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sagiere in bequemen Liegestühlen, braten in der Sonne und schauen den Möwen nach. Gemächlich plätschert die Unterhaltung mit den Nachbarn dahin. Stewarts bringen eisgekühlte Getränke. Ab und zu rafft man sich auf und betätigt sich bei einem der zahlreichen Deckspiele. Tags läßt die Sonne das Meer flimmern, abends steht man an der Reeling und blickt träumerisch auf die Silberbahn des Mondes. . Das Essen im Speisesaal ist jedesmal ein Fest. Anschließend nimmt man einen Drink zu sich, lauscht der Bordkapelle, tanzt oder vergnügt sich bei Bridge, Gesellschaftsspielen und Filmvorführungen. Dann wird man leise in den Schlaf geschaukelt; zufrieden und glücklich über das Erlebnis einer solchen Reise, wo jeder Tag ein Festtag ist.
So und noch schöner haben wir uns unsre Reise auf der Capetown Castle - 27. 000 t - von Vlissingen nach Walfischbucht vorgestellt.
Daß es ganz, ganz anders kam, lag an dem gar nicht so freundlichen Meer und an unseren lieben Kindern. Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Bei Sonnenschein fuhren wir am 15. Februar von Montabaur ab. Die Sorge, ob unser überladener Opel - 2 Erwachsene, 4 Kinder, 9 große Koffer und zahllose Päckchen - die Fahrt auch ohne Achsenbruch überstehen werde, ließ so gut wie keinen Abschiedsschmerz aufkommen. Dafür schmerzte jeder Hopser auf der Autobahn. Was, wenn eine Achse bricht? Doch wohlbehalten und beizeiten, gegen 18.00 Uhr, kamen wir in Vlissingen an. Was waren wir so froh, die Glieder wieder tüchtig strecken zu können.
Im "Britannia", dem 1. Haus am Orte, war Quartier für uns gebucht worden. Die Bande machte große Augen über die beiden feudalen Zimmer mit Dusche und Bad, Polstermöbeln und herrlicher Aussicht auf den Strand und die Scheldemündung. Bfeni hatte natürlich sofort das Zimmertelephon entdeckt und nutzte jeden unbewachten Augenblick, sich bei der Rezeption mit "Hallo, hallo" zu melden.' Al's'dann beim Abendessen gleich 3 Ober um uns her- umtanzten, kriegten die Vier den Mund gar nicht mehr zu.
Nach einer ruhigen Nacht erwartete uns eimechtes holländisches Frühstück. Das jeder gleich alles essen wollte - Ei, Wurst, Fleisch, Käse, Marmelade - war klar. Nach dem Frühstück brachte ich mein Auto zum Schiff, während die Familie am Strand spazierenging.
Dabei sammelte Hänschen fleißig Muscheln; beide Manteltaschen dick voll. Als er seine Schätze später fortwerfen sollte, gab es ein Mordsgeschrei. "Gut, dann behalte sie"! Wären die lieben Eltern doch hart geblieben! Nach etwa vier Tagen auf dem Schiff stellten wir nämlich alle in der einen Kabine einen fürchterlichen Gestank fest. Zuerst wurde auf den Stewart geschimpft, der wohl nie die Schränke richtig sauber gemacht hat.
"Vielleicht stinken auch die Schwimmwesten, die in den Schränken liegen, so sehr". Als es gar nicht mehr auszuhalten war, schnupperte die ganze Familie wie eäie Meute Jagdhunde auf der Suche nach der Duftquelle. Dann kam Christians Entsetzungsschrei: "Dem Hannes sein Mantel"! Wahrhaftig. Die zum Teil noch gefüllten Muscheln waren in Verwesung übergegangen. Trotz eifriger Wäsche hat das Mäntelchen heute noch ein bißchen Haut goüt.
Nach dem Mittagessen im Hotel brachten dann 2 Taxen das, was vordem meinen Opel fast aus den Nähten platzen ließ, zum Hafen. Die großen Koffer wurden von Stauern weggeschafft. Für uns jedoch begann in einem zugigen Ladeschuppen ein zweistündiges Warten auf die Abfertigung durch Zoll, Gesundheitsbehörde und andere Bürokraten. Wenn der Mensch wenigstens 3 Hände hätte-, wäre es ja noch zu ertragen gewesen. Wie soll man auch anders mit zwei Händen das Gepäck halten und zudem noch vier lebhafte Kinder hüten. Doch auch diese Qual nahm ein Ende und als wir dann an der Gangway anlangten, halfen unsviele und freundliche Matrosen hinauf und in den Bauch des Schiffes. Dort belud sich ein Stewart mit unseren Sachen und führte uns durch eine aufregend neue und fremde Welt zu den Kabinen 490 und 492, einer Zwei- und einer Vier- Bett-Kabine. Dort begann sofort der Kampf um die oberen Betten.
Erst das väterliche Machtwort: "es wird abgewechselt, einmal schläfst Du unten und Du oben, dann umgekehrt" schaffte Ruhe. Danach wurden die Schwimmwesten anprobiert, die Köpfe durch die Bullaugen gezwängt und an den Wasserhähnen gedreht. Als der Reiz des Neuen etwas verflogen war und das Gepäck einigermaßen ‘verstaut, machten wir uns an die Erforschung des Schiffes. Im Gang fragte Christian: "Wann fahren wir denn endlich ab"? Da antwortete ein Passagier, auch Deutscher: "Wir fahren schon eine ganze Weile". Na, so was! Haben wir gar nicht gemerkt. Also gibt es für uns keinen tränenreichen Abschied von Europa mit Lebewohl- Rufen, Taschentücherschwenken und "Muß i denn zum Städtele hinaus". Und das sollte nicht die einzige Überraschung auf der großen Reise unseres Lebens bleiben.
Gleich das Abendessen brachte die Nächste; Englische Küche! "Das schmeckt nicht", ertönte es vierfach. Gemüse nur abgekocht - ohne was ! Salat, bloß gewaschen - ohne was ! Mehr Curry als Reis, so daß Beni heute noch, wenn ihm was nicht paßt "sauer" sagt.
Fette Hammelchops; Alles so fremd. Am besten ging bei unseren Kindern in diesen 15 Tagen; Suppe und Eiscreme.
Ich dagegen habe das Essen genossen und aus der reichhaltigen Speisekarte zur Erweiterung meiner Kenntnisse immer das ausgesucht, was mir unbekannt war. Bekommen ist es mir allerdings nicht immer. 1 Einmal wurden mir, wie gewünscht, "Tripes in white Sauce" vorgesetzt. Es waren die Innereien vom Rind!-Nach der 3. Gabel hatte ich zu kämpfen, nicht auch ohne Seegang spucken zu müssen.
Die ersten drei Tage verbrachten wir mit der Erkundung des Schiffes, in dessen Gängen sich auch Erwachsene verlaufen konnten. Kein Wunder, daß wir immer hinter unseren Vier her sein mußten. Am 2. Tage etwa war Esther verschwunden. Sie wollte "nur auf die Toilette". Ein Deck tiefer fand ich dann ein heulendes, zitterndes kleines Mädchen, das sich lange nicht beruhigen konnte, solche Ängste hatte es ausgestanden.
Schlaf wurde natürlich groß geschrieben. Der Abschied von Montabaur hatte uns doch gewaltig mitgenommen. Deshalb störte es uns wenig, daß man sich auf der Fahrt durch den Kanal und die Biscaya nicht auf dem Oberdeck aufhalten konnte. Es war kalt, neblig.
Die See war bewegt und forderte ihre ersten Opfer. Wir waren jedoch so erschöpft und mit uns selbst beschäftigt, daß wir keine Zeit, Lust und Laune hatten, seekrank 'zu werden.
Als wir am vierten Tag anfangen wollten, unsere Reise zu genießen, kam der große Sturm. Wir waren schon aus der Biscaya raus, da erwischte uns, völlig ungewohnt in diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit, wie der Kapitän sagte, ein Hurrican mit Windstärke 12.
Zu allem Unglück hatte das Schiff keine Fracht geladen und lag deshalb hoch aus dem Wasser. Leider bin ich kein Dichter, um nun das, was 48 Stunden lang los war, Euch anschaulich genug schildern zu können. Benutzt deshalb Eure lebhafteste Phantasie, der ich, so gut ich kann, nachhelfen will.
Es fing damit an, daß am Nachmittag des 19. 2. Samstag, die seitherige Schaukelei immer stärker wurde. Ausgeschlafen, wie ich war, wollte ich eindlich mal einen Abend ausgehen, und zwar ins ■ Bordkino. Fortsetzung in Nr. 17 _
t hi. Kommunion - Kommunion-Jubiläum
Bitte vergessen Sie zu dem am Sonntag stattfin - denden Ereignis die Danksagung nicht
Sie wissen ja: Man hat heute dazu das 0rtsnach' richtenblatt , das einem Zeit erspart und keinen Gratulanten vergessen läßt.
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