Aus der Geschichte der katholischen Pfarrei Montabaur ..
Vielen ist nicht mehr bewußt, daß die Kirmes im Ursprung ein kirchliches Fest ist. Es sei daher erlaubt, daß wir zur diesjährigen Kirmes einen kurzen Auszug aus dem Beitrag des damaligen Kaplans Hans Becker "Aus der Geschichte der katK 1 Vchen Pfarrei Montabaur" bringen, den wir derFest- schriiL '1000 Jahr Montabaur 930 - 1930" entnommen haben.
"btic.j die Anfänge des Christentums auf dem Westerwald liegt noch immer der dunkle Schleier der unerforschten Vergangenheit. In der Stadt Trier befand sich schon zu römi - scher Zeit eine christliche Gemeinde, wovon sich der hl. Athanasius bei seinem dortigen Aufenthalt in den Jahren 336 und 337 überzeugte. Das Konzil von Tours stellte aber 567 noch fest, daß unter der gallischen Landbevölkerung der heidnische Kult fortbestehe. Obwohl infolge eifriger Bestrebungen der Trierer Bischöfe sowie vieler Klöster, Herrscher und christlicher Gemeinden selbst schon zur mero- wingischen, erst recht in der karolingischen Zeit eine große Anzahl von Kirchen auf dem Lande erstanden, hören wir immer noch nichts von solchen auf dem Westerwald. Es steht auch nicht fest, daß der hl. Bonifatius (+ 754) über den Westerwald gekommen ist. Denn der Ausdruck "nistresi" in einem Schreiben, das Papst Gregor III. dem hl. Bonifatius 738 mitgab, wird neuerdings nichtmehr auf die Mister,im Westerwald, sondern auf einen sächsischen Gau Nithersi bezogen. Die älteste Kirche, die uns auf dem unteren Westerwald begegnet, ist die Kirche in Montabaur oder Humbach, wie der Ort bis zum 13. Jahrhundert hieß.
Von der Kirche in Montabaur hören wir zum ersten Mal etwas im 10. Jahrhundert. In der bekannten Urkunde vom 13. Februar (959) berichtet Erzbischof Heinrich von Trier, daß sein Vorgänger Rupert in Montabaur eine Holzkirche eingeweiht habe. Der Text dieser Urkunde lautet:
Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Heinrich, durch die Güte des allmächtigen Gotteshoch würdigster Erzbischof von Trier.
Kund sei allen Gläubigen der heiligen Kirche Gottes, den gegenwärtigen sowie den zukünftigen: Unser Vorgänger Rupert hat auf Bitten des Herzogs Hermann eine aus Holz erbaute Kirche in der bei der Burg Humbach gelegenen Ansiedlung eingeweiht, ihr den ganzen umliegenden dessen Herrschaft untergebenen Zehnten zugeteilt und zum Seelenheil einem der Mutter Gottes geweihten Kloster in Koblenz unter dem zustimmenden Zeugnis vieler Christgläubigen geschenkt, damit die diesem Ort dienenden Brüder immerfort zu Gott beten könnten. Nicht lange danach hat der Verwalter dieses Klosters Willimann die schon öfter genannte Kirche durch einen steinernen Neubau ersetzt. Nachdem dieser mit dem ganzen Konvent demütig um unsern väterlichen Beistand gebeten hat, haben wir die Kirche zu Ehren derselben Heiligen, denen sie früher geweiht worden ist, nämlich des Aposterfürsten Petrus und des heiligen Märtyrers Georg ein ge - weiht, ihr den Zehnten in der früheren Umgrenzung überwiesen und unter der angegebenen Umschreibung in Gegenwart aller Pfarrangehörigen verlesen lassen, damit kein ''Gegner der Umgrenzung die von uns zugleich mit Geistlichen und Laien Unterzeichnete und mit dem Siegel versehene Urkunde verletzen könne.
Von der Anar, wo die Besitzung des Herzogs Hermann be - ginnt, aufwärts bis zur Quelle der Anar und von dort bis in die kleine Anar und durch die kleine Anar abwärts wie die Besitzungen des genannten Herzogs und des Grafen Konrad sich trennen. Und was Hermann oder seine Reisige in dem Distrikt Brencede bis in den Klingenbach zu besitzen scheinen. Dann den Klingenbach aufwärts bis zu seinem Ursprung. Von dem Klingenbach aber zum Diofbach, wie sich die Besitzung Hermanns teilt. Von dort bis in die Anar. Die Anar aufwärts bis zur Besitzung des Adello und dessen Inhabern.
Zwischen den anliegenden Besitzungen an Astine bis zur Quelle des Diufbach. Von dort bis in die Lahn und die Lahn abwärts bis zu ihrem Zusammenfluß mit der Anar. Die Anar aufwärts bis zur Thyeza. Diese aufwärts bis zu ihrem Ursprung. Von dort auf der Madalbergerstraße in den Kunes- bach. Von hier abwärts bis in die Ouvuza und von dort abwärts, wie sich die Gebiete des Oumincus und die Besitzung Hermanns teilen, bis in den Fachbach. Von dort aufwärts bis zur Quelle. Von dort der Werikoz nach bis in die Malan- dra. Von dort bis zur heiligen Eiche und von dort bis in des Verebachs Quelle. Von dort in die Brachysa und von dort abwärts in die Detenesbuira und von dort bis zur Saltresstraße. Von dort bis in die Sayn und die Sayn aufwärts bis zum Gebiet des Helperich und in die oben genannte Anar. Und was der vorgenannte Herzog in Hana besitzt. Wenn aber einer, was fern sei, von diesem Widerspruch zu entreißen sucht, so sei er im Bann."
Es folgen 31 Zeugen und die kurze Bemerkung: "Am 13.
Februar ist diese Kirche von dem Erzbischof Heinrich eingeweiht worden."
FEST - PROGRAMM
Samstag, den 5. August 1967:
16.00 Uhr Anschießen der Kirmes durch Böller Beginn des Kirmestreibens auf der Festwiese
17.00 Uhr Fußballspiel: TUS Montabaur - I.Eintracht Höhr-Grenzhausen
20. 00 Uhr Kirmestanz im Festzelt mit den Blue
Boys; in allen Lokalen Tanz oder gemütliches Beisammensein Sonntag, den 6. August 19 67:
6.00 Uhr Wecken: Fanfarenzug d. Freiw.Feuerwehr
10.00 Uhr Festgottesdienst
13.00 Uhr Beginn des Kirmestrubelsauf der Festwiese Segelflug - Passagierflüge - Startplatz Körlen
14.30 Uhr Tanz im Festzelt mit den Yardleys und in den Lokalen
nach 21.00 Uhr bei Einbruch der Dunkelheit
Großfeuerwerk vom Schloss Illumination der Stadt Montag, den 7. August 19 67:
8.00 Uhr Großer Krammarkt auf der Festwiese u. Sauertalstraße
Nachmittags Kirmestrubel auf der Festwiese ab 16.00 Uhr Tanz im Festzelt u. in den Lokalen.
Dienstag, den 8. August 19 67:
10.00 Uhr Frühschoppenkonzert des MGV. Mendelssohn-Bartholdy im Kolpingshaus
Nachmittags Kirmestrubel auf der Festwiese
20.00 Uhr Tanz in den Lokalen
Im Festzelt " Gro ßer Bunter Abend mit Tanz
Zu Gast sind: Fred Bertelmann, Will Brandes, Marina, Fred von Merck als Conferencier u.d. Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr Montabaur.
Eintrittskartenvorverkauf im Kolpinghaus Die Pfarrkirche "St. Peter in Ketten" wird an allen Kirmestagen bei Einbruch der Dunkelheit angestrahlt.
Das AMTL. BEKANNTMACHUNGSBLATT erscheint wöchentlich Bezug: Nur an Abonnenten. Anzeigenpreisliste Nr. 2 v. 1. Jan. 1964 Herausgeber: Hans Sdhmid. Verlagsleitung: Christa Frisch Chefredaktion: Marion Scheidhauer, Ignaz Kurz Anzeigenleitung: Ignaz Kurz, Manfred Schultheiß Druckerei- und Versandleitung: Robert Loth, Walter Stutz Werbe- und Vertriebsleitung: Simon Frankenberger, Fritz Volz DRUCK und VERLAG: PRIMAT-VERLAG HANS SCHMID 6689 Merchweiler/Saar, Primat-Haus,Tel.06825/5021,Telex 0444826 6236 Eschborn/Ts.,Schwalbacherstr.,Tel.06196/41004,Telex 0414396
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