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V. […]
Herr Bürgermeister Reis gibt Kenntnis von der Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten, betreffend die Aufstellung eines Feldhüters im Hauptamte und Einsetzung des Diensteinkommens desselben in den Rechnungsvoranschlag für 1917.
Die Versammlung beschließt die Errichtung dieser Stelle und setzt das Diensteinkommen auf 1200 M steigend alle 3 Jahre um 100 M bis zum Höchstgehalt von 1500 Mk fest. Die Stelle soll öffentlich ausgeschrieben werden. Probezeit ½ Jahr, dann feste Anstellung. Es folgt eine Besprechung betreffend die z.Zt. aufliegende 6. Kriegsanleihe, zu deren Zeichnung Herr Bürgermeister Reis mit nachfolgenden warmen Worten auffordert:
s. Anlage
Hiermit wird die Sitzung geschlossen.
Herr Bürgermeister Reis gibt Kenntnis von der Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten, betreffend die Aufstellung eines Feldhüters im Hauptamte und Einsetzung des Diensteinkommens desselben in den Rechnungsvoranschlag für 1917.
Die Versammlung beschließt die Errichtung dieser Stelle und setzt das Diensteinkommen auf 1200 M steigend alle 3 Jahre um 100 M bis zum Höchstgehalt von 1500 Mk fest. Die Stelle soll öffentlich ausgeschrieben werden. Probezeit ½ Jahr, dann feste Anstellung. Es folgt eine Besprechung betreffend die z.Zt. aufliegende 6. Kriegsanleihe, zu deren Zeichnung Herr Bürgermeister Reis mit nachfolgenden warmen Worten auffordert:
s. Anlage
Hiermit wird die Sitzung geschlossen.
Der Stadtverordneten-Vorsteher
i.V. Vollmar
Die Stadtverordneten
Steinebach
Joh. Bahl
Fries
Protokollführer
Blaum
Anlage
Es folgt eine Besprechung betreffend die z.Zt. aufliegende 6. Kriegsanleihe, zu deren Zeichnung Herr Bürgermeister Reis mit nachfolgenden warmen Worten aufforderte: Meine Herren! Seit gestern liegen die Einzeichnungslisten für die 6. Kriegsanleihe auf. Das deutsche Volk soll abermals zeigen, daß es dem hoffnungsvollen Ernst der Stunde Rechnung trägt. Es darf kein Zaudern geben; wer geben kann, der gebe und diene dem Vaterland durch das gute Beispiel. Dies rufe ich vor allen Dingen unseren Landwirten zu, die in den Kriegsjahren alle schönes Geld verdient haben. Mit Trauer und Sorge haben wir vernommen, daß nicht nur ein Teil der Deutschen, sondern auch der Westerwälder Landwirte, sich aus Verärgerung über unvermeidliche kriegswirtschaftliche Maßnahmen nicht so an der Zeichnung an der letzten Kriegsanleihe beteiligt hat, wie man hätte erwarten dürfen. Gottesfurcht, Vaterlandsliebe, Anspruchslosigkeit, Sparsamkeit, Fleiß und Klugheit sind von altersher von Bauern geübte Tugenden. Ein Versagen der Landwirtschaft bei der jetzigen Kriegsanleihe läßt zum mindesten die politische Klugheit vermissen. Der Landwirt kann sehr gut zeichnen. Se. Majestät der Kaiser und König soll nicht sagen dürfen, meine Westerwälder in der Front haben restlos ihre Pflicht getan, meine Westerwälder hinter der Front aber mitten im heißen Ringen meinen Arm gelähmt und mein Schwert stumpf gemacht. Wehe unseren hiesigen Landwirten im Falle eines Durchbruchs an der Westfront. Ostpreußens verödete Fluren und hingemordete Bauern reden eine stumme aber gewaltige Sprache. Im Falle einer Niederlage oder Vernichtung Deutschlands ist euer Grundbesitz, eure Spargroschen, das Geld im Strumpfe ebenso gut verloren wie die von Euch als unsicher angesehene Kriegsanleihe. Heraus Ihr Landwirte aus Eurer Zurückhaltung! Kein Geschenk verlangt das Vaterland! Das Geld ruht sicherer in der deutschen Kriegsanleihe als in der stahlgepanzerten Schatzkammer. Die Kriegsanleihe bringt guten Zins, sie ist die beste Versorgung für Gegenwart und Zukunft.
Es folgt eine Besprechung betreffend die z.Zt. aufliegende 6. Kriegsanleihe, zu deren Zeichnung Herr Bürgermeister Reis mit nachfolgenden warmen Worten aufforderte: Meine Herren! Seit gestern liegen die Einzeichnungslisten für die 6. Kriegsanleihe auf. Das deutsche Volk soll abermals zeigen, daß es dem hoffnungsvollen Ernst der Stunde Rechnung trägt. Es darf kein Zaudern geben; wer geben kann, der gebe und diene dem Vaterland durch das gute Beispiel. Dies rufe ich vor allen Dingen unseren Landwirten zu, die in den Kriegsjahren alle schönes Geld verdient haben. Mit Trauer und Sorge haben wir vernommen, daß nicht nur ein Teil der Deutschen, sondern auch der Westerwälder Landwirte, sich aus Verärgerung über unvermeidliche kriegswirtschaftliche Maßnahmen nicht so an der Zeichnung an der letzten Kriegsanleihe beteiligt hat, wie man hätte erwarten dürfen. Gottesfurcht, Vaterlandsliebe, Anspruchslosigkeit, Sparsamkeit, Fleiß und Klugheit sind von altersher von Bauern geübte Tugenden. Ein Versagen der Landwirtschaft bei der jetzigen Kriegsanleihe läßt zum mindesten die politische Klugheit vermissen. Der Landwirt kann sehr gut zeichnen. Se. Majestät der Kaiser und König soll nicht sagen dürfen, meine Westerwälder in der Front haben restlos ihre Pflicht getan, meine Westerwälder hinter der Front aber mitten im heißen Ringen meinen Arm gelähmt und mein Schwert stumpf gemacht. Wehe unseren hiesigen Landwirten im Falle eines Durchbruchs an der Westfront. Ostpreußens verödete Fluren und hingemordete Bauern reden eine stumme aber gewaltige Sprache. Im Falle einer Niederlage oder Vernichtung Deutschlands ist euer Grundbesitz, eure Spargroschen, das Geld im Strumpfe ebenso gut verloren wie die von Euch als unsicher angesehene Kriegsanleihe. Heraus Ihr Landwirte aus Eurer Zurückhaltung! Kein Geschenk verlangt das Vaterland! Das Geld ruht sicherer in der deutschen Kriegsanleihe als in der stahlgepanzerten Schatzkammer. Die Kriegsanleihe bringt guten Zins, sie ist die beste Versorgung für Gegenwart und Zukunft.

