Ausgabe 
21.1.1966
 
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nicht in Lokalen herumlungern oder in schlechte Filme ge­hen, sondern sich auf Veranstaltungen vergnügen. Es war vorgesehen, daß Tony Sheridan und seine Band bis 1/2 12 Uhr spielen sollten. Zugegeben, daß ?st reichlich spät, aber der Wirt des Kolpinghauses hätte ja die Band schon eher spielen lassen können. Und so ein "Höllenspektakel", sie die Nachbarn-sagten, war es auch nicht. Wenn die Jugend­lichen feiern -wird sich -gleich beschwert, aber die Erwachse­nen, die stundenlang in Lokalen sitzen und anschließend grölend durch die Stadt ziehen, darüber wird kein Wort verl- loren.-Wir wünschen uns nur, daß, wenn The Lords am 31. kommen, die Veranstaltung dann nicht wieder früher abgebrochen wird.

Überhaupt kann es ja auch nur in Montabaur Vorkommen, daß die Erwachsenen gegenüber uns, den Jugendlichen, kein Verständnis aufbringen können."

VERBANDS-und VEREINSMITTEILUNGEN

"Heiterkeit" rüstet zur Fastnacht

Prinz, steht fest - Zug ist gesichert -Fastnacht wie selten Die Weichen für die Fastnacht 1966 in der Kreisstadt Monta­baur sind gestellt. Das hat jedenfalls die letzte Vorstands­sitzung der Karnevalsgesellschaft "Heiterkeit" e.V. ergeben, die unter Vorsitz von Alfred Busch im Hotel "Zur Post" statt­fand. Alle Vorstandsmitglieder waren der Einladung gefolgt. Erstmals war auch der zukünftige Montabaurer Prinz anwe­send. Sein Name sol an dieser Stelle zwar noch nicht er­wähnt werden, jedoch handelt es sich bei seiner Person um einen gebürtigen Montabaurer Bürger, der infolge seines Metiers weit über die Grenzen des Städtchens hinaus bekannt ist. Ihn wollen die Narren der "Heiterkeit" am 20. Jan.in einer prächtigen Kappensitzung auf den Narrenschild heben. Wie von Elferrats-Präsident Uli Schlosser zu erfahren war, wird die Prinzenkürung völlig abweichend von denjenigen der Vorjahre, auf besondere Art und Weise vorgenommen werden. Als Hofmarschall wird dem Prinzen des Jahres 1966 in der Person von Reinhard Sonnenschein ein bestens bekannter, wortgewandter Karnevalist zur Seite stehen. Den Prinzen, um­geben von seinem närrischen Gefolge, das sich in neuen Mon­turen am 29. Januar der Öffentlichkeit vorstellen wird, dürfte in diesem Jahr eine leichte Regierungszeit erwarten.

Für den Ablauf der Montabaurer Fastnacht, das ergab auch diese Vorstandssitzung, ist seit vielen Jahren die Tradition maßgebendes Element. So werden die drei tollen Tage ohne große proLokollarische Änderungen gefeiert werden. Sie be­ginnen mit dem farbenprächtigen Einzug des Prinzen am Nachmittag des Fastnachtsonntag, an den sich die feier­liche Proklamation vom Rathausbalkon anschließen wird.

Der Rose nmontag sieht geladene Gäste beim festlichen Ban­kett um den Prinzen versammelt. Am Fastnachtsdienstag, dem letzten der drei tollen Tage, wird die Stadtverwaltung Montabaur sich die Ehre geben, den närrischen Regenten samt Hofstaat im alt ehrwürdigen Rathaus zu begrüßen. Die Abende sind naturgemäß den Bällen in den Sälen der Stadt Vorbehalten» Diese keineswegs erschöpfenden Hinweise geben bereits Zeugnis von einem umfangreichen Programm für den Prinzen, dessen Repräsentationspflichten damit aber nur ange­deutet sein sollen.

Sicherlich wird es nicht mehr zu zählen sein, wieviel Fast­nachtsumzüge bereits durch die Straßen von Montabaur ge­zogen sind, fest steht aber, daß die Montabäurer mitsamt den vielen Zuschauern aus nah und fern auch in diesem Jahr

am Nachmittag des Nachtnachtdienstag einen großen närri­schen Zug erleben werden. Die Vorbereitungen zu diesem Un­terfangen, das den Verantwortlichen in jedem Jahr ein gerüt­telt Maß an Arbeit und Verantwortung aufbürdet, sind in vol­lem Gange. Die Entwürfe für die Zugwagen, von Wilfried Christe und Peter Göbel zusammengestellt, befassen sich auch in diesem Jahr vorwiegend-rwit politischen, lokalen oder allge­meinen Themen. Die Montabaurer Fastnacht, und auch das gehört zur Tradition, wird alljährlich von den Vereinen der

. Stadt getragen. Deshalb hat sich die Karnevalsgesellschaft "Heiterkeit" in einer besonderen Sitzung mit den Vereins­vertretern über die Fragen der Wagengestaltung beraten. Das ist am vergangenen Donnenstag, 20. Januar im Lokal D» Avis geschehen. Im übrigen sollen in diesem Jahr besonders groß geschrieben werden; Karamellen, Konfetti, Luftballons und Musik. Was sich bis heute auf dem Gebiet "Montabäurer Fastnacht" an Vorbereitungen getan hat, ist organisatorisch als vorbildlich zu bezeichnen. Es erleichtert die Arbeit der Ortsvereine bei Materialbeschaffung und Wagenbau. Der Elferrat "Heiterkeit" macht sich am Abend des 22. Januar auf, um den närrischen Brüdern von "Grau-Blau" in der Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen tatkräftig Schützenhilfe im Kampf gegen Muckertum und Griesgram zu leisten. Präsi­dent Wilfried Simonis von "Grau-Blau", der diesem Amt zum ersten Male vorsteht, dürfte seine helle Freude an den närrischen "Artgenossen" von der "Heiterkeit" haben.

Die Karnevalisten haben das Signal auf "Grün gestellt, es liegen Wochen intereiver Arbeit vor ihnen. Somit wird es feststehen, daß die Fastnachtszeit 1966 wieder einmal großartig zu werden verspricht.

TUS Montabaur

Im 1. Meisterschaftsspiel der Rückrunde erzielte die 1. Fußballmannschaft beim Herbstmeister S. V. Vettelschoß ein beachtliches 2;2 Unentschieden. Hoffentlich gibt dieser Erfolg der Mannschaft in den kommenden Meisterschafts­spielen ein bißchen Auftrieb und Selbstvertrauen.

Am kommenden Sonntag, den 23.1.1966 spielt die Mann­schaft um 14, 00 Uhr in Montabaur gegen den S. V.Ebernhahn. Die Reservemannschaf t spielt ebenfalls auf eigenem Platz und zwar um 12,30 Uhr gegen die Mannschaft des S.V. Steinefrenz-Weroth. Die Mannschaft, die in der 3.Kreisklasse Herbstmeister geworden war, spielte am vergangenen Sonn­tag gegen S.V. Heiligenroth Res. 1 : 1 Unentschieden.

An dieser Stelle sei daraufhingewiesen, daß der diesjährige Preismaskenball des TUS am Sonntag, den 13. Februar 1966 im Kolpinghaus stattfindet. Leider war es dem Vorstand trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, für Samstag, den 12. Februar eine Musikkapelle zu bekommen. Es wäre zu wünschen, daß der gute Besuch, den der TUS-Maskenball in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte, unter dieser Regelung nicht leidet und daß die Veranstaltung auch in diesem Jahre wieder zu einem vollen Erfolg werden möge.

Landesbühne

"Der Spekulant", eine Komödie in drei Akten von Honord de Balzac bringt die Landesbühne am 28. Januar 1966 in Montabaur.

Artur Kermes in der Titelrolle begfeht sein 40 - jähriges Bühnenjubiläum.

Vorverkauf: Städt. Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 2