Ausgabe 
29.9.1967
 
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HEIMSPARBÜCHSEN

von den Sporkossen ousgegeben

Mill.Stück

6 -

Millionen

erbrachten

Durchschnitt

DAS BABY VON HEUTE

Das Leitmotiv, das die Sparkassen für den diesjährigen Weltspartag am 30. Oktober formuliert haben:Die Zukunft sichern sparen!, spielt sicherlich auf die aktuelle Situation mit ihren konjunkturbedingten Schwierigkeiten an. Aber es greift auch wieder weit darüber hinaus, in einen Le­bensbereich, derwenn schon leider nicht immun gegen die Wechsellagen der allge­meinen Wirtschaftsverhältnisse doch dem persönlichen Eingriff, der privaten Vorsorge weitgehend zugänglich ist.

Wie immer die öffentlichen Dinge in den vor uns liegenden Jahren ablaufen mögen: Sicher ist, daß alle 1977 noch auf dieser Erde Wandelnden zehn Jahre älter sein und Anforderungen stellen werden, die dieser künftigen Lebensstufe entsprechen. Das Baby von heute wird ein Schulkind sein, dessen Bildungsweg gerade dann auf eine wichtige Gabelung zuläuft. Aus dem Tanzpaar im Beatschuppen wird ein Ehe­paar und vermutlich ein Elternpaar ge­worden sein, dem vorsorglich angesammel­te Beträge äußerst gut zupaß kommen werden.

Der ehrgeizige, aktive Teilnehmer am Be­rufsleben (und sein weibliches Gegenstück) wird Rentner(in) oder Pensionär(in) sein und großen Vorteil aus der zusätzlichen Sicherung ziehen', die neben den kollekti­ven Maßnahmen in ebenso freiwilliger wie weiser Voraussicht getroffen worden sind.

Zukunft heißt Hoffnung, sollte es doch heißen. Der Weltspartag, den die Spar­kassen in aller Welt nun schon im fünften Jahrzehnt begehen, wiederholt alljährlich den Anruf, der jedem von uns sagt, daß es zu einem guten Teil bei ihm selber liegt, ob sich die Hoffung erfüllen wird.

Warum Weltspartag?

von Gunter Mann

Jedes Jahr, Ende Oktober, ist Weltspartag. Erst waren es die Sparkassen allein, die die Sparer zu diesem Tage aufriefen, es folgten die genossenschaftlichen Geldinstitute, dann kamen die Banken hinzu, seit kurzem verkündet auch die Postsparkasse: Am 30. Oktober ist Weltspartag!

Der Weltspartag ist eine internationale Einrichtung. Als 1924, also kurz nach der kriegsbedingten Inflation in Deutschland, und ähnlichen Währungszerrüttungen in anderen Ländern, sich die Sparkassenorga­nisationen der westlichen Welt in Mailand trafen, um darüber zu beraten, wie man das Sparen wieder populär machen könne, be­schlossen sie u.a., einen internationalen (Welt)Spartag einzuführen.

Die Einführung des Weltspartages blieb unwidersprochen. Es fehlte auch in den eigenen Reihen der Sparkassen nicht an Stimmen, die nicht an die aufrüttelnde Kraft des Weltspartages glaubten. Was soll ein besonderer Spartag, da man doch an jedem Tage Gelegenheit hat zu sparen? So überzeugend der Einwand klang, er wurde durch das demonstrative Verhalten der Sparer widerlegt. Sie kamen schon in den ersten Jahren in großer Zahl, inzwi­schen wurden es von Jahr zu Jahr immer mehr. Für die-Sparkassen ist der Weltspar­

tag der Tag des Jahres, an dem sie ihre Leistungfähigkeit beweisen können, be­weisen müssen.

Das ist nicht nur in Deutschland so, auch in anderen Ländern spielt sich an diesem Tage dasVolksfest der Sparer ab. In Österreich wirken bekannte Persönlich­keiten des politischen Lebens und der Kunst mit. In Spanien hat man den Spar­tag auf den letzten Sonntag des Monats gelegt, damit jeder Zeit hat, die Sparkasse aufzusuchen und an ihren Darbietungen teilzunehmen.

Man kann die FrageWarum Weltspartag? nicht damit abtun, daß man ihn als eine geschickt angelegte Werbemaßnahme be­zeichnet. Nach 43 Jahren hätte jede Wer­bemaßnahme längst ihre Zugkraft einge­büßt, wenn nicht andere, den Intet essen der Angesprochenen gemäße Punkte an­gerührt worden wären. Gerade das ist aber hier der Fall. Daß der Weltspartag sich noch immer einer von Jahr zu Jahr steigenden Beliebtheit erfreut, zeigt, daß er einer weit verbreiteten Regung entgegenkommt. Die Regung heißtNotgroschen, heißt Rücklage. Es ist ein natürliches mensch­liches Bestreben, sich gegen unliebsame finanzielle Zufälligkeiten des Lebens ab­zusichern.

Die Sparer in der EWG

Sparkassenbücher auf 100 Einwohner

*

70

67

hhhidxi

mm

an

[um,mit

Ourchschniftsguthoben je Sparkassenbuch

2484 DM

Luxemburg

1748 DM

Bundesrepublik

1440DM

Belgien

1700 DM

Frankreich

1288 DM

Niederlande

1700 DM

Italien

1652 DM

SPAREN IN GESELLSCHAFT

ln Gesellschaft lebt es sich nicht nur leich­ter, sondern man spart auch in Gesellschaft leichter. Jedenfalls meinen das in Deutsch­land etwa zwei Millionen Menschen, die sich zu 50 000 Sparvereinen zusammenge­schlossen und in jedem der letzten Jahre zwischen 180 und 200 Millionen DM sparten. Auch in anderen Ländern, z.B. England, Schweden, Vereinigte Staaten, gibt es Vereine, die sich diesem Ziele ver­schrieben haben. Nun sind 200 Millionen DM, wenn man sie auf 2 Millionen Perso­nen aufteilt, nicht sehr viel. Auf jeden Ver­einssparer entfallen im Durchschnitt etwa 100 DM.

SPARKASSENORGANISATION IN ZAHLEN

861 öffentliche Sparkassen mit 13 200 Zweigund Annah­

mestellen

Bei diesen werden geführt:

41,9 Millionen Sparkassenbücher 11,0 Millionen Spargirokonten

Einlagen auf diesen Konten Ende Juni 1967

Spareinlagen Giroeinlagen Gesamteinlagen

82,83 Milliarden DM 21,53 Milliarden DM 104,36 Mrd.DM