Ausgabe 
1.7.1966
 
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Trautes Heim - Glück allein ?

Ein Phantasie-Dialog von Truck.. F. Sanders

Es klingelt - leichte Schritte: Eva ist da!

"Guten Abend, Klaus-Egon! Aaah, tut das gut, wieder zu Hause zu sein. Einen Mordshunger habe ich. Bring' mir doch, bitte, meine Hausschuhe. Ich ziehe mich rasch um. Was gibt's denn heute Gutes ?"

Eine Männerstimme hallt durch die Wohnung:

"Eisbein mit Sauerkraut aus der Warmhaltepackung, vorher eine Ochsenschwanzsuppe aus der Dose und Büchsen-Ananas als Nachspeise."

Eva, im saloppen Hausgewand, taucht kurz auf und verschwin­det schon wieder im Badezimmer. Eine kurze Zeit danach sagt sie, bereits kauend, bei der gemeinsamen Mahlzeit:

"Ha, wie das wieder schmeckt! "

"Und mir schmeckt's überhaupt nicht!" mault Klaus-Egon.' "Diese ewige Konservenfutterage hängt mir meilenweit zum Halse heraus."

"Aber Klaus-Egon... eine Stimmung ist das wieder! Hattest, du Ärger im Büro?"

"Geschuftet hab' ich dort wie ein Berserker, um noch vor La­denschluß alles einkaufen zu können. "

"Ach, mein armes Männilein. Warte nur, in drei Jahren, wenn wir unseren Traum-Bungalow gebaut haben, höre ich auf zu arbeiten. Dann machen wir es uns so richtig gemüt­lich. Ich werde eine Hausgehilfin einstellen und eine Köchin. "Was?" Klaus-Egon fährt hoch wie von der Tarantel gescho- chen.

"Du willst also in drei Jahren auch nicht kochen ?"

Eva lächelt mild und wissend.

"Aber Klaus-Egon-Männe, wo denkst du hin ? Soll icl mir etwa, wenn wir unsere Gesellschaften geben, eine Sc airze umbinden... wie beispielsweise du jetzt.... und als ha.. - mütterchen unsere Gäste begrüßen ? Oh nein! Meine Hände vertragen keinen Gemüsesaft und keine Kartoffelbrühe. Mein Teint reagiert sauer auf Kochdünste und scharfe Gewürze und gegen Scheuermittel und Spülmittel bin ich allergisch. Aus­serdem bleibt mir auch gar keine freie Zeit, wenn ich neben meiner geistigen Tätigkeit alle altmodischen Verpflichtungen als Hausfrau und Heimchen am Herd wahrnehmen soll. So... mir hat's geschmeckt. Und jetzt an die Arbeit .!

Klaus-Egon wagt einen schwachen Einwand.

"Aber... ?"

Eva zwitschert nur noch.

"Ach Männilein, ich habe doch so wahnsinnig viel zu tun.

Ein Teil der Büroarbeit habe ich mir nach Hause mitgenom­men. Und mein Herzblättchen erledigt inzwischen den Ab­wasch und räumt ein bisschen die Wohnung auf. ja ?"

"ja, Eva !"

"Und da feilt mir ein: Die Betten sind noch nicht gemacht." "Mach* ich !" sagt Klaus-Egon.

"Und morgen mußt du die große Wäsche fortbringen. Such' sie schon zusammen."

"Schon gemacht !" "Und da wäre noch mein Pullover !"

"Schon gemacht !" "Und meine Schuhe müssen unbedingt zum Schuster." "Mach ich nachher !" sagt Klaus-Egon. Aber der Ton wirkt eine Nuance zu brummig. Evas scharfes Öhrchen hat das sofort bemerkt.

"Aber Männeschätzelein, bist du etwa nicht zufrieden ? Ge­fällt dir denn unser trautes Heim nicht mehr ?"

Da platzt Klaus-Egon der Papierkragen und er schreit: "Manch­mal trage ich mich wirklich ernstlich, warum zum Kuckuck ich eigentlich geheiratet habe ! Junggeselle war ich ja vorher auch. Aber ich hatte überhaupt keine Last mit anderer Leute Töchter !"

L'nd er kann nicht länger an sich halten, geht hinaus, knallt die Tür zu und.,., sucht im Badezimmer die Wäsche zusam­men, um sie doch schon lieber am Abend zur Wäscherei zu bringen. Eva duldet es nämlich nicht, daß etwas verbummelt w i rd.

Der Abfluß ist verstopft!

Das Wasser im Wasch­becken fließt nicht ab. Aber wenn man sich zu helfen weiß, dann ist es gar nicht so schlimm (1). Zuerst ver­schließen wir das überlauf­loch mit einem Lappen, fül­len das Becken halbvoll mit Wasser und versuchen es mit dem Pumpfix. Wenn wir es mit der Verschmutzung des Ablaufs nicht allzu weit kommen ließen, dann ge­lingt es diesem Helfer, die Ablagerungen durch seine Pumpwirkung so aufzulok- kern, daß sie sich mit einem nachgegossenen Eimer hei­ßen Wassers und einem tüchtigen Schuß Salmiak wegspülen lassen (2). - Fehlt es aber schon weiter unten, dann müssen wireinen Eimer unterstellen und den Siphon abschrauben. Wir benutzen dazu eine Rohrzange, zwi­schen deren Klammern wir einen Stofflappen legen, da­mit wir die Verchromung nicht zerkratzen (3). Die im Siphon lagernden Rückstän­de spülen wir aus und hof­fen, daß das Übel damit be­hoben ist (4). Sollte das aber nicht der Fall sein, stochern wir mit einem Draht im obe­ren Teil des Siphons den dort angesammelten Schmutz heraus (5). Wenn auch dies noch nicht zu vollem Erfolg führt, müssen wir den gan­zen Siphon abschrauben und mit dem Draht bis ins Ab­flußrohr hineindringen (6). Sobald wir dann glücklich, geschickt wie wir sind, alles wieder zusammengeschraubt haben, läuft das Wasser flugs aus unserem Wasch­becken. - Wir hoffen, daß Ihnen diese Hinweise eines Tages helfen können.