Ausgabe 
10.3.1966
 
Einzelbild herunterladen

UNSERE BUNTE SEITE

Von guten Manieren der Hunde

Über ausgesprochene Dressur wollen wir uns hier nicht unterhalten, sondern nur über gute Manieren, die man auch von einem Hund verlangen kann. Zu­nächst darf man feststellen, daß ein Hund, der sein Frauchen oder sein Herr­chen liebt, den Willen hat, zu gehorchen. Er freut sich, wenn er gelobt wird, und ist betrübt, wenn man ihn tadelt. Der gute Erzieher nutzt das aus. Wenn man den Hund an den BefehlHierher ge­wöhnen will, muß man für ihn zunächst irgendeine Annehmlichkeit damit ver­binden. Nach einiger Zeit wird der Hund auch ohne Belohnung richtig reagieren. Dann braucht man auf der Straße keine Angst mehr zu haben, daß die Jagdlust nach Autos den Gehorsam überwiegt. Dasselbe gilt für die BefehlePlatz undStill, die vor allem wichtig sind, um die Mitbürger vor-Belästigungen zu schützen. Wer sich beklagt, sein Hund gehorche ihm nicht, ist meist selbst dar­an schuld.

Werden Sie luft-, see- oder aufokrank?

Vielen Menschen bekommt das Reisen nicht. Ihnen wird sterbenseiend. Was kann man dagegen tun? Unser Gleich­gewichtsorgan im Ohr besteht aus drei halbkreisförmigen Röhrchen, die innen feine Haare tragen und mit einer Flüs­sigkeit gefüllt sind. Bei Bewegungen stellt die Flüssigkeit die Härchen in Be­wegungsrichtung. Dadurch wird die Be­wegung dem Gehirn gemeldet: Dieses sorgt dafür, daß wir durch Gegenbewe­gung im Gleichgewicht bleiben. Bei zu vielen Schwankungen nach allen Rich­tungen gelangen die Meldungen auch in das Brech- und das Schlafzentrum des Gehirns. Die Reisekrankheit ist da. Wird der Kopf dagegen nur in einer Richtung bewegt zum Beispiel, wenn man ihn fest in eine Kopfstütze drückt, dann bleibt das Unwohlsein meist aus. Sollte das nicht helfen, hält der Apotheker Tabletten für Sie bereit.

Lebendiges Wissen

* z*

ynSrLJ

,r

v ,

- 1

IVEr-.Z

nrr

Strien

Die Macht des Feuers

Das Feuer ist in die Hand des Men­schen gegeben. Er kann es zur Vernich­tung anwenden oder segensreich für die Menschheit ausnützen. Er kann da­mit im Kriege Städte niederbrennen oder im Frieden Aufbauarbeit leisten. In jeder Maschine, die der Kraft- und Energiegewinnung dient, ist das Feuer wirksam. Im Auto, Schiff und Flugzeug verhilft es zur raschen Fortbewegung. Im Herd hilft es uns, die Speisen zu be­reiten. Im Ofen heizt es uns die Woh­nung. In Kraft- und Gaswerken liefert es uns Strom und Gas. In Hochöfen ge­winnt es für uns den wertvollen Stahl. In Gießereien und Schweißwerkstätten hilft es, Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge herzustellen. In der Chemie bringt es uns Medikamente und andere neue Stoffe. Das Feuer ist ein mächtiger Riese, der unser nützlicher Diener ist, solange wir ihn beherrschen.

Unbekannte Tiefsee

Dieweißen Flecke auf unseren Landkarten, die die noch unerforschten Gebiete bezeichnen, sind heute weit­gehend verschwunden. Doch der Meeres­grund birgt noch unzählige Geheim­nisse. Er ist uns weniger bekannt als die Mondoberfläche! Erst in den letzten Jahren hat sich die Meeresforschung ausgeweitet. Gewaltige Schluchten, fast zwei Kilometer tief und 350 Kilometer lang, hat man entdeckt. Die Rolle der Meeresströmungen bei der Wärmever­teilung auf der Erde wird studiert. Die Strömungen tragen die Wärme aus den tropischen Gegenden den Polen zu. An­dere Strömungen fließen wieder zurück. Für die Ernährung der Menschheit wer­den die Meere in Zukunft sicher noch eine größere Rolle spielen als bisher. Auch Bodenschätze wie Kupfer, Nickel, Kobalt warten auf ihre Nutzung. Den Forschern bietet sich hier noch ein wei­tes Betätigungsfeld.

Sind radioaktive Niederschläge gefährlich?

Die Atombombenversuche beunruhi­gen die Menschheit immer wieder we­gen der radioaktiven Verseuchung der Luft. Die strahlenden Teilchen können in unmittelbarer Nähe der Explosion im Regen niedergehen, sie können aber auch durch Höhenwinde über die ganze Erde verteilt werden und langsam herunter­schweben. Den ersten Fall kann man durch Wahl einer günstigen Wetterlage ausschließen. Die Gefährlichkeit des zweiten Falles hängt von der Zerfalls­geschwindigkeit der Teilchen ab. Lang­sam zerfallende Teilchen senden nur eine geringe Radioaktivität aus. Sie sind daher auch dem menschlichen Körper weniger gefährlich. Schnell zerfallende Teilchen haben ihre Radioaktivität be­reits zum größten Teil verloren, wenn sie die Erdoberfläche erreichen. Nur Teilchen mit mittlerer Zerfallsgeschwin­digkeit sind gefährlich. Vor allem sind Strontium 90 und Zäsium 137 bei ihrer Ankunft auf der Erde noch stark aktiv.

Fieber als Alarmsignal

Das Fieber ist eine nützliche Einrich­tung, wenn es uns auch unangenehm erscheint. Einmal zeigt es dem Betroffe­nen, daß in seinem Körper etwas, nicht stimmt. Der Arzt kann schon aus dem Verlauf des Fiebers auf gewisse Krank- 7 heiten schließen. Ihn interessiert, ob das Fieber gleichmäßig hoch ist oder ob es Schwankungen unterworfen ist. Außer­dem stellt das Fieber auch eine gewisse Selbsthilfe des Körpers gegen Erkran­kungen dar. Die Ärzte neigen deshalb heute nicht mehr dazu, das Fieber durch Medikamente zu unterdrücken. Erst wenn sie den Eindruck haben, daß der Körper schon sehr geschwächt ist, grei­fen sie zu diesem Mittel. Wirklich ge­fährlich wird das Fieber, wenn es zu hoch ist. Bei einigen Fällen, wie Gehirn- und Herzerkrankungem, können dadurch unheilbare Schäden entstehen.