Akte 
Sitzung 08. Juni 1995
Entstehung
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Auszug aus der Westerwälder Zeitung vo« Off. QCi. tfO

Am Pfingstwochenende mit einem englisch-deutschem Fest in Brackley das 20jährige Bestehen der Städtefreundschaft gefeiert

Partnerschaft aus den Kinderschuhen heraus

Als Geschenke Sitzbank und Kristallschale - Ehrenteller verliehen - Tafel enthüllt

BRACKLEY/MONTABAUR. JOS. V'on allen bisherigen Feiern zum Be­stehen der Partnerschaft zwischen Montabaur und Brackley war das TreiTen am Pfingstwochenende in England das wohl eindrucksvollste. Davon sind nicht nur die Gastgeber, sondern auch die siebzig aus Mon­tabaur angereisten Gäste über­zeugt. ün Mittelpunkt des zweitägi­gen englisch-deutschen Festes der Freundschaft stand zweifellos die Jubiläumsfeier am Abend des PflngstSjanqst^gs im nyyenLeisure Centre^ mit' zweihundert Teilneh­mern. darunter Mitglieder beider Stadträte. Die englischen und deut­schen Farben, verbunden durch die Europafahne, und der gelungene

Geburtstagskuchen** in der Größe eines halben Quadratmeters, von dem alle kosteten, bildeten den op­tischen Blickfang.

Kuchen zumGeburtstag

Bracldeys Bürgermeister Jim Broomfleld übergab seinem Monta- baurer Amtskollegen Dr. Paul Pos- sel-Dölken eine wertvolle Kristall­schale mit Gravur, unterstrich die Bande zwischen beiden Städten und dankte für das Bestreben der Bür­ger. diese Verbindungen in den Vor­dergrund im Leben beider Städte zu stellen. Das betonte auch Possei- Dölken in seiner Ansprache, der da­zu ermunterte, Gemeinsamkeiten zu

suchen. Freundschaften zu pflegen und die guten Erfahrungen in den nächsten Jahrzehnten an die Ju­gend weiterzugeben.

Unter dem Beifall aller zeichnete er mit dem Ehrenleller der Stadt Montabaur für besonderes Engage­ment auf britischer Seite Brian Ca- ble, Chris Cartmell. Don Cox. Keith Davies, Heather Gregory. Ray Phipps, Tom Sheppard und Cyril Whealcroft aus.

beiden Seiten ebenso erinnerten wie an die Verdienste einzelner Mitglie­der. DEG-Gründungsmitglied Paul Canne rief die Zeit vor der offiziellen Gründung ins Gedächtnis, als Hel­mut Blumenröther (Wirges) und der kürzlich verstorbene Jack Yates (Brackley) 1970 mit einem Schüler­austausch der Gymnasien beider Städte begannen, der in unerwarte­ter Dynamik unaufhaltsam in eine Städtepartnerschaft mündete.

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Hohes Lob fanden die Präsiden­ten Ray Phipps für die Brackley Eu* ropean Association'(BEA) und Diet­mar itiewe 1 'RIF die Deutsdh-fingli- sche Gesellschaft Montabaur (DEG), die an unvergeßliche Höhepunkte und Beweise der Freundschaft auf

Erinnerungen ausgetauscht

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Feierlich enthöllt und später von den Bürgermeistern ausprobiert: Die von der Stadt Montabaur und der deutsch-englischen Gesellschaft gestiftete Sitzbank, die jetzt vor dem Rathaus von Brackley steht.

Vormittags trafen sieb die Vor^ stände beider Partnergesellschaften zu einem Gespräch, das besonders die weiteren Perspektiven gemein­samer Arbeit zum Gegenstand hat­te. Am Nachmittag enthüllten Bür­germeister Possel-Dolken für die Stadt Montabaur und Dietmar Rie- we für die DEG als Gastgeschenk eine Sitzbank, die ihren Platz vor dem Rathaus erhielt und Räten wie Bürgern unter allerlei Anspielungen auf ihre praktische Nutzung über­geben wurde.

Am Sonntag vormittag enthüllten die beiden Bürgermeister eine am Stadleingang von Brackley neu er­richtete Partnerschaftslafel. Ein Pflngst-Gedenkgottesdienst in der alten Kirche St. Peter. Brackley, den der örtliche Vikar, Father Peter Woodward, leitete, beendete die of­fiziellen Feiern.

Die deutschen Gäste erfuhren schier unbegrenzte Gastfreund­schaft. die auch Besichtigungen be­deutender historischer Stätten in der näheren und weiteren Umge­bung von Brackley einsrhloß. dar­unter die Shakespeare-Stadt Strat- ford-upon- Avon. Warwick Castle. Churchill's Grab in Bladon. Blen- heim Palace oder Northampton. die Hauptstadt der Grafschaft. Auf der Hinreise hatte das alte Colchester als römische Siedlung auf dem Be­suchsplan gestanden.

Prächtig gelungen war dfe von einem Bäckermeister aus Brackley ge­schaffeneGeburtstäjptöttd*;'«änderen Vetzfehr aUd200Gäste 1 Anteil hatten. Fotos: Josef Otto Schneider

Auf Kosten der Stadt

Stadträte kamen mit Partnern per Jet

MONTABAUR. CU. Auf Kosten der Stadt sind etliche Stadtrats- raitgUeder samt Ehepartnern zu den Jubiiäumsfeierlichkeiten nach Brackley gereist. Das be­stätigte Bürgermeister Dr. Paul Possel-Dölken auf Anfrage der Westerwälder Zeitung.

Die 15köpGge Stadtrats-Grup- pe gesellte sich am Samstag in Brackley zu der Montabaurer Delegation, die bereits am Don­nerstag abend per Bus auf eigene Kosten in die Partnerstadt gefah­ren war. Aus den Kreisen dieser Teilnehmer war gegenüber un­serer Zeitung Kritik daran geübt worden, daß sie pro Teilnehmer 120 Mark für den Partner­schaftsbesuch zahlten, während die offizielle Delegation auf Ko­sten des Steuerzahlers komfor­tabel per Flugzeug nach Brackley reiste.

Bürgermeister Possei-Dölken hingegen verteidigt den Partner­schaftsbesuch auf Kosten der

Stadt. Der Stadtrat sei offiziell von Brackley zur Feier des 20jäh- rigen Bestehens der Partner­schaft eingeladen worden. Auch hätten viele Mitglieder dieser De­legation nicht sechs Tage nach England reisen können, wie dies bei der Fahrt der Deutsch-Engli­schen Gesellschaft per Bus der Fall gewesen sei. Schließlich ver­wies Possei-Döiken darauf, daß ein zweiter Bus hätte eingesetzt werden müssen, wenn die Stadt- rats-Delegation ebenfalls auf die­se Weise angereist wäre. Wäre man mit Privat-Pkw gefahren, hätten die Kosten laut Reiseko­stenvergütung ebenfalls von der Stadt getragen werden müssen.

Nach Informationen der WZ dürften die Flugkosten für die 15köpflge Rats-Gruppe bei über 6000 Mark gelegen haben. Un­terkunftskosten entstanden für die Stadt nicht, da auch die Kom­munalpolitiker in Brackley privat unterkamen.

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