reb­stock mit seinen alten Fachwerkhäusern das offene Gelände vor dem Schloß.

Auf einem Bergvorsprung ist dem Hauptbau ein Vorbau mit gotischem Tor vorgelagert. Links folgt eine kleine, auf vier Bogen ruhende Halle mit geschweiftem Dach. Wir treten einmal kurz hinaus aus dem Mauertörchen und schauen hinunter auf die Stadt.

Nun steigen wir weiter hoch und stehen vor dem Hauptbau. Vorher aber noch einige Schritte rechts zum Parkplatz.

Eine große Tafel erläutert uns die Geschichte des Schlos­ses: Eine Urkunde aus der ersten Hälfte des 10. Jahr­hunderts erzählt uns von einem "lEastellum humbacense" einer kleinen Wehrburg gegen räuberische Banden. Unter dem Kurfüsten von Trier wurde sie im 13. Jahrhundert zu einer größeren Grenzburg ausgebaut. Der Kern des heutigen Schlosses stammt aus der Zeit um 1520. Zwei Wappen des Bauherrn Richard von Greiffenklau zeugen davon.

Der Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck ließ dann die Burg in den Jahren 1687 -1709 zu dem Schloß in seiner heutigen Form ausbauen. Das etwas abseits liegende Oekonomie- gebäude stammt aus dem Jahre 1720.

In der nassauischen Zeit diente es als Jagdschloß, von 1851 bis 1880 als Lehrerseminar, von 1880 bis 1945 als Landratsamt und seit 1945-als Verwaltungsgebäude der Bezirksfegierung.

Nun treten wir ein inTden quadratisch gehaltenen Innenhof des zweigeschossigen Hauptbaues.' Die Basaltsteine des Mauerwerkes hat man beim Ausschachten der Fundamente und der ausgedehnten Kelleranlagen gewonnen, Die Außenecken der vier Flügel werden von Rundtürmen mit glockenförmigen Dächern flankiert.

Rechts in der südöstlichen Ecke zur Angriffsfront hin, steht der 33 m hohe, mächtige Bergfried.

Die Innenräume sind normalerweise nicht zu besichtigen, doch sei hier noch der barocke Rittersaal im rechten Flügel erwähnt, den u.a. Deckenfresken und ein Bild des letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus schmücken. Aus seinen Fenstern kann man hinübersehen zum Himmelsfeld, dem Malberg über der Montabaurer Senke und zu den Höhen des oberen Westerwaldes.

Haben wir noch etwas Zeit, so erwandern wir noch einen'drei Kilometer weiteren Rundweg zum Himmelfeld. Zunächst gehen wir vom Schloß links am Katasteramt rechts vorbei hinunter zum Hinteren Rebstock.

Hinter den Fichten steigen wir die Treppe hinunter, über­queren die Alleestraße und gehen rechts von der VW-Werk- statt die Staudter Straße hinein zum Stadtbezirk Allmanns­hausen, sogenannt nach einem, ehemaligen'Armenhaus.

Rechts ist ein großes Sägewerk. Gegenüber dem Kapeliehen aus dem Jahre 1893 steigen wir zwischen dem Holzlager den Feldweg hoch zum "Hotel Montabaur". JedfceUstfeheni wir vor dem Himmelfeld und schauen zurück auf Montabaur mit Pfarrkirche und Schloß, auf die Waldberge der Monta­baurer Höhe mit dem Aussichtsturm des Koppels und auf die Montabaurer Senke mit dem Malberg und anderen Vu]kan- be rgen im Hintergrund.

Wir wandern links herum und stehen vor der Autobahn, die hier in Richtung Frankfurt nach Nordosten abbiegt, um das Ahrtal zu umgehen. Auf der anderen Seite nach Süden, schauen wir auf diö waldigen Höhenzüge der im Einzugs-