Bestand 
Protokolle der Stadtverordneten-Versammlung 1915-1919
Entstehung
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Anlage
Meine Herren!
Für die teilnehmenden Worte des Stadtverordneten-Vorstehers namens der Stadtverordneten-Versammlung zu dem Anschlag auf meine Person, sowie für die Anerkennung meiner bisherigen Tätigkeit spreche ich ihm meinen innigsten Dank aus. Diese Anerkennung beweist mir, dass ich bisher Ihrem Sinne gemäß wirtschaftete und sie soll mir ein Ansporn sein, in gleicher Weise weiter zu arbeiten. Es ist mir natürlich nicht möglich, es Jedem recht zu machen. Das Amt des Bürgermeisters in der heutigen Zeit ist ein nicht beneidenswertes. Dasselbe ist allerwärts den grössten Unannehmlichkeiten ausgesetzt. Der Bürgermeister ist heute fast ausschließlich das ausführende Organ für Regierung, Landrat, Bezirks-Kommando, sowie alle anderen Kriegsämter deren Verfügungen meist tief in das Wirtschafts- und teilweise Familienleben der Bürger eingreifen und diese mitunter sehr verbittern. Kurzsichtige und wenig denkende Leute glauben nun, diese ihnen unbeliebte Massnahmen gingen lediglich vom Bürgermeister aus. Ich möchte annehmen, dass der feige Anschlag auch aus solcher Verbitterung hervorgegangen ist und ich appelliere an das Pflichtgefühl meiner Mitbürger, mir alle zur Ermittelung des Täters etwa dienende Wahrnehmungen umgehend mitzuteilen.
Ich gestatte mir ferner an Sie meine Herren Stadtverordneten die dringende Bitte zu richten, überall wo nötig mein Amt und meine Tätigkeit gegen unberechtigte Angriffe aus der Bürgerschaft in Schutz zu nehmen und sofern Ihnen die Möglichkeit dazu gegeben ist, die Bürger entsprechend aufzuklären.