ERLEBNISSE EINER ANFÄNGERIN IM BÜRO
"Man muß mächtig auf Draht sein”
Die Arbeitsüberlastung junger Anfangsstenotypistinnen ist vielleicht nicht überall schon in voller Klarheit erkannt worden. In der "Olvm- pia-Rundschau", der Hauszeitschrift der Olympia-Werke AG, Wilhelmshaven wurde kürzlich folgender ironischer Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht :
Sehr geehrter Dr. Freyer !
Heute will ich den Brief an Sie schreiben, wo wir alle versprochen haben, als wir noch zu Ihnen in die Handelsschule gingen. Weil Sie doch immer wissen wollten, wie es uns mal im Leben geht und ob wir alles gebrauchen können, was wir bei Ihnen gelernt haben, nun sehr geehrter Herr Dr., es geht mir sehr gut!
Ich bin, da ich doch in Steno immer befriedigend war, bei Kabel- schrentz hier als Stenotypistin eingetreten. Man muß mächtig auf Draht sein, nicht nur wegen den Kabeln, sondern auch so. Früh fängt das Berufsleben gleich an. Schränke aufschließen, Abreißkalender abreißen, Fenster aufmachen und Staub wischen, wenn un sere Putzfrau in Italien ist.
Dann wird das Frühstück geholt, da zeigt es sich schon, was eine Vorbildung ausmacht. Wer sich das alles im bloßen Kopf merken wollen möchte, der eine Semmeln, der andere Schnecken, der andere Wurst und Limo und Milch und und Zigaretten und so weiter, der würde ganz konsteverdreht und müßte immer zu setzen.
Das Rechnen und Abziehen mit dem Flascheneinsatz ist das schlimmste. Wie gut ist es daß wir solche Aufgaben immer in der Schule rechnenn haben müssen. Ich habe mir auch, wie Sie immer gesagt haben, eine Liste gemacht, richtig mit Lineal und Buntstift, dawird eingetragen, hinten werfe ich aus, so klappt die Sache. Direktor Lechner hat-neulich gesagt, in Zukunft soll bloß noch ich nach Frühstück gehen.
Wir müssen heute in unserem Beruf alraunt sein. Wenn einer einen Hammer und Nages braucht, weil er sich etwas aufhängngen will, fragen sie die Stenotypistin. Wenn wer ein Stadtplan braucht, wen fragt er : uns. Reiszwecke, Heftpflaster,Nagelschere natürlich auch. Und so geht das den ganzen Tag. Einem geht der Kopf ab, ach Fräulein Baumesite könnten Sie mir den nicht wohl mal annähen?
Schon das Telefonieren ist greuslich, wenn man Anfänger ist. Ruft der einen Ihr Freund an, muß man sie herholen. Ruft der anderen ihrer an, will siegrade nicht und da muß man sagen, das sie nicht da ist. Einer ihrer ist verheiratet, das darf überhaupt keiner wissen. Wenn man da nicht genau auf paßt, was erzählt wird, begreift man das nie. Ja, Herr Dr. Freyer, Ihnen kann ich ja sowas schreiben, weil Sie das Alles inressiert. Hier draussen in der Praxis ist das eben Alles nicht so einfach, denn es darf ja auch die Berufsarbeit nicht zu kurz kommen. Zweimal müssen die Leiter ihren Kaffee haben.
Da muß man bbesonders auf Draht sein, daß man das alles richtig hin-kriegt auf dem bißchen Heizplatte. Und der Aufwasch! Da rennt man in einemfort zum Klo und wäscht wieder ab und sieht, daß alle Tassen im Sclirank sind. Man muß wirklich was können, in seinem Beruf. Zum Glück kriegen wir zu Os-Stern wieder einen Lehrling. Da freue ich mich schon sehr.
Das ist aber alles noch gar nichts, gegen, wenn eine Sitzung ist.
Herr Dr., da ist was los! Wenn die Herrn gekommen sind kriegen sie Tomatensaft. Dann wird Butter und Wurst geholt für belegte Brötchen. Und wenn man unun im Büro steht und Semmeln schmiert, bumms klingelt das Telefon. Daß hebt man nun ab mit seinen Wurstfingern und klemmt es sich oben-ein und schmiert inzwischen weiter, weil ja alles schnellgehen soll. Wenn das alles fertig ist, braucht plötzlich einer einen Fahrplan und der andere, seine Tropfe) aus der Apotheke. (Oderman muß ein Zimmer bestellen und zwei Karten fürs Theater. Wir sind immer froh, wenn die zwei Stunden
endlich um sind und alle zum Mittag-Essen gehen, das wir mittlerweile den Kaffee voroereiten können.
Da möchte man wirklich auf Draht sein und ist von Früh bis Abends auf den Beinen. Schließlich muß man ja auch mal zum Frisör oder wenn der Schlußverkauf ist, wird auch noch herumm gemeckert und es heißt wir wurden ümmer dimmer!
Wenn der Chef nicht verreißt wäre, könnte ich Ihnen den Brief eigentlich gar nicht schreiben herr Dr. ! Sie müssen bitte auch Schriftbild entschuldigen, es ging sehr sehrschnell. Da kommt schon wider einer mit Urlabsliste und ich muß leider schließen.
Es grüßt Sie herzlich! und wünscht alles Gute.
Ihre .
Aus dem Leben - Für das Leben
Sinnsprüche von Walther Goes Auf großen Höhen sind die Gefahren am größten.
Auf verkehrten Wegen ist jeder Tritt, den du tust, ein Fehltritt. Aufgerissen werden wie ein Acker ist nicht angenehm, aber nötig und köstlich für unser Wachstum.
Aufwärts- und Abwärtsgehen bringt dich nicht vorwärts.
Bergsteigen ist mühsam, aber auf der Höhe sein ist Freude.
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