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Auszug aus der Westerwälder Zeitung vo« Off. QCi. tfO
Am Pfingstwochenende mit einem englisch-deutschem Fest in Brackley das 20jährige Bestehen der Städtefreundschaft gefeiert
Partnerschaft aus den Kinderschuhen heraus
Als Geschenke Sitzbank und Kristallschale - Ehrenteller verliehen - Tafel enthüllt
BRACKLEY/MONTABAUR. JOS. V'on allen bisherigen Feiern zum Bestehen der Partnerschaft zwischen Montabaur und Brackley war das TreiTen am Pfingstwochenende in England das wohl eindrucksvollste. Davon sind nicht nur die Gastgeber, sondern auch die siebzig aus Montabaur angereisten Gäste überzeugt. ün Mittelpunkt des zweitägigen englisch-deutschen Festes der Freundschaft stand zweifellos die Jubiläumsfeier am Abend des PflngstSjanqst^gs im nyyen „Leisure Centre^ mit' zweihundert Teilnehmern. darunter Mitglieder beider Stadträte. Die englischen und deutschen Farben, verbunden durch die Europafahne, und der gelungene
„Geburtstagskuchen** in der Größe eines halben Quadratmeters, von dem alle kosteten, bildeten den optischen Blickfang.
Kuchen zum „Geburtstag“
Bracldey’s Bürgermeister Jim Broomfleld übergab seinem Monta- baurer Amtskollegen Dr. Paul Pos- sel-Dölken eine wertvolle Kristallschale mit Gravur, unterstrich die Bande zwischen beiden Städten und dankte für das Bestreben der Bürger. diese Verbindungen in den Vordergrund im Leben beider Städte zu stellen. Das betonte auch Possei- Dölken in seiner Ansprache, der dazu ermunterte, Gemeinsamkeiten zu
suchen. Freundschaften zu pflegen und die guten Erfahrungen in den nächsten Jahrzehnten an die Jugend weiterzugeben.
Unter dem Beifall aller zeichnete er mit dem Ehrenleller der Stadt Montabaur für besonderes Engagement auf britischer Seite Brian Ca- ble, Chris Cartmell. Don Cox. Keith Davies, Heather Gregory. Ray Phipps, Tom Sheppard und Cyril Whealcroft aus.
beiden Seiten ebenso erinnerten wie an die Verdienste einzelner Mitglieder. DEG-Gründungsmitglied Paul Canne rief die Zeit vor der offiziellen Gründung ins Gedächtnis, als Helmut Blumenröther (Wirges) und der kürzlich verstorbene Jack Yates (Brackley) 1970 mit einem Schüleraustausch der Gymnasien beider Städte begannen, der in unerwarteter Dynamik unaufhaltsam in eine Städtepartnerschaft mündete.
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Hohes Lob fanden die Präsidenten Ray Phipps für die Brackley Eu* ropean Association'(BEA) und Dietmar itiewe 1 'RIF die Deutsdh-fingli- sche Gesellschaft Montabaur (DEG), die an unvergeßliche Höhepunkte und Beweise der Freundschaft auf
Erinnerungen ausgetauscht
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Feierlich enthöllt und später von den Bürgermeistern ausprobiert: Die von der Stadt Montabaur und der deutsch-englischen Gesellschaft gestiftete Sitzbank, die jetzt vor dem Rathaus von Brackley steht.
Vormittags trafen sieb die Vor^ stände beider Partnergesellschaften zu einem Gespräch, das besonders die weiteren Perspektiven gemeinsamer Arbeit zum Gegenstand hatte. Am Nachmittag enthüllten Bürgermeister Possel-Dolken für die Stadt Montabaur und Dietmar Rie- we für die DEG als Gastgeschenk eine Sitzbank, die ihren Platz vor dem Rathaus erhielt und Räten wie Bürgern unter allerlei Anspielungen auf ihre praktische Nutzung übergeben wurde.
Am Sonntag vormittag enthüllten die beiden Bürgermeister eine am Stadleingang von Brackley neu errichtete Partnerschaftslafel. Ein Pflngst-Gedenkgottesdienst in der alten Kirche St. Peter. Brackley, den der örtliche Vikar, Father Peter Woodward, leitete, beendete die offiziellen Feiern.
Die deutschen Gäste erfuhren schier unbegrenzte Gastfreundschaft. die auch Besichtigungen bedeutender historischer Stätten in der näheren und weiteren Umgebung von Brackley einsrhloß. darunter die Shakespeare-Stadt Strat- ford-upon- Avon. Warwick Castle. Churchill's Grab in Bladon. Blen- heim Palace oder Northampton. die Hauptstadt der Grafschaft. Auf der Hinreise hatte das alte Colchester als römische Siedlung auf dem Besuchsplan gestanden.
Prächtig gelungen war dfe von einem Bäckermeister aus Brackley geschaffene „Geburtstäjptöttd*;'«änderen Vetzfehr aUd‘200 ‘Gäste 1 Anteil hatten. Fotos: Josef Otto Schneider
Auf Kosten der Stadt
Stadträte kamen mit Partnern per Jet
MONTABAUR. CU. Auf Kosten der Stadt sind etliche Stadtrats- raitgUeder samt Ehepartnern zu den Jubiiäumsfeierlichkeiten nach Brackley gereist. Das bestätigte Bürgermeister Dr. Paul Possel-Dölken auf Anfrage der Westerwälder Zeitung.
Die 15köpGge Stadtrats-Grup- pe gesellte sich am Samstag in Brackley zu der Montabaurer Delegation, die bereits am Donnerstag abend per Bus auf eigene Kosten in die Partnerstadt gefahren war. Aus den Kreisen dieser Teilnehmer war gegenüber unserer Zeitung Kritik daran geübt worden, daß sie pro Teilnehmer 120 Mark für den Partnerschaftsbesuch zahlten, während die offizielle Delegation auf Kosten des Steuerzahlers komfortabel per Flugzeug nach Brackley reiste.
Bürgermeister Possei-Dölken hingegen verteidigt den Partnerschaftsbesuch auf Kosten der
Stadt. Der Stadtrat sei offiziell von Brackley zur Feier des 20jäh- rigen Bestehens der Partnerschaft eingeladen worden. Auch hätten viele Mitglieder dieser Delegation nicht sechs Tage nach England reisen können, wie dies bei der Fahrt der Deutsch-Englischen Gesellschaft per Bus der Fall gewesen sei. Schließlich verwies Possei-Döiken darauf, daß ein zweiter Bus hätte eingesetzt werden müssen, wenn die Stadt- rats-Delegation ebenfalls auf diese Weise angereist wäre. Wäre man mit Privat-Pkw gefahren, hätten die Kosten laut Reisekostenvergütung ebenfalls von der Stadt getragen werden müssen.
Nach Informationen der WZ dürften die Flugkosten für die 15köpflge Rats-Gruppe bei über 6000 Mark gelegen haben. Unterkunftskosten entstanden für die Stadt nicht, da auch die Kommunalpolitiker in Brackley privat unterkamen.
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