Ausgabe 
8.9.1967
 
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Meine sehr verehrten Damen und HerrenJ

Im Namen des Rates der Stadt Montabaur wie auch im eige­nen Namen darf ich Sie, die Sie zur heutigen Einweihung des Städtischen Hallen-undi Freibades meiner Einladung ge­folgt sind, auf das Herzlichste begrüßen. Sie, ob als Ver - treter und Mitarbeiter des Sozialministeriums, der Wehr­bereichsverwaltung IV, der Dienststellen der Bezirksregie­rung, der Gremien des Landkreises Unterwesterwald, der militärischen oder Bundeswehrverwaltungsdienststellen, ob als Vertreter der Kirchen, der Schulen, der sporttreibenden Vereine sowie der am Bau planenden und ausführenden Fir­men, der Presse und des Fernsehens, Sie alle sind uns heute zu diesem festlichen Ereignis gern gesehene Gäste und sicher­lich auch Teilhaber an unserer Freude über das gelungene Werk.

Sie gestatten mir, daß ich darüberhinaus besonders und per­sönlich begrüße den Herrn Bundestagsabgeordneten Hanz, so­wie die Herr^i Landtagsabgeordneten Pfeil und Schweitzer, die sich mit persönlichem Engagement für dieses Bauwerk mit großem Erfolg eingesetzt haben.

Mein herzlicher Willkommensgruß gilt besonders Ihnen, Herr Staatsminister Dr. Geissler, der Sie trotz Ihres Urlaubs es sich nicht haben nehmen lassen, zu diesem Anlaß als Ver - treter der Landesregierung zu kommen und auch die Festan­sprache zu halten. Ihr erster Besuch als neuer Sozialmini - ster des Landes in der Kreis-und "Noch-Regierungshautpstadt" wird bestimmt durch ein freudiges Ereignis, zu dem wohl im entscheidensten Umfange das Land und im Speziellen Ihr Ministerium Pate gestanden haben. Mögen diese ersten angenehmen und sehr erfreulichen Berührungspunkte zwischen Ihnen als unseren neuen Sozialminister und der Stadt Monta­baur ein Fluidum schaffen, aus dem heraus noch manch fruchtbare Patenschaft entstehen kann.

Als Vertreter der Herren Präsidenten der Wehrbereichs Ver­waltung IV und der Bezirksregierung Montabaur, die sich beide haben entschuldigen lassen, begrüße ich die Herren Reg. Direktor Schmidt und Oberregierungsrat Stier. Beide Verwal­tungen haben mit Ihren Mitarbeitern unser Vorhaben mit großem Wohlwollen gegenübergestanden und haben ihrer­seits dazu beigetragen, daß die für die Verwirklichung un­serer Pläne und Vorstellungen erforderlichen Finanzierungs­mittel vom Bund wie auch vom Land bereitgestellt werden konnten.

Mein ganz besonderer Gruß gilt Ihnen, -Herr Landrat Dr. Klinkhammer. Es muß heute einmal festgestellt werden, daß Sie es waren, der unter in Aussichtstellung der Unterstützung des Kreises, die Stadt Montabaur ermuntert hat, die bereits ad akta gelegten Hallenbadpläne, die die Finanzkraft der Stadt Montabaur überstiegen, erneut zu dieskutieren und die von meinem Herrn Vorgänger im Amt bereits in Auftrag ge­gebenen Planungen für ein voll ausgebautes Freibad zunächst zurückzustellen. Eine begeisterte Anregung, die sofort auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Sie haben sich, Herr Landrat, mal wieder als Chefkoch des Kreises betätigt. Alle, die Sie und Ihre Aktivität kennen, werden daraus nicht folgern, daß Sie als Chefkoch in jeden der auf kommunaler Spar - flamme kochenden Wunschtöpfen entweder etwas geschickt und pikant hineinwürzen oder aber versalzen wollen. Sondern man wird mich nur so verstehen können, daß Sie als solcher mit großem Geschick nur die Speisen anrichten lassen, die einem Großteil der Bürger des Ihnen anvertrauten Kreises bekömmlich sind. Kochen Sie weiter so Herr Landrat! Die Kommianale Neuordnung allgemein und im Speziellen der für unsere Stadt so bedeutungsvolle Bau der Realschule werden die entsprechendöl und bereits bereitgestellten Zutaten für die Zukunft sein.

Ein herzlicher Gruß gilt auch Ihnen, Herr Bürgermeister a.D. Kraulich. Nachdem die wesentlichsten kommunalen Ein - richtungen der Stadt Montabaur unter Ihrer Leitung geschaf­fen worden sind, haben Sie vor Jahren bereits die Idee für den Bau eines Freibades in der Stadt aufgegriffen und in die

Tat umsetzen wollen. Daß im Verlaufe der Jahre aus Ihrer Anregung nunmehr ein Hallen-und Freibad geworden ist, wird Sie sicherlich ebenso wie uns mit großer Freude er - füllen.

Ein freundlicher Willkommensgruß gilt nicht zuletzt Ihnen, Herr Dr. Krieger, der Sie als Planer und bauleitender Inge­nieur Ihre Ideen in diesem Bauwerk hier zur Ausführung ge­bracht haben. Mit der Ihnen eigenen Überzeugungskraft und aufbauend auf den im konventionellen Bäderbau gesammel­ten Erfahrungen, haben Sie uns für Ihre Idee des modernen Baues mit Fertigbauteilen gewinnen können.

Montabaur wurde im wahrsten Sinne des Wortes zum Experi­mentierfeld einer für den Bäderbau zumindest neuen Idee. Mit welchen Risiken Ihre architektonischen Ideen in der Aus­führung belastet waren, ist den Mitgliedern des Rates vom ersten Tage an bekannt gewesen. Gestützt auf Ihr überzeu­gendes Fachwissen sowie auf Ihre bisherigen Leistungen im Bäderbau und unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der zur Ausführung der Planung herangezogenen renommier­ten Firmen haben wir Ihnen voll vertraut. Heute können wir Ihnen mit einem lauthörbaren Aufatmen der Stadtratsmit - glieder und auch dem nicht zu überhörenden kräftigen Run- terplumsen eines Westerwälder Trachytblockes vom schma­len Rücken eines Stadtbürgermeisters mit Anerkennung be­stätigen, daß Ihre Idee, ein solch spezielles Bauwerk in totaler Vorfertigung schlüsselfertig in einer effektiven Bau­zeit von 11 Monaten zu einem vereinbarten Festpreis uns zu erstellen, eine gute Idee war. Zu dieser Leistung und diesem sichtbaren Erfolg dürfen wir Sie offenen Herzens be­glückwünschen.

Neben den Grußworten erlauben Sie mir noch ein kurzes Wort des Dankes.

Dieses Werk konnte nur entstehen als Gemeinschaftsaufgabe. Am festen Willen, Verantwortungsbewußtsein und Entschluß­freudigkeit des Rates und der Verwaltung etwas Gutes für die Jugend, die Bevölkerung der Stadt und der Umgebung zu schaffen, hat es nicht gefehlt. Der Wille allein führte noch nicht zum Ziel, besonders dann nicht, wenn das Können fehlt.

Unter Berücksichtigung der zeitlichen Entwicklung bis zum heute fertigen Bauwerk ist zunächst Ihnen, Herr Landrat, und den Mitgliedern der Kreisgremien zu danken, Jdaß Sie, unter Berücksichtigung der zentral-örtlichen Bedeutung der Stadt Montabaur für große Teile des Kreisgebietes, den Plan des Hallenbades wieder haben aktuell werden lassen und sich, was viel wesentlicher noch ist, bereit erklärt haben, sich mit nahmhaften Beträgen an den Erstellungsko­sten und mehr noch an dem Unterhaltungsaufwand zu betei­ligen. Diese Zusagen haben erst die Grundvoraussetzungen geschaffen für die danach folgende,Planung und spätere Er­stellung dieses Bauwerkes. Die gemeinsame Trägerschaft für einen relativ großen Zeitraum der Zukunft ist eine gute Sache. Dafür sei dem Kreisausschuß, dem Kreistag und dem Jugendwohfahrtsausschuß herzlich gedankt.

Das Bauwerk hätte jedoch nicht erstellt werden können, wenn nicht das Land dieses Vorhaben in sehr entscheidendem Umfange aus Mitteln des Landes und des Westerwald-Taunus Planes gefördert hätte. Das bei dieser Förderungsmaßnahme das Sozialministerium gleichzeitig ein Modellbauvorhaben, nämlich dieses Bad in totaler Vorfertigung zu erstellen, an­erkannte, spricht für die Aufgeschlossenheit und deutlich

Das AMTLjBEKANNTMACHUNGSBLATT erscheint wöchentlich Bezug: Nur an Abonnenten. Anzeigenpreisliste Nr. 2 v. 1. Jan. 1964 Herausgeber: Hans Schmid. Verlagsleitung: Christa Frisch Chefredaktion: Marion Scheidhauer, Ignaz Kurz

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