HEIMSPARBÜCHSEN
von den Sporkossen ousgegeben
Mill.Stück
6 -
Millionen
erbrachten
Durchschnitt
DAS BABY VON HEUTE
Das Leitmotiv, das die Sparkassen für den diesjährigen Weltspartag am 30. Oktober formuliert haben: „Die Zukunft sichern — sparen!“, spielt sicherlich auf die aktuelle Situation mit ihren konjunkturbedingten Schwierigkeiten an. Aber es greift auch wieder weit darüber hinaus, in einen Lebensbereich, der—wenn schon leider nicht immun gegen die Wechsellagen der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse — doch dem persönlichen Eingriff, der privaten Vorsorge weitgehend zugänglich ist.
Wie immer die öffentlichen Dinge in den vor uns liegenden Jahren ablaufen mögen: Sicher ist, daß alle 1977 noch auf dieser Erde Wandelnden zehn Jahre älter sein und Anforderungen stellen werden, die dieser künftigen Lebensstufe entsprechen. Das Baby von heute wird ein Schulkind sein, dessen Bildungsweg gerade dann auf eine wichtige Gabelung zuläuft. Aus dem Tanzpaar im Beatschuppen wird ein Ehepaar und vermutlich ein Elternpaar geworden sein, dem vorsorglich angesammelte Beträge äußerst gut zupaß kommen werden.
Der ehrgeizige, aktive Teilnehmer am Berufsleben (und sein weibliches Gegenstück) wird Rentner(in) oder Pensionär(in) sein und großen Vorteil aus der zusätzlichen Sicherung ziehen', die neben den kollektiven Maßnahmen in ebenso freiwilliger wie weiser Voraussicht getroffen worden sind.
Zukunft heißt Hoffnung, sollte es doch heißen. Der Weltspartag, den die Sparkassen in aller Welt nun schon im fünften Jahrzehnt begehen, wiederholt alljährlich den Anruf, der jedem von uns sagt, daß es zu einem guten Teil bei ihm selber liegt, ob sich die Hoffung erfüllen wird.
Warum Weltspartag?
von Gunter Mann
Jedes Jahr, Ende Oktober, ist Weltspartag. Erst waren es die Sparkassen allein, die die Sparer zu diesem Tage aufriefen, es folgten die genossenschaftlichen Geldinstitute, dann kamen die Banken hinzu, seit kurzem verkündet auch die Postsparkasse: Am 30. Oktober ist Weltspartag!
Der Weltspartag ist eine internationale Einrichtung. Als 1924, also kurz nach der kriegsbedingten Inflation in Deutschland, und ähnlichen Währungszerrüttungen in anderen Ländern, sich die Sparkassenorganisationen der westlichen Welt in Mailand trafen, um darüber zu beraten, wie man das Sparen wieder populär machen könne, beschlossen sie u.a., einen internationalen (Welt—)Spartag einzuführen.
Die Einführung des Weltspartages blieb unwidersprochen. Es fehlte — auch in den eigenen Reihen der Sparkassen — nicht an Stimmen, die nicht an die aufrüttelnde Kraft des Weltspartages glaubten. Was soll ein besonderer Spartag, da man doch an jedem Tage Gelegenheit hat zu sparen? So überzeugend der Einwand klang, er wurde durch das demonstrative Verhalten der Sparer widerlegt. Sie kamen schon in den ersten Jahren in großer Zahl, inzwischen wurden es von Jahr zu Jahr immer mehr. Für die-Sparkassen ist der Weltspar
tag der Tag des Jahres, an dem sie ihre Leistungfähigkeit beweisen können, beweisen müssen.
Das ist nicht nur in Deutschland so, auch in anderen Ländern spielt sich an diesem Tage das „Volksfest der Sparer“ ab. In Österreich wirken bekannte Persönlichkeiten des politischen Lebens und der Kunst mit. In Spanien hat man den Spartag auf den letzten Sonntag des Monats gelegt, damit jeder Zeit hat, die Sparkasse aufzusuchen und an ihren Darbietungen teilzunehmen.
Man kann die Frage „Warum Weltspartag? “ nicht damit abtun, daß man ihn als eine geschickt angelegte Werbemaßnahme bezeichnet. Nach 43 Jahren hätte jede Werbemaßnahme längst ihre Zugkraft eingebüßt, wenn nicht andere, den Intet essen der Angesprochenen gemäße Punkte angerührt worden wären. Gerade das ist aber hier der Fall. Daß der Weltspartag sich noch immer einer von Jahr zu Jahr steigenden Beliebtheit erfreut, zeigt, daß er einer weit verbreiteten Regung entgegenkommt. Die Regung heißt „Notgroschen“, heißt „Rücklage“. Es ist ein natürliches menschliches Bestreben, sich gegen unliebsame finanzielle Zufälligkeiten des Lebens abzusichern.
Die Sparer in der EWG
Sparkassenbücher auf 100 Einwohner
*
70
67
hhhidxi
mm
an
[um,mit
Ourchschniftsguthoben je Sparkassenbuch
2484 DM
Luxemburg
1748 DM
Bundesrepublik
1440DM
Belgien
1700 DM
Frankreich
1288 DM
Niederlande
1700 DM
Italien
1652 DM
SPAREN IN GESELLSCHAFT
ln Gesellschaft lebt es sich nicht nur leichter, sondern man spart auch in Gesellschaft leichter. Jedenfalls meinen das in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen, die sich zu 50 000 Sparvereinen zusammengeschlossen und in jedem der letzten Jahre zwischen 180 und 200 Millionen DM sparten. Auch in anderen Ländern, z.B. England, Schweden, Vereinigte Staaten, gibt es Vereine, die sich diesem Ziele verschrieben haben. Nun sind 200 Millionen DM, wenn man sie auf 2 Millionen Personen aufteilt, nicht sehr viel. Auf jeden Vereinssparer entfallen im Durchschnitt etwa 100 DM.
SPARKASSENORGANISATION IN ZAHLEN
861 öffentliche Sparkassen mit 13 200 Zweig—und Annah
mestellen
Bei diesen werden geführt:
41,9 Millionen Sparkassenbücher — 11,0 Millionen Spargirokonten
Einlagen auf diesen Konten Ende Juni 1967
Spareinlagen Giroeinlagen Gesamteinlagen
82,83 Milliarden DM 21,53 Milliarden DM 104,36 Mrd.DM

